Neben den drei prämierten finden sich 14 weitere lesenswerte Geschichten in der Anthologie "Weibsbilder". Hier ist das Gruppenbild der Autorinnen und des Autoren. Foto: Bernhard Schlütter

Plettenberg. Die Preisträgerinnen selbst standen im Mittelpunkt der Preisverleihung beim Literaturwettbewerb „Weibergeschichten“ am Freitag (30. Juni) im Plettenberger Ratssaal. Doris Althoff, Kirsten Schwabe und Christiane Röper lasen ihre prämierten Texte vor; jede der drei Kurzgeschichten ist auf eigene Art anrührend und hinterlässt nachdenkliche Zuhörer/innen bzw. Leser/innen.



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In der Kurzgeschichte „Der Troststrumpf“, für die sie den 1. Preis erhielt, erzählt Doris Althoff aus Werdohl von der Flucht einer Familie aus Schlesien im 2. Weltkrieg. Schonungslos, realistisch und doch einfühlsam. Am Ende schlägt sie die Brücke zur Gegenwart, in der der selbstlose Einsatz der Großmutter für Flüchtlinge der Enkelin verständlich wird.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt Christiane Röper aus Iserlohn in ihrer Geschichte „Rosas Geburtstag“ (3. Preis). An ihrem 75. Geburtstag stellt sich „Rosa“ angesichts von einfach vor dem Rathaus abgeladenen Flüchtlingen ihrer eigenen Vergangenheit. Sie wurde als Polenmädchen von den Nazis ihren Eltern geraubt. Jetzt handelt sie – und es fühlt sich gut an.

Der 2. Preis des Literaturwettbewerbs ging an Kirsten Schwabe aus Schalksmühle. In „Textnachrichten“ erzählt sie zunächst scheinbar über die heute vorherrschende Kommunikation per Smartphone und SMS, gibt der Geschichte dann aber eine verblüffende Wendung, die uns schlucken lässt.

Schöne neue Welt

Unter dem Titel „Schöne neue Welt“ standen drei verschiedene Unterthemen zur Wahl, um die Fantasie der Hobbyliterat/inn/en auf die Reise zu schicken. Sie waren eingeladen, das Thema Flucht und Migration aufzugreifen (Schöne neue Heimat), eine Utopie des reibungslosen Zusammenlebens der Geschlechter zu erzählen (Schöne neue Gleichheit) oder vom Mut zur Veränderung zu berichten (Schönes neues Leben). Dabei sollte der Titel durchaus eine Anspielung auf den berühmten Roman Aldous Huxleys sein.

40 Autorinnen und drei Autoren waren dem Aufruf des Arbeitskreises der Gleichstellungsbeauftragten im Märkischen Kreis gefolgt und hatten sich am Literaturwettbewerb „Weibergeschichten“ beteiligt. Die Jüngste unter ihnen ist Jahrgang 2001. Die Älteste ist 80 Jahre alt. Genau so weit gefächert wie das Alter der Teilnehmer/innen sind auch die Themen der eingereichten Geschichten und Gedichte, insgesamt rund 100 Seiten Text – eine Menge Lesestoff für die Jury, bestehend aus sechs Fachfrauen mit Hang zum geschriebenen Wort: Dagmar Plümer und Cahide Ates (Lüdenscheid), Liane Mars und Silvia Mönnig (Iserlohn), Felicitas Zelic und Ai-Lan Na-Schlütter (Plettenberg). Ihre Kriterien für die Bewertung der Texte lauteten: Aufbau/Handlung, Sprache/Wortwahl, Thema/Inhalt, emotionale Ebene/Wirkung.

Anthologie und Lesung im Literaturhotel

Die drei prämierten und 14 weitere lesenswerte Geschichten, die zum Wettbewerb eingereicht wurden, finden sich in der Anthologie „Weibergeschichten“, die im Iserlohner Mönnig-Verlag erschienen ist. Das Sammelwerk ist zum Preis von 10 Euro bei den Gleichstellungsbeauftragten in Plettenberg, Lüdenscheid und Iserlohn erhältlich sowie direkt beim Mönnig-Verlag.

Am Donnerstag, 6. Juli, um 18 Uhr findet im Literaturhotel Franzosenhohl in Iserlohn eine weitere Lesung der ausgezeichneten Kurzgeschichten statt. Anschließend besteht Gelegenheit zum Talk mit Autorinnen und Jurorinnen. Da die Platzzahl begrenzt ist wird um Anmeldung gebeten unter Tel. 02371/820720.

Bilder von der Preisverleihung

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