Start Lennetal Plettenberg Doris Althoff gewinnt ersten Preis beim Literaturwettbewerb „weibergeschichten“

Doris Althoff gewinnt ersten Preis beim Literaturwettbewerb „weibergeschichten“

40 Autorinnen und drei Autoren reichen Beiträge zum Thema "Schöne neue Welt" ein - Preisverleihung am 30. Juni in Plettenberg

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Märkischer Kreis/Plettenberg. 40 Autorinnen und drei Autoren sind dem Aufruf des Arbeitskreises der Gleichstellungsbeauftragten im Märkischen Kreis gefolgt und haben sich am vierten Literaturwettbewerb „weibergeschichten“ beteiligt. Die Jüngste unter ihnen ist Jahrgang 2001 und war somit beim ersten „weibergeschichten“-Wettbewerb noch gar nicht geboren. Die Älteste ist 80 Jahre alt. Genau so weit gefächert wie das Alter der Teilnehmer*innen, sind auch die Themen der eingereichten Geschichten und Gedichte, insgesamt rund 100 Seiten Text – eine Menge Lesestoff für die Jury, die jetzt die drei Preisträgerinnen und 14 weitere Beiträge für die Anthologie ausgewählt hat, die Ende des Monats im Iserlohner Mönnig-Verlag erscheinen wird.



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Unter dem Titel „Schöne neue Welt“ standen drei verschiedene Unterthemen zur Wahl, um die Fantasie der Hobbyliterat*innen auf die Reise zu schicken. Sie waren eingeladen, das Thema Flucht und Migration aufzugreifen (Schöne neue Heimat), eine Utopie des reibungslosen Zusammenlebens der Geschlechter zu erzählen (Schöne neue Gleichheit) oder vom Mut zur Veränderung zu berichten (Schönes neues Leben). Dabei sollte der Titel durchaus eine Anspielung auf den berühmten Roman Aldous Huxleys sein. „Wir wollten die Teilnehmerinnen ermutigen, sich seinen kritischen Blick auf die Gesellschaft zum Vorbild zu nehmen“, so die Veranstalterinnen.

Kirsten Schwabe und Christiane Röper auf dem Podium

Der erste Preis, der Besuch einer Lesung mit anschließender Übernachtung im Iserlohner Literaturhotel Franzosenhohl, geht an die Werdohlerin Doris Althoff. Die Kommunikationswirtin gehört seit 2000 der Geschichtenschmiede Volmetal an. In diesem Jahr war sie auch eine der Siegerinnen des ersten „weibergeschichten“-Wettbewerbs. Christiane Röper aus Iserlohn, die den dritten Platz belegt, ist ebenfalls eine „Wiederholungstäterin“, sie war bereits einmal im Jahr 2009 unter den siegreichen Autorinnen und ist Mitglied im Autorenkreis Schreibzauber. Über den zweiten Platz kann sich Kirsten Schwabe aus Schalksmühle freuen. Die 30-jährige Kunsthändlerin, die auch als Autorin arbeitet, wird zum ersten Mal bei den „weibergeschichten“ ausgezeichnet. Beide erhalten ein Jahresabonnement einer Fachzeitschrift aus dem Uschtrin-Verlag („Federwelt“ bzw. „der selfpublisher“).

Preisverleihung im Plettenberger Rathaus

Zu hören sind die Geschichten der drei Gewinnerinnen bei der feierlichen Preisverleihung am Freitag, 30. Juni, im Rathaus der Stadt Plettenberg. Ab 17 Uhr werden die Gäste dort mit Sekt und Fingerfood von den Veranstalterinnen empfangen. Musikalisch umrahmt wird die Lesung vom Plettenberger Duo „Time Machine“ und dem Kinderchor „Swinging Kids“ unter Leitung von Christoph Ohm. Eintrittskarten zum Preis von fünf Euro sind erhältlich in den Gleichstellungsstellen der Städte Plettenberg und Iserlohn.

Lesung im Literaturhotel Franzosenhohl

Eine weitere Lesung mit Doris Althoff, Kirsten Schwabe und Christiane Röper folgt am 6. Juli um 18 Uhr im Iserlohner Literaturhotel Franzosenhohl. Im Anschluss wird die dortige Gastgeberin Andrea Reichart mit den Autorinnen und Mitgliedern der Jury in einer lockeren Talkrunde über die Sucht nach Büchern, die Lust am Lesen und die Kunst des Schreibens plaudern. Da die Platzzahl im gemütlichen Foyer des Hotels begrenzt ist, ist eine Voranmeldung unter Tel. 02371-820720 unbedingt erforderlich.

Die Jury

  • Lüdenscheid: Dagmar Plümer, Leiterin der Stadtbücherei Lüdenscheid; Cahide Ates, Germanistin und Lehrerin für Türkisch
  • Iserlohn: Christina Günther, Journalistin (WDR) und Buchautorin; Silvia Mönnig, Journalistin und Verlegerin
  • Plettenberg: Felicitas Zelic, Grundschullehrerin in Elternzeit; Ai-Lan Na-Schlütter, Journalistin

Alle sechs Jurymitglieder sind nach eigener Aussage wahre „Bücherjunkies“, ein Leben ohne Literatur können sie sich nicht vorstellen. Die Jury-Arbeit war allerdings Neuland für sie und so haben sie sich bei einem ersten Zusammentreffen Anfang April zunächst einmal darüber verständigt, welche Kriterien sie bei der Auswahl der Texte zugrunde legen wollen.

Ganz entscheidend für ein außergewöhnliches Leseerlebnis, da waren sich alle einig, ist es, dass Bilder vor dem inneren Auge entstehen und dass die Geschichte, die erzählt wird, nachhallt und die Leser nicht mehr so recht loslässt. Kopf, Herz und Bauch sollten also gleichermaßen „Ja“ sagen. Doch trotz dieser Einigkeit stellte sich bei der zweiten Jury-Sitzung Ende Mai heraus, dass individuelle Vorlieben dennoch ganz unterschiedlich ausfallen können. Nach intensiven Diskussionen und einer abschließenden Abstimmung waren letztendlich jedoch alle mit der Entscheidung zufrieden.

In der Anthologie finden sich nun neben den drei prämierten Beiträgen alle Einsendungen, die von mindestens der Hälfte der Jury für die Shortlist nominiert waren oder sich bis zuletzt in der engeren Wahl für einen Preis befanden. Selbstverständlich waren alle Beiträge anonymisiert, so dass für die Jurorinnen weder Geschlecht, noch Alter oder Wohnort erkennbar waren.

Die Beiträge und Autor*innen der Anthologie

  • Der Troststrumpf, Doris Althoff, Werdohl
  • Textnachrichten, Kirsten Schwabe, Schalksmühle
  • Rosas Geburtstag, Christiane Röper, Iserlohn
  • Schöne neue Heimat?, Christiane Hafenmayer, Iserlohn
  • Zurück, Susanne Brandt, Holzwickede
  • Schöneck, Ines Mache, Arnsberg
  • Zwei Seiten Hoffnung, Helena Geitmann, Iserlohn
  • Alle Menschen sind gleich, Ursula Böhle, Iserlohn
  • Lieber Schöpfer, Andrea Hennecke, Hemer
  • Schöne neue Gleichheit, Werner Reiling, Iserlohn
  • Nicht mit ihr, Sonja Sternitzke, Iserlohn
  • Zaubertrank, Anneliese Kindel, Iserlohn
  • Kaffee ist immer ein guter Anfang, Sabine Hinterberger, Iserlohn
  • Aus dem Tagebuch einer Mütze, Uta Baumeister, Balve
  • Schönes neues Leben, Mayte Hafenmayer, Iserlohn
  • Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, Josette Ommer, Lüdenscheid
  • Die Entscheidung, Stefanie Kniese, Meinerzhagen

Der Workshop

Zum Wettbewerbsprogramm gehört außerdem ein Vorlesetraining mit der Kommunikationswissenschaftlerin und Sprecherzieherin Almut Schnerring. Er findet am 20. Juni von 15 bis 18 Uhr im Fanny-Van-Hees-Saal der Volkshochschule im Iserlohner Stadtbahnhof statt.

Wenn jemand gut vorliest, dann hören wir gerne zu und vergessen sogar ungemütliche Stühle. Aber wie geht das? Wie verwandelt man geschriebenen Text in gesprochene Sprache?

Dieser Workshop richtet sich an alle, die gerne lesen, vorlesen und erzählen, die mehr darüber erfahren und sich mit anderen darüber austauschen möchten. Geübt wird der Umgang mit Melodie, Betonung, Tempo, Stimmklang und Artikulation. In kleiner Runde und ohne Publikum haben alle die Möglichkeit, eine Passage vorzulesen. Rückmeldung kommt aus der Runde Gleichgesinnter, die ähnliche Fragen haben: Stehen oder sitzen? Vom Blatt oder direkt aus dem Buch? Was gilt es zu beachten beim Vorlesen? Wie umgehen mit Blickkontakt, Tempo und Betonung? Und wie wirke ich eigentlich? Welche Texte wähle ich für wen? Werde ich gut verstanden? Wie kann ich mein Publikum mit einbeziehen? Wie gehe ich mit Unterbrechungen um?

In diesem Workshop geht es darum, Hilfestellung zu bekommen, sich auszutauschen, wie ein Textvortrag noch ansprechender gestaltet werden könnte. Eigene Texte aus allen denkbaren Genres können mitgebracht werden. Wenige Restplätze sind noch zu vergeben. Die Teilnahmegebühr beträgt 25 Euro. Anmeldungen nimmt die Gleichstellungsstelle Iserlohn entgegen.

Kontakt/Info

  • Gleichstellungsstelle Iserlohn, Tel. 02371-2171330, judith.muehlenhoff@iserlohn.de
  • Gleichstellungsstelle Plettenberg, Tel. 02391-923168, m.masuch@plettenberg.de
  • Gleichstellungsstelle des Märkischen Kreises, Tel. 02351-9666130, r.hopperdizel@maerkischer-kreis.de

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