Bildnachweis: Robert Gniewek: Rosie's Diner #10; 2011; Foto © Courtesy Louis K. Meisel Gallery, New York, Courtesy of Institute for Cultural Exchange, Tübingen 2016

Hagen. Am Sonntag, 4. Dezember, findet um 11 Uhr eine öffentliche Führung durch die Ausstellung „Fotorealismus – 50 Jahre hyperrealistische Malerei“ statt.

Das Osthaus Museum zeigt 70, zum Teil großformatige Werke fotorealistischer Künstler. Drei Generationen von Fotorealisten werden vorgestellt mit Werken von 35 Künstlern, unter ihnen Stars wie: Charles Bell, Chuck Close, Don Eddy, Richard Estes, Franz Gertsch oder Ralph Goings.

Überbordende Konsumwelt

Die Fotorealisten widmeten sich dem schönen Schein des modernen Alltags, der überbordenden Konsumwelt, der damals noch unbedrohten Lebenswelt der USA und ihrer spiegelnden Welt der Oberflächen.

Reflektierende Schaufenster, knallbunter Plastikkitsch, chromglänzende Limousinen gehörten zu den bevorzugten Motiven der Fotorealisten. Ihre Motive fingen sie mithilfe von Fotokameras ein und kreierten mit Pinsel oder Spritzpistole gemalte Illusionen, wie: Grelle Porträts, knallbunte Spielzeugtiere, leuchtende Innenflächen von Flipperautomaten, polierte Oberflächen von Harley-Davidson-Choppern, Frontpartien von VW-Käfern, Innenleben von Straßenkreuzern, Cowboys bei der Arbeit, Ketchup-Flaschen im Schnellrestaurant und vieles mehr. All diese Motive verbinden wir heute – nach 50 Jahren der Entstehung dieser Kunst – mit Amerika. Der schöne Schein war die Wirklichkeit der damaligen Vereinigten Staaten.

Technische Meisterschaft

Den Fotorealisten ging es jedoch nicht um die Dokumentation der Wirklichkeit, sondern um die Wirkung ihrer Motive, die ja aus der Fotografie stammten. Und diese Wirkung wurde erreicht, indem sich diese Künstler technisch und inhaltlich spezialisierten. Technische Meisterschaft und Virtuosität sind Voraussetzungen, um solch eine detailgetreue Malerei hervorzubringen. Bewusst verzichten die Künstler auf ihre persönliche Handschrift. Von weitem erscheinen diese Bilder wie Fotografien, von nahem erkennt man die Malerei auf Leinwand. Diese faszinierende Wirkung, die von diesen Werken ausgeht, begeistert heute noch viele Kunstliebhaber.

Anmeldung nicht notwendig

Für den einstündigen Rundgang durch die Ausstellung wird zusätzlich zum regulären Eintrittspreis ein Führungsentgelt in Höhe von fünf Euro erhoben. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Es wird jedoch um Verständnis dafür gebeten, dass nur eine begrenzte Teilnehmerzahl zugelassen werden kann.

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