Lüdenscheid. Leerstände, die ungeklärte Situation rund um das Gebäude von Peek & Cloppenburg am Sternplatz, das heruntergekommene Forum und die vermeintlich zu komplizierten Gestaltungssatzungen im Lüdenscheider Innenstadtbereich: Das alles war Thema bei einer großen Runde vor rund einer Woche im ehemaligen Telekomgebäude am Rathausplatz. Vertreter der Stadtverwaltung, des Stadtmarketings, der Knapper Strasse, der Oberstadt, des Stern-Centers und der Wilhelmstrasse sowie der Bereiche Rathaus- und Sternplatz haben sich an einen Tisch gesetzt und über die Probleme in der Lüdenscheider Innenstadt gesprochen. Das Fazit der Runde: „Wir brauchen eine Vision Lüdenscheid 2020“.

Schulterschluss der verschiedenen Bereiche

Der erste Schritt in Richtung „Lüdenscheid 2020“ ist bereits getan. Denn, dass Vertreter aus den verschiedenen Bereichen der Innenstadt zusammen an einem Tisch sitzen und eine gemeinsame Sprache sprechen, kam in der jüngsten Vergangenheit eher selten vor. Umso größer ist bei allen Beteiligten die Freude und Motivation, jetzt in großen Schritten voranzugehen.

Visionen entwickeln und umsetzen wenn möglich

Eine erste Idee der Runde ist die Entwicklung eines Konzepts von Lüdenscheid im Jahr 2020. „Nur wenn wir wissen, wo wir hin wollen, können wir auf dieses Ziel hinarbeiten“, sagte Willi Denecke als Vertreter der IG-Oberstadt. Und der Gedanke fiel auf fruchtbaren Boden. Bereits in den kommenden Wochen – lieber aber Tagen – soll es ein weiteres Treffen von Privatleuten geben, die die Vision „Lüdenscheid 2020“ ausarbeiten und zu Papier bringen wollen. Diese Vision soll dann auch für potentielle Investoren oder Unternehmensgründer zur Verfügung stehen. „Wenn ein Investor oder Gründer jetzt durch die Innenstadt läuft, wird er wahrscheinlich gleich wieder das Weite suchen. Diesen Leuten muss man zeigen, dass sich hier etwas verändern soll, und dass wir sie dafür brauchen“, so Denecke weiter.

Arbeiten statt reden

Ähnliche Ideen gab es bereits 2015, nachdem es einen runden Tisch zum Thema Gestaltungssatzungen im Rathaus gab. Hier war eine „Ballon-Revolution“ vorausgegangen. Und schon damals war der O-Ton: „Wir wollen etwas tun“. Das seither kaum etwas passiert ist ist den Akteuren des aktuellen Aufbruchs durchaus bewusst. Doch nun möchte man durchstarten, die Motivation aus der Runde der vergangenen Woche mitnehmen und sinnvolle Visionen entwickeln und umsetzen.

Kreativwerkstätten sollen sich finden

Auf privater Ebene will man nun sogenannte „Kreativwerkstätten“ gründen. Diese sollen Ideen erarbeiten, bündeln und dann in die Arbeitskreise des Stadtmarketings einbringen. Ein enger Kontakt und Austausch mit den verschiedenen Fachbereichen der Stadt sind dabei ein elementarer Erfolgsfaktor. „Bevor sich große Visionen entwickeln, muss man Spielregeln und Rahmenbedingungen abklären“, sagte Dieter Rotter, Fachdienstleiter des Bauservice. Als Beispiel für einen solchen Fall, in dem der großen Vision die vorhandenen Regeln im Weg stehen, ist ein Weihnachtsmarkt auf der Graf-Engelbert-Platz in der Altstadt. Den wenigsten Lüdenscheidern ist die Tatsache bewusst, dass es auf dem kleinen Platz mehrere „Feuerwehr-Aufstellflächen“ gibt, die bei Veranstaltungen nicht durch Buden oder Stände blockiert werden dürfen. Diese Auflage macht es zwar nicht unmöglich auf diesem Platz Veranstaltungen durchzuführen, erschwert die Planung aber deutlich.

Damit sich Visionen und Realität in Zukunft nicht derart im Weg stehen, dass eine Umsetzung nahezu unmöglich wird, wollen die „Kreativwerkstätten“ in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung Wege zur Umsetzung finden. Wichtig ist allen Akteuren dabei keine Parallelstrukturen zu schaffen, sondern dem Projektgruppen rund um das Stadtmarketing aus den Kreativrunden zuzuarbeiten.

Umdenken nötig

Neben der Bestandsaufnahme rund um die aktuelle Lage in der Lüdenscheider Innenstadt kamen die Vertreter der Gastronomie, des Einzelhandels sowie der Stadtverwaltung zu der gemeinsamen Überzeugung, dass in den Köpfen der Lüdenscheider dringend ein Umdenken stattfinden muss. Anstatt Missstände immer nur anzuprangern, solle man sich lieber damit befassen, wie man Missstände möglicherweise beseitigen kann. Natürlich ist allen bewusst, dass dies für einzelne Bürger eher schwer ist. Aber die in Planung befindlichen „Kreativwerkstätten“ böten durchaus die Möglichkeit, sich in einer Projektgruppe zu engagieren und gemeinsam Lösungen für bestehende Probleme zu erarbeiten und umzusetzen.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: „Tacheles zur Vision „Lüdenscheid 2020″“

Unterstütze uns auf Steady
Ich bin 31 Jahre jung und gehöre zur viel besprochenen Generation Y. Seit 1999 nutze ich digitale Kommunikationswege und seit 2012 bin ich Online-Unternehmer und berate und betreue Unternehmen als Social Media Experte.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here