Märkischer Kreis. (pmk) Am Tag des Offenen Denkmals am 11. September will der Märkische Kreis seine „Unterwelten“ ins Licht stellen. An neun Standorten bietet er daher kostenlose Führungen in Höhlen, Stollen, Luftschutzbunker und andere „Unterwelten“ an. In Plettenberg können Besucher des Museumsstollen Bleierzgrube „Neu Glück“ in mehr als 900 Jahre Bergbaugeschichte abtauchen.

Übertage erinnert in Plettenberg nur wenig an die harte Arbeit der Bergleute, die in langen Stollengängen Kupfer, Blei, Zink und Eisenerz abgebaut haben. Erst mit dem Bau der Tunnel für die Umgehungsstraße „Westtangente“ wurde 2006 ein alter Stollengang der Bleierzgrube „Neu Glück“ (1755) wiederentdeckt und als Besucherstollen eingerichtet.

Die Grube hat gleich drei unterschiedliche Entwicklungsphasen vorzuweisen. Hier kann man als absolute Seltenheit den „Dreistufen-Abbau“ spätmittelalterlicher Gruben besichtigen. Beim Vortrieb der Stollengänge konnte wegen der Enge meist nur ein Bergmann „vor Ort“ sein. Beim Dreistufenabbau, wie in „Neu Glück“, arbeitete man zu Dritt hintereinander und kam so viel schneller vorwärts. Wie so viele Grubengänge wurde auch ein Teil von „Neu Glück“ in den Kriegsjahren 1944/45 zum Luftschutzkeller ausgebaut. Hier fanden mehr als 100 Bürger Schutz. Auch diese Phase der Nutzung, für die ein zweiter Eingang zum Stollen in den Berg gesprengt wurde, wird präsentiert. Folgt noch die Technik der Neuzeit: der Bau des 734 Meter langen Hestenberg-Tunnels, der den alten Stollengang regelrecht durchschnitten hat und die Grubenbesucher unterirdisch bis fast an den Tunnel heranführt.

Der Stolleneingang der Bleierzgrube „Neu Glück“ liegt auf kurzem Weg erreichbar geradezu mitten in der Stadt. Und noch eine Besonderheit hat der Stollen zu bieten: In einem kleinen Nebenraum haben einst 25 amerikanische Soldaten als Kriegsgefangene ausharren müssen; sie wurden aber nach wenigen Tagen von ihren Kameraden unblutig befreit.

Kostenlose Führungen für maximal 12 Personen finden am Sonntag, 11. September, jeweils um 15 und um 16 Uhr statt. Kinder sollten mindestens 10 Jahre alt sein. Helme werden für die Besucher ausgegeben, festes Schuhwerk ist angebracht. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, ist eine Anmeldung bis zum 2. September erforderlich und zwar beim Fachdienst Kultur und Tourismus des Märkischen Kreises, Kreishaus I Altena, Bismarckstraße 15, 58762 Altena, Telefon: 02352/9667045, info@mk-tourismus.de oder http://mk-tourismus.de/tourismusportal/erleben. Dort ist auch das komplette Programm der „Unterwelten“ abrufbar.

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