Tanke
Friseursalon und Kleinkunstbühne: Die "Tanke - Haare und Kunst" an der Thomasstraße in Halver.

Halver. An deutschen Tankstellen nahm in den 1950er Jahren das Wirtschaftswunder Fahrt auf. Viele von ihnen stehen noch als Ruinen an den Straßen. Andere dienen als Domizil für Gebrauchtwagenhändler oder Futterkrippe für die schnelle Mahlzeit zwischendurch. In der Halveraner Tanke an der Thomasstraße sollte man sich mehr Zeit nehmen – für eine neue Frisur etwa und einen Blick auf Kunst. Martina Asbeck und ihr Team von „Die Tanke – Haare und Kunst“ färben, schneiden und föhnen in Räumen, in denen früher Autos gewartet und repariert wurden.

Bildband „Abgetankt“

Das Gebäude mit dem eigenwilligen Pilzdach ist jetzt auch in einem Bildband mit dem Titel „Abgetankt“ zu sehen. Neben der Halveraner Tanke hat der Kölner Fotograf Joachim Gies 60 weitere Zapfstationen fotografiert, an denen längst kein Benzin und Diesel mehr fließt. http://www.abgetankt.de/

Grund genug für ein Team des WDR, einen kurzen Film über Martina Asbeck und ihre Tanke zu drehen.

„Benzin war unser tägliches Brot“

Martina Asbeck im WDR-Interview, rechts neben ihr die historische Zapfsäule, ein Geschenk zur Eröffnung der "Tanke".
Martina Asbeck im WDR-Interview, rechts neben ihr die historische Zapfsäule, ein Geschenk zur Eröffnung der „Tanke“.

Zu Gast: Inge Knuth und Petra Schulz. Sie kümmerten sich vor vielen Jahren an der Thomasstraße darum, dass das Geschäft und die Autos liefen. „Der Geruch von Benzin, das war unser tägliches Brot“, sagte Inge Knuth im Interview. Außen- und Innenreinigung von Autos und als Service beim Tanken mal eben die Scheiben reinigen: Das war ihr Job an der Thomasstraße. Heute kann man an Tankstellen fast alles kaufen. „Damals gab es nur Autozubehör“, erinnerte sich Inge Knuth.

Vom Maleratelier zum Friseursalon

Von all dem ist nichts geblieben außer dem markanten Gebäude. Martina Asbeck hat es vor rund dreieinhalb Jahren von dem verstorbenen Künstler Marek Tomicki übernommen. Der Maler und Bildhauer hatte hier sein Atelier eingerichtet. Regelmäßig öffnete er seine Tanke für Kleinkunstveranstaltungen. Lesungen, Ausstellungen und Konzerte stehen auch heute noch auf dem Programm der Tanke. Martina Asbeck hatte Tomicki versprochen, die ehemalige Zapfstation in seinem Sinne weiterzuführen.

Dass sie ihren alten Laden gegen das Gebäude an der Thomasstraße eingetauscht hat, hat die 43-jährige Friseurmeisterin bis heute nicht bereut. Nach wie vor genießt sie die besondere Atmosphäre und auch ihre Kunden sind vom Flair der Tanke begeistert.

Fotoausstellung und Irish Folk in der Tanke

Zurzeit läuft in der Tanke noch eine Ausstellung mit Fotografien von Sigrid Pircher. Am 7. Februar ab 20 Uhr spielt die Irish Folk Band Fragile Matt.

Der WDR-Beitrag für voraussichtlich in der kommenden Woche in der Sendung „Lokalzeit“ ausgestrahlt.

 

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