Manni Breuckmann muss sich nicht erst warmlaufen. Im RWL-Jugendraum gab der legendäre Sportreporter von Anfang an Vollgas. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Als Sportreporter ist Manni Breuckmann längst eine Legende. Inzwischen erfüllt die Stimme der Bundesliga auch Erwartungen als Buchautor. Bei einer gemeinsamen Veranstaltung von Rot Weiß Lüdenscheid und der Volkshochschule plauderte er aus seinem Leben als Sportreporter. Rund 90 Besucher im RWL-Jugendraum am Nattenberg erlebten einen unterhaltsamen Abend.

Von Anfang an Vollgas

Manni Breuckmann muss sich nicht wie ein Fußballer erst langsam warm laufen. Der Mann, der auch seinen (Un)ruhestand am Mikrofon verbringt, legt im Gespräch mit Moderator Ronald Pfaff gleich los und zwar mit Vollgas.

Klar füttere er keine Enten im Park und gegen Fans, die in HSV-Kluft oder mit BvB-Schals erschienen, hat er auch nichts. „Der Schalker ist schließlich weltoffen“, bekennt sich der Reporter mit Herz zu seinem Lieblingsverein.

Die Bundesliga ist sein Leben

Die Bundesliga, das ist sein Leben. Sonntagsmorgens plaudert er auf WDR 4 über das Geschehen auf den Plätzen. „Im Bademantel auf dem Sofa“, sagt Manni Breuckmann, damit sich jeder vorstellen kann, wie locker er die Liga sieht. Alt kommt er sich dabei nicht vor. „Inzwischen spielen sie ja auf WDR 4 auch Stücke von den Rolling Stones.“ Breuckmann ist ohnehin jung geblieben. Tausende von Nachwuchskickern hören ihn aus ihrer Spiele-Konsole. Da ertönt seine Stimme als Sprecher des Video-Games FIFA 2014. „Als Radioreporter kennt mich keiner von denen.“

Erster Torschrei im Radio am 7. Mai 1972

„Ein Leben ohne Fußball ist möglich aber sinnlos“, sagt er in Anleihung an Loriot-Zitat und zieht am mit RWL-Schals dekorierten Lesetisch mächtig vom Leder. Sein erster Torschrei im Radio am 7. Mai 1972 sei eine Mischung von brünstigen Hirschgebrüll und nervigem Baby-Geplärre gewesen. „Der hat sie ja nicht alle“, werde mancher gedacht haben. Im Laufe der Jahre haben Manni-Fans diesen Schrei schätzen gelernt. Allerdings sollte er nur ertönen, wenn das Tor auf der richtigen Seite fällt. „Auf Schalke haben sie mir das manchmal übel genommen.“

Kerzen für das Lieblings-Team

Manni Breuckmann erzählt von altgedienten Reportern wie Jochen Hageleit oder Kurt Brumme („Der mit dem Goldkettchen.“), der ihn zu Probereportagen in die Stadien geschickt habe. Sie seien nie gesendet worden. Später reiste der Reporter zu Sportereignissen um die Welt und zündete in den Kirchen der Metropolen Kerzen für seine Mannschaft an. „Das hat oft geholfen“, erinnerte er daran, dass Schalke 1997 den UEFA-Pokal gewonnen habe, selbstverständlich nur, weil er wie so oft zuvor eine Kerze angezündet habe.

Erinnerungen an Lüdenscheid

Auch an Lüdenscheid erinnert er sich. Zu den RWL-Zeiten von Klaus Hilpert hat Breuckmann mal ein Spiel kommentiert du zwar mit Hilfe der Feuerwehr. Sein Reporterplatz war auf dem Dach der Haupttribüne. Leider gab es keinen Zugang und so musste der Reporter über die Drehleiter der Feuerwehr zu seinem Arbeitsplatz klettern.

Fußballgipfel mit Uli Hoeneß

„Halbzeit“ verkündet Manni Breuckmann. Wenig später geht es weiter. Jetzt liest er aus seinem Buch „Fußballgipfel“, dem Protokoll eines Gesprächs, das er im August 2012 mit dem damaligen Bayern-Boss Uli Hoeneß, dem Late-Night-Talker Harald Schmidt und Claudia Roth, der damaligen Bundesvorsitzenden der Grünen, gefühlt hat. „Seltsam, dass keiner von denen heute noch in Amt und Würden ist“, sinniert Manni Breuckmann.

„Ein Mythos braucht keine Titel“

Er beklagt, dass Fußballer heutzutage kaum noch „richtige Sprüche raushauen“. „Alles irgendwie Mittelmaß“, sagt Manni Breuckmann. Gut, dass er nach wie vor für letzte Wahrheiten zuständig ist. Ob er glaube, dass Schalke mal in absehbarer Zeit Deutscher Meister werde, verkündigt Manni Breuckmann zum Schluss auf unnachahmliche Weise: „Ein Mythos braucht keine Titel.“ Da brandet im RWL-Jugendraum Beifall auf. Fast wie nach einem Tor.

 

Unterstütze uns auf Steady

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here