Mitglieder des Demenz-Netzwerkes rührten am Mittwoch die Werbetrommel für die Veranstaltung am 27. Oktober. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Mal den Schlüssel vergessen oder das Essen auf dem Herd? Das kann passieren. Vergesslichkeit ist nicht immer gleich ein Vorbote einer Demenz-Erkrankung. Wenn einen das Gedächtnis allerdings auffällig oft im Stich lässt und auch bei längerem Nachdenken das Vergessene nicht „zurückgeholt“ werden kann, ist ein Arztbesuch ratsam. „Diagnose Demenz“ unter diesem Motto will das Lüdenscheider Demenz-Netzwerk am Donnerstag, 27. Oktober, von 10 bis 16 Uhr über Ursache, Krankheitsverlauf und Behandlungsmöglichkeiten informieren. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos.

22 Einrichtungen im Bürgeforum

22 Einrichtungen, die sich im Demenz-Netzwerk engagieren, beteiligen sich am Markt der Möglichkeiten im Bürgerforum. Dabei ist auch Angelika Fröhling vom DRK-Stadtverband. Sie betreut während der Veranstaltung Demenzpatienten, die zusammen mit ihren Angehörigen das Bürgerforum besuchen. „Bewegung ist alles“, sagt Angelika Fröhling. Die Betreuungsassistentin ist fest davon überzeugt, dass Bewegung das schnelle Fortschreiten der Krankheit bremsen oder gar stoppen kann.

Höheres Alter, höheres Risiko

In Deutschland leiden geschätzt rund 1,5 Millionen Menschen an der im Volksmund Altersverwirrtheit genannten Krankheit. „In Lüdenscheid könnten es rund 1200 sein“, schätzt Karin Johanngieseker von der Stadtverwaltung. Genaue Zahlen liegen allerdings nicht vor. Sicher ist aber: Mit fortschreitenden Alter erhöht sich das Risiko.

Niedrigschwellige Angebote

Susanne Zarges von der Stabsstelle Demografie und Sozialplanung hofft, dass möglichst viele Menschen das umfangreiche Informationsangebot am 27. Oktober nutzen. Sie versteht, dass es vielen Angehörigen oftmals schwer fällt, sich mit der Diagnose Demenz auseinandersetzen. „Deshalb sucht unser Netzwerk immer wieder nach niedrigschwelligen Angeboten.“ Wandern und wohl fühlen sei ein solches Angebot.

Zu den Anbietern beim Aktionstag zählen die AOK (Pflegeberatung)

  • die Anderland Demenzwohngruppe der Johanniter
  • die Turboschnecken
  • die mobile Pflege des Diakonischen Werkes Bethanien
  • Johanniter Stift und Johanniter Haus
  • die Caritas
  • das CMS Seniorenzentrum aus Herscheid
  • die PUG Pflege GmbH
  • der MAAL-Sozialdienst
  • das Demenzservicezentrum NRW
  • die Tagespflege des Seniorenheims Weststraße
  • das Amalie-Sieveking-Haus
  • das Dietrich-Bonhoeffer-Altenzentrum
  • der DRK Stadtverband
  • das Klinikum Lüdenscheid
  • das Diakonische Werk des Ev. Kirchenkreises
  • der sozialpsychiatrische Dienst der Pflegeberatung MK
  • Perthes Service
  • Mani Häusliche Pflege
  • Große Hörwelt

Vorträge und zwei Workshops

Zum Programm gehören außerdem Vorträge und zwei Workshops. Bürgermeister Dieter Dzewas übernimmt um 10 Uhr die Begrüßung der Teilnehmer und Besucher. Um 10.15 Uhr stellt Susanne Zarges den Aktionstag vor. Um 11 Uhr berichtet Dr. Astrid Windfuhr vom Klinikum Lüdenscheid über Diagnostik und medizinische Versorgung bei Demenz. Monika Friedewald-Hosang stellt ab 11.30 Uhr die Finanzierung von Entlastungsangeboten für Angehörige vor. Nach der Pause ab 12 folgt um 12.30 Uhr ein Vortrag zu Entlastungsangeboten in Lüdenscheid (Marlene Hamann und Susanne Wittwer von der Mani-Tagespflege). Jörg Burbaum, gerontologischer Pflegefachmann am Klinikum Lüdenscheid wird ab 15 Uhr über demenzsensible Versorgung im Klinikum berichten.

In den beiden Workshops, die im kleinen Sitzungssaal des Rathauses stattfinden geht es um die Themen „Schmerzen erkennen bei Demenz“ und „Achtsamkeit“. Letzterer sei für Angehörige von Demenzkranken von besonderer Bedeutung, sagt Susanne Zarges. „Oft gehen sie über ihre Möglichkeiten hinaus und spüren ihre eigenen Grenzen nicht.“

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