Die Rente muss reichen: Für diese Forderung des Deutschen Gewerkschaftsbundes und seiner Einzelgewerkschafen ging am Mittwoch auch DGB-Kreisvorsitzender Bernd Schildknecht auf die Straße. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Viele können von einer guten Rente nur träumen. Bernd Schildknecht, DGB-Vorsitzender im Märkischen Kreis, kann da so manche Geschichte erzählen. Wie die von dem Ruheständler, der 50 Jahre als Schreiner gearbeitet hat. „Der Mann kriegt jetzt 850 Euro gesetzliche Rente im Monat.“ So was regt den Gewerkschafter auf. Zusammen mit Kollegen aus anderen DGB-Gewerkschaften beteiligte sich Bernd Schildknecht am Mittwoch an der DGB-Kampagne „Rente muss reichen“.

Kraftriegel und Argumente

Passanten nahmen gern die Mini-Einkaufstüten mit, die ihnen die Gewerkschafter anboten. Neben einem Tütchen Instant-Kaffee, einem Tee-Stick und einem Kraftriegel enthielten sie die DGB-Argumente für einen Kurswechsel in der Rentenpolitik. „Wir müssen uns vor der Bundestagswahl im September einmischen“, sagt Bernd Schildknecht. Sonst drohe den Beschäftigten im Alter oder bei Erwerbsminderung sozialer Abstieg.

Sozialer Abstieg droht

Die Entwicklung trifft nicht nur den ehemaligen Schreiner. Selbst wer jahrelang durchschnittlich verdient hat, ist vor sozialen Abstieg nicht mehr sicher. Der DGB hat ausgerechnet: Nach 45 Jahren Arbeit zum Durchschnittslohn von aktuell gut 3000 Euro führt ein Rentenniveau von 42 Prozent (geplant für 2045) nur noch zu einer Rente von 1068 Euro. Bei einem Rentenniveau von 50 Prozent wären es immerhin noch 1271 Euro.

Abwarten und Tee trinken reicht aus Sicht des DGB und seiner Einzelgewerkschaften nicht. Deshalb setzen sich Bernd Schildknecht und Kollegen dafür ein, das Rentenniveau auf dem heutigen Stand von 48 Prozent zu stabilisieren und es in einem weiteren Schritt anzuheben.

Große Unzufriedenheit

Im Laufe der Aktion wurden rund um den Lüdenscheider Sternplatz hunderte Rententüten verteilt und informative Gespräche geführt. Das Interesse war groß, genauso wie die Unzufriedenheit mit der derzeitigen Rentenpolitik. Während die Perspektive auf ein sinkendes Rentenniveau besonders die Menschen im mittleren und fortgeschrittenen Alter verärgert, resigniert die junge Generation vielfach völlig: „Wir bekommen doch eh keine Rente mehr“, bekamen die Gewerkschafter zu hören. Immer noch sind es deutlich zu wenige jüngere Jahrgänge, die sich für die Zukunft der Rentenversicherung interessieren.

Für die Aktiven im DGB steht fest: Eine weitere Absenkung des Rentenniveaus ist nicht hinzunehmen. Von Parteien, die im September gewählt werden wollen, wird ein zukunftsfestes Rentenkonzept erwartet.

Das Team verteilte hunderte von Rententüten. Foto: DGB

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