Hagen. 2015 über vier Millionen Überstunden in Hagen, über die Hälfte davon unbezahlt. Diese Zahlen, die das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) vor kurzem veröffentlichte, rufen den DGB Hagen auf den Plan. In einer Pressemitteilung  verdeutlichen die örtlichen Gewerkschaften, was das Studienergebnis für die Volmestadt bedeutet: „Einen gewaltigen volkswirtschaftlichen Schaden, da auf diese Weise vielen Erwerbslosen der Zugang zum Arbeitsmarkt verwehrt bleibt. Denn würden die heimischen Unternehmen für dieses immense Arbeitsvolumen zusätzliche Kräfte einstellen, ergäbe das auf einen Schlag zusätzliche 2458 Vollzeit-Stellen in der Volmestadt“, so die DGB-Mitteilung.

55 Prozent der Mehrarbeit „werden nicht vergütet“

Außerdem missfällt den Interessenvertretungen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, „dass rund 55% der Überstunden nicht vergütet werden“. Stellvertretende DGB Hagen Vorsitzende Ruth Schäfer zeigt sich empört: „Umgerechnet 1352 Vollzeitkräfte lassen Unternehmen also völlig ohne Bezahlung nach Hause gehen. Das ist eine schonungslose Gewinnmaximierung auf dem Rücken der Beschäftigten. Hier können wir die Unternehmen nicht aus ihrer Verantwortung entlassen. Gute Arbeit sieht anders aus!“

Die stellvertretende DGB Stadtverbandsvorsitzende macht auch deutlich, dass die veröffentlichten Zahlen eine „nicht hinnehmbare Mehrbelastung“ aufzeigen. Viele Beschäftigte seien einer „enormen Arbeitsverdichtung und Überbelastung“ ausgesetzt. Sie verweist dabei auf den „Index Gute Arbeit NRW 2015“. Bei dieser bereits im März veröffentlichten Befragung unter abhängig Beschäftigten sei auffallend gewesen, dass die Bewertungen der Arbeitsbedingungen umso schlechter ausfallen, je länger die Arbeitszeiten sind. So gäben Beschäftigte, die länger als 40 oder 48 Stunden arbeiten, ihrem Beschäftigungsverhältnis bei den Kriterien „Arbeitsintensität“ und „körperliche Anforderungen“ besonders schlechte Noten.

„Zahlen passen nicht zum Ziel: Hagen, Stadt der guten Arbeit“

Schäfer: „Die Zahlen passen in keiner Weise zu unserer Zielrichtung „Hagen, Stadt der guten Arbeit“! Sie machen deutlich: Die neue Arbeitszeitdebatte ist dringend geboten! Auch in Hagen! Wir wollen sie mit erhöhter Aufmerksamkeit auf die Entwicklung einer Arbeitswelt 4.0, auf Beschäftigungsförderung, -sicherung,  sowie auf die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben/Familie und auf persönliche Souveränität entschieden führen.“

FAZ: Bundesweit Überstunden im Zehnjahresvergleich gesunken

Im Zehnjahresvergleich sei bundesweit die Zahl der Überstunden gesunken, beleuchtet die FAZ in ihrer Online-Ausgabe vom 12. Juli das Thema aus einem anderen Blickwinkel. Auch im Jahresvergleich sei die Pro-Kopf-Zahl der unbezahlten Überstunden leicht gesunken.

Link zum Thema

Pressemeldung des DGB Hagen

FAZ Berichterstattung zu bundesweiten Zahlen der IAB Studie

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