Produktionsleiter Stefan Görtz erläutert Olga Pirutckaia, Daria Koroleva, Dr. Jens Wehrmann, Diemtar Lutzny und Prof. Ulrike Baumöl den Produktionsablauf (v.li.). Rechts Werksdirektor Volker Büscher. Foto: FernUniversität Hagen

Hagen. Deutsch-russische, russisch-deutsche Themen, die in der jüngsten Vergangenheit und aktuell in den Medien besondere Beachtung finden, sind oft Streitthemen der großen Politik. Die anderen, zum Beispiel für alle Beteiligten nutzbringende Kooperationen, finden nicht so leicht den Weg in die Öffentlichkeit – obwohl es gute Beispiele gibt. Eines ist dieser Tage in Hagen zu beobachten. Eine Kooperation der FernUniversität Hagen mit der staatlichen Wirtschaftsuniversität St. Petersburg ermöglicht jungen Russinnen und Russen Praktika in der Volmestadt. Vier Wochen sind die Wirtschafts-Studentinnen Olga Pirutckaia und Daria Koroleva als Praktikantinnen im Hagener Magnesita-Werk im Einsatz, berichtet die Fernuni am heutigen Donnerstag (21.7.2016).

Premiere: Russische Studentinnen vier Wochen bei Magnesita

Die Stellen vermittelte den beiden die Gesellschaft der Freunde der FernUniversität e.V. Sie unterstützt die seit über 15 Jahren bestehende Kooperation der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der FernUniversität in Hagen mit der staatlichen Wirtschaftsuniversität St. Petersburg (UNECON). Deutschsprachige russische Studierende können gleichzeitig an beiden Hochschulen einen Doppelabschluss erwerben, die besten zu einem Praktikum nach Deutschland kommen.

Magnesita gehört zu einem auf vier Kontinenten tätigen brasilianischen Konzern. „Wir sind ein ‚Multi-Kulti‘-Unternehmen – es ist spannend, wenn wir neue Leute kennenlernen können. Russische Beschäftigte hatten wir hier noch nicht“, freut sich Volker Büscher, Direktor des Werks in Hagen über die Fortsetzung der Internationalität seines Hauses. Magnesita produziert an seinem größten europäischen Standort feuerfeste Steine für die Stahl- und Zementindustrie. „Alles, was die Stahlproduktion an feuerfesten Materialien braucht, ist unser Gebiet!“, erläutert Volker Büscher bei einer Werksbesichtigung. Zu der hatte die Werksleitung Prof. Dr. Ulrike Baumöl als Koordinatorin für das Doppelabschlussprogramm und Dr. Jens Wehrmann, Leiter des Prüfungsamtes der Fakultät, sowie Dietmar Lutzny (Freundesgesellschaft) eingeladen.

Alle Beteiligten können profitieren

Daria Koroleva (li.) und Olga Pirutckaia absolvieren im Hagener Magnesita-Werk ein Praktikum. Foto: FernUniversität Hagen
Daria Koroleva (li.) und Olga Pirutckaia absolvieren im Hagener Magnesita-Werk ein Praktikum. Foto: FernUniversität Hagen

Die beiden Praktikantinnen sind nicht zum Zugucken da. Daria Koroleva soll dokumentieren, „wie wir in unserem Lean-Management- Projekt am besten arbeiten“, erläutert die LM-Verantwortliche Paula Bartolo. Olga Pirutckaia wird den gesamten Prozess der Einführung von SAP dokumentieren: „Die Dokumentation soll als Handreichung für neue Mitarbeiter einfach zu verstehen sein“, berichtet Produktionsleiter Stefan Görtz. Er hat bereits festgestellt, dass „Olga fit in SAP ist – ich hoffe, dass wir von ihr etwas lernen können“.

Für Prof. Baumöl „hört sich das nach viel interessanter Arbeit an“. Das bestätigt Olga Pirutckaia: „Ich bin jeden Tag in der Fertigung.“ Sie hat lange über das Praktikum nachgedacht: „Es war einer der interessantesten Punkte in dem Programm“, resümiert sie in perfektem Deutsch, „hier kann ich Erfahrungen sammeln und Neues für mich selbst finden“. Die Master-Studentin in Wirtschaftswissenschaft hat bereits einige berufliche Erfahrungen als Praktikantin bei deutschen Unternehmen in Russland gesammelt, sie war zudem als Austauschstudentin in Deutschland.

Auch Daria Koroleva war – unter anderem als Gastschülerin – schon mehrfach in Deutschland. In Russland hat sie im Hotel- und Tourismusbereich gearbeitet. Nun, nach ihrem Bachelorabschluss, ist ein Masterabschluss in Produktionsmanagement ihr Ziel: „Hier kann ich die Wirklichkeit sehen. Und Deutschland ist für mich sehr interessant.“

Praktikum ist ein Highlight in der Uni-Zusammenarbeit

„Das Praktikum ist tatsächlich ein Highlight in unserem Programm“, sagt Ulrike Baumöl. Sie freut sich darüber, dass die  Magnesita Refractories GmbH die Zeit „aufbringt, um unsere Praktikantinnen zu betreuen“. Die Inhaberin des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Informationsmanagement, hofft, dass „es zu beiderseitigem Nutzen ist“. Denn die deutsch-russische Kooperation lebe davon, „Zeit einzubringen!“

Weitere Kooperationen sind denkbar

Für Volker Büscher gab es verschiedene Gründe, die Anfrage von Dietmar Lutzny nach Praktikumsplätzen positiv zu beantworten: „Für uns ist es sehr interessant, jungen Menschen die Chance zu geben, bei uns ‚herein zu schnuppern‘. Und natürlich geht es auch um das Thema Mitarbeiterrekrutierung.“ Er kann sich vorstellen, mit der FernUniversität auch in anderen Bereichen wie bei Studienabschlussarbeiten zu kooperieren.

Quelle: Presseabteilung der FernUniversität Hagen

Links zum Thema:

Kooperation FernUniversität Hagen/Wirtschaftsuniversität St. Petersburg

Megnesita Webpräsenz

 

Unterstütze uns auf Steady

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here