Denise aus Lüdenscheid und Deborah aus St. Quentin vor einem Napoleon-Gemälde im Museum am Sauerfeld: Sie verkörpern ein Stück deutsch-französischer Freundschaft.

Denise aus Lüdenscheid und Deborah aus St. Quentin (Foto) verkörpern ein Stück deutsch-französische Freundschaft. „Ich lerne Deutsch und liebe Lüdenscheid“, sagt Deborah. Außerdem liebt sie das Reisen und ist gern in Deutschland. Ein offenes Bekenntnis der jungen Französin, die nicht zum ersten Mal in Deutschland ist. Zurzeit befindet sie sich wieder einmal im Zuge des Schüleraustausches zwischen den Staberger Gymnasium und dem Lycée et Collège und Henri Martin in St. Quentin in der Bergstadt.

Viereinhalb Wochen in Amiens

Denise besitzt große Sympathien für Frankreich. Am Geschwister-Scholl-Gymnasium hat sie einen Französisch-Leistungskurs belegt. Zusammen mit einer Lüdenscheider Schülergruppe war sie bereits einmal in St. Quentin. Amiens hat sie im Rahmen eines Individual-Austausches viereinhalb Wochen lang auf eigene Faust erkundet. „So konnte ich in einer französischen Familie den Alltag erleben und meine Sprachkenntnisse verbessern“, berichtet sie. Die gute persönliche Verbindung zu Gastgeberfamilie pflegt sie weiter.

Die beiden Schülerinnen und weitere Interessenten trafen sich am Mittwoch im Museum am Sauerfeld. Anlass war die neue Ausstellung „Wider Napoleon“ (noch bis 23. März 2014).

Geschichte ist eine Lehrmeisterin

Museumsleiter Dr. Eckhard Trox blickte in seiner Begrüßungsansprache zurück in die Zeit vor über 200 Jahren. Damals sei der aggressive Nationalismus entstanden, der Feindschaft zwischen die beiden Länder gesät habe. Die Ausstellung zeige die Ursache für diese Spannungen, präsentiere aber auch die positiven Folgen der Reformen, die die sogenannte Franzosenzeit in Südwestfalen hinterlassen habe. Beide Länder hätten aus Fehlern gelernt. „So ist die Geschichte doch eine Lehrmeisterin“, bekräftige der Museumschef.

Konrad Adenauer und Charles de Gaulle

Einen wesentlichen Beitrag zur Annäherung zwischen Deutschland und Frankreich hat das Deutsch-Französische Jugendwerk geleistet. Es ist aus dem sogenannten Élysée-Vertrag hervorgegangen und fördert den Austausch junger Leute aus beiden Ländern. Dieses Vertragswerk wurde am 22. Januar 1963 vom damaligen Bundeskanzler Konrad Adenauer und dem französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle unterzeichnet.

Schon acht Millionen junge Leute dabei

„Seit 1963 haben acht Millionen junge Leute an diesen Begegnungen teilnehmen“, berichtete Sabine Grundke. Sie ist Lehrerin für Französisch und Deutsch am Geschwister-Scholl-Gymnasium und zugleich zuständigen für die Koordination des Austauschs zwischen den Staberger Gymnasien und dem Lycée et Collège Henri Martin in St. Quentin. Das Jugendwerk verfügt in diesem Jahr über einen Etat von 22,8 Millionen Euro. Allein 2012 wurden 190 000 Aufenthalte junger Leute in Deutschland und Frankreich gefördert.

Rotary Club zählt zu den Geburtshelfern

Sabine Grundke bezeichnete Ernst-August Benfer als den „Vater“ des Austauschs zwischen Lüdenscheid und St. Quentin. Benfer war auch Gast der Veranstaltung im Museum. Zu den Geburtshelfern zähle auch der Rotary-Club.

Das Interesse an den jährlichen Austausch-Aktionen sei sehr groß, berichtete Sabine Grundke. Teilnehmen können Schülerinnen und Schüler ab Jahrgangsstufe 8, die zu diesem Zeitpunkt seit drei Jahren Französisch lernen.

Text und Foto: Wolfgang Teipel

 

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