Caritas-Direktor Hans-Werner Wolff mit Brigitte Hilbrandt, Klaus Seegmüller und Mechthild Böhringer. Das Trio ist seit 15 Jahren dabei. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. „Der Weg entsteht beim Gehen“ – das haben Mitarbeiter und Besucher der Caritas Tagesstätte für Menschen mit psychischen Problemen immer wieder erfahren. Am Freitag (7. April) feierte die Einrichtung an der Graf-von-Galen-Straße ihre 15jähriges Bestehen.

„Der Aufbau dieser Tagesstätte war gleichermaßen eine Herausforderung und eine Chance“, berichtete Sozialarbeiterin Brigitte Hilbrandt. Sie zählt zu den Pionieren ebenso wie Familienpflegerin Mechthild Böhringer und Ergotherapeut Klaus Seegmüller. Das Trio ist von Beginn an dabei. „Für uns war es ein Privileg, diesen neuen Weg zu gehen“, bekräftigte Brigitte Hilbrandt in dem Wortgottesdienst anlässlich des 15. Geburtstages.

Start im Jahr 2002 an der Wehberger Straße

Hans-Werner Wolff: Würden gern auch über 65-Jährigen die Chance zum Besuch der Tagesstätte geben. Foto: Wolfgang Teipel

Start mit zehn Besucherplätzen im Jahr 2002 an der Wehberger Straße. Wenig später wurden die Plätze bereits auf 20 aufgestockt. Im Juli 2002 nahm die Kontakt- und Beratungsstelle ihre Arbeit auf, im Oktober 2012 wurde das Angebot um das Betreute Wohnen erweitert, gleichzeitig zogen alle Angebote in das Martinus-Haus an der Graf-von-Galen-Straße um. „Schöner, größer und nah an allen Einrichtungen des Caritasverbandes“, sagte Caritas-Direktor Hans-Werner Wolff.

Sprung ins kalte Wasser

Der Start sei sicher für alle Verantwortlichen des Caritasverbandes ein Sprung ins kalte Wasser gewesen, erläuterte er. Die Tagesstätte sei vor 15 Jahren die einzige Einrichtung ihrer Arbeit im Märkischen Kreis gewesen. Inzwischen sei eine weitere Tagesstätte in Werdohl hinzugekommen.

Hans-Werner Wolff schlug aber auch kritische Töne an. Leider sei es bisher nicht gelungen, den Besuchern und Besucherinnen der Tagesstätte eine Perspektive geben zu können, wenn sie 65 Jahre und älter sein. Pläne lägen seit langem in den Schubladen der Caritas. Der Märkische Kreis als Kostenträger scheue die Unterstützung aus finanziellen Gründen.

„Wir sind bereit, neue Wege zu gehen“

Pastor Claus Optenhöfel hielt den Gottesdienst. Foto: Wolfgang Teipel

„Leider ist es aber so, dass sich psychische Erkrankungen nicht nach dem Alter unserer Besucherinnen und Besucher richten“, erklärte Hans-Werner Wollf. Auch über 65-Jährige müssten einen Anspruch auf adäquate Betreuung erhalten. „Wir sind bereit, mit unserer Tagesstätte neue Wege zu gehen“, betonte er.

Info: Die Tagesstätte ist für alle da, die sich oft allein und vom Alltag oder vom Leben überfordert fühlen und denen soziale Kontakte fehlen. In der Tagesstätte können sie Kontakte knüpfen, in entspannter Atmosphäre Alltag in der Gemeinschaft erleben, neue Motivation entwickeln und ihre lebenspraktischen und kreativen Fähigkeiten einbringen und erweitern. Der Erfolg gibt der Tagesstätte recht. Bis heute haben 183 Besucher unterschiedlich lange Zeiten in der Einrichtung verbracht.

Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag von 7.30 bis 16 Uhr und Freitag von 7.30 bis 12 Uhr.

Kontakt: Caritas-Tagesstätte, Graf-von-Galen-Straße 6, 58509 Lüdenscheid, Telefon 02351 905060, tagesstätte@caritas-luedenscheid.de

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