Der Vorstand der neuen SPD-Arbeitsgemeinschaft "Migration und Vielfalt": Vorsitzender Güner Cebir, Beisitzer Tan Göbenli und Karin Hertes, 2. Vorsitzende Evangelia Kasdanastassi und Ali Dogan, Vorsitzender der SPD-Landesarbeitsgemeinschaft "Migration und Vielfalt". Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Der Name als Nachteil: Jugendliche mit Namen, die nach Migrationshintergrund klingen, müssen deutlich mehr Bewerbungen schreiben, um zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden, als ihre deutschen Altersgenossen. „Das ist diskriminierend“, sagt Ali Dogan, Landesvorsitzender der SPD-Arbeitsgemeinschaft „Migration und Vielfalt“.  „Und es gibt noch mehr Hinweise auf strukturelle Diskriminierung“, berichtete er bei einem Informationsabend, zu dem die Arbeitsgemeinschaft „Migration und Vielfalt“ des SPD-Stadtverbandes Lüdenscheid eingeladen hatte.

„Was bringen sie uns?“

Zwar wandele sich die Sichtweise auf Migranten langsam. Noch vor Jahren seien Menschen mit ausländischen Wurzeln unter rein wirtschaftlichen Aspekten bewertet worden. „Was bringen sie uns?“ Noch immer würden Migranten in einem Atemzug mit anderen benachteiligten Gesellschaften genannt. Dabei säßen doch alle in einem Boot. „Wichtig ist die gegenseitige Anerkennung.“ Migranten und Deutsche müssten aufeinander zugehen, damit die Gesellschaft zusammenwachse.

Tendenz abnehmend

Ali Dogan räumte aus seiner Sicht mit dem Vorurteil auf, dass Deutschland es mit einem Migrantenstrom zu tun habe. „Zurzeit leben rund 16 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland. Die Tendenz ist aber abnehmend.“ Die Kinder von Zuwanderern seien schließlich keine Migranten.

Er selbst sieht sich als Deutscher. Seine Eltern sind zwar türkischer Herkunft. Dogan ist aber in Herford geboren und in Deutschland aufgewachsen. Er studierte von 2002 bis 2006 Rechtswissenschaften an der Universität Bielefeld. 2009 legte er sein 2. Staatsexamen ab und ist seitdem Volljurist. Seit Juli 2010 arbeitet er im Rang eines Regierungsrates im NRW-Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales.

Neue Sichtweisen

Innerhalb der SPD, die lange keine klare Position zum Thema Migration bezogen habe, stelle er jetzt Veränderungen zum Positiven fest, sagte Dogan. „Die vor drei Jahren eingerichtete Steuerungsgruppe bewirkt neue Sichtweisen.“ Mehrstaatlichkeit, kommunales Wahlrecht, das Eröffnen von Bildungs- und Aufstiegschancen und die Öffnung aller gesellschaftlichen Gruppen für Migranten, seien in der Partei keine Streitpunkte mehr.

Er selbst habe mit seinen türkischen Familienwurzeln und seiner deutschen Staatsangehörigkeit kein Problem, betonte Ali Dogan. „Für mich kann auch jemand Deutscher sein, der zum Frühstück Oliven und Ziegenkäse isst.“

 

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