Dankbar wurde das neue Angebot von den Senioren angenommen. Foto: Parnemann

Lüdenscheid. Mal kurz in die Stadt fahren. Das ein oder andere einkaufen vielleicht spontan einen Happen essen oder mit Bekannten zu einem Plausch treffen. Herrlich, wenn man dann noch in unmittelbarer Nähe zur Innenstadt wohnt. Kurze Wege machen das alles gleich noch viel angenehmer. Ungut wer trotz Nähe zur Innenstadt nicht in der Lage ist diese auch zu besuchen. Zum Beispiel weil man ein gewisses Alter erreicht hat, in dem Treppen ein großes Hindernis darstellen oder steile Berge Richtung Innenstadt nicht mehr zu bewältigen sind.

Marktbus schafft Abhilfe

Auch an Markttagen ist für die zahlreichen Bewohner des Wohngebiets rund um das ehemalige Amtsgericht der Gang in die Stadt eine Qual. Beheimatet sind hier viele Senioren. Menschen, die hier in Seniorenwohnstätten leben, welche sich hier angesiedelt haben. Circa 60 Wohneinheiten gibt es pro Einrichtung. Eine Menge Menschen, die dennoch selbstbestimmt ihren Tag gestalten wollen. Problematisch sind im gehobenen Alter aber Berge und Treppen. Doch nur über diese führt der Weg in die Stadt. Ein spontaner Besuch auf dem Wochenmarkt? Undenkbar. Abhilfe schafft da nun der neu eingerichtete Marktbus, der am Mittwochmorgen seinen Betrieb aufgenommen hat.

Fahrten an Markttagen

Die Haltestelle des Marktbusses am "Haus Toscana". Foto: Parnemann
Die Haltestelle des Marktbusses am „Haus Toscana“. Foto: Parnemann

Mittwochs und Samstags, also zu den üblichen Markttagen, fährt der Bus von Manß-Reisen Richtung Sauerfeld. Start ist am „Haus Toscana“ wo hierfür extra eine Haltestelle ausgewiesen wurde. Um 10:00 und um 13:00 Uhr können Fahrgäste das Angebot Richtung Sauerfeld in Anspruch nehmen. Hier hält der Bus dann an der Haltestelle vor der Volksbank. Von hier tritt der Marktbus auch seine Rückfahrt zum „Haus Toscana“ an. Und zwar um 13:10 oder 16:05 Uhr. Pro Fahrt kostet der Fahrgäste 1€. Zwölf Senioren nahmen das neue Angebot zum Start dankbar an.

Angebot lag Bürgermeister am Herzen

„Den Anstoß für das Projekt gab eine ältere Dame, die bei mir in der Sprechstunde war, aber leider heute nicht hier ist“, erklärte Dieter Dzewas. Man habe dann Gespräche mit der MVG geführt, um zu schauen, ob man eventuell eine neue Linie für Markttage ins Leben rufen könnte. Dies scheiterte laut Dzewas allerdings sowohl an den Kosten als auch an der Tatsache, dass die Straßen rund um das Amtsgericht für einen großen Linienbus der MVG zu eng gewesen wären. Das Thema sollte dann eigentlich schon als „nicht machbar“ zu den Akten gelegt werden. Dann jedoch trat Dzewas an Frank Wiemer vom STL heran. Wiemer sollte schauen, ob er nicht eine Lösung für die Umsetzung finden könne. Und das hat er. Zusammen mit dem Busunternehmer Manß wurde so der „Marktbus“ ins Leben gerufen.

Der Bus bietet auch Platz für Rollstühle und Rollatoren. Für das Projekt stehen im Haushalt einmalig 10.000 Euro bereit, um den Betrieb für ein Jahr zu gewährleisten. Wird der Marktbus dann gut angenommen und ausgelastet könne man auch daran denken, die Route auf andere Stadtteile auszuweiten.

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