Der Gospelday in Lüdenscheid: Ein voller Erfolg! Hier der Chor RISECORN und im Vordergrund v.l.n.r. Uwe Schulz vom WDR 2, Matthias Kleiböhmer von der Creativen Kirche Witten und Jutta Beißner, die zusammen mit Andreas Wolf den Tag hauptverantwortlcih organisierte. Fotos: Kannenberg Design& Kommunikation.

Lüdenscheid. Gospelday 2015. Was für ein wunderbarer Tag. Alles klappte wie am Schnürchen und selbst das Wetter machte mit. Punkt 12 Uhr riss die Wolkendecke auf, die Sonne schien auf die SängerInnen und es wurde noch einmal angenehm warm. Überall nur zufriedene glückliche Mitarbeiter und begeisterte Besucher. Und gut besucht war er, der diesjährige Gospelday auf dem Sternplatz. Mehrere Tausend Lüdenscheider frequentierten den Platz mit der großen Bühne und dem bunten Treiben an diesem Tag. Der Strom an Menschen, die das Fest besuchten, riss nie auch nur eine Minute ab.

Es gab im Vorfeld Platz, der gefüllt werden wollte

Das Restaurant Ciccolina war ebenso dabei wie der STOCK, der Lion´s Club und Karolina´s Kunst & Musik Café.
Das Restaurant Ciccolina war ebenso dabei wie der STOCK, der Lion´s Club und Karolina´s Kunst & Musik Café.

_DSC0176Und was gab es dort alles zu sehen und zu erleben. Den Gospelchor Risecorn unter der Leitung von Markus Opderbeck z.B., dessen Mitglieder Jutta Beißner und Andreas Wolf den Gospelday seit Mitte 2014 hauptverantwortlich organisiert hatten. Zusammen mit ihrem Chor, der den beiden tatkräftig zur Seite stand, dem Schirmherrn Landrat Thomas Gemke sowie der evangelischen Gemeinde Oberrahmede mit ihrer Pastorin Monika Deitenbeck.

Als ich die Organisatoren bei einem ersten Pressetermin im Frühjahr kennenlernte, war jedoch noch nicht klar, dass sich letztendlich so viele Menschen aktiv an diesem Gospelday beteiligen würde. Damals waren noch viele Fragen offen, bzw. es gab noch eine Menge Platz auf dem Sternplatz, der gefüllt werden wollte.

Ein Tag im Zeichen der Hilfe

Nachdem wir uns sehr schnell darüber einig waren, dass wir uns alle mochten und Vertrauen zueinander hatten, war der nächster Schritt, unsere Bekannten und Freunde einfach einmal zu fragen, ob sie nicht Lust hätten, diesen Tag ebenfalls zu unterstützen. Ein Tag, der ganz im Zeichen der Hilfe für „Brot für die Welt“ stehen sollte und der den Einsatz für mehr Gerechtigkeit und gegen Hunger, Armut und Sklaverei zum Inhalt hatte. Keiner hätte wohl damit gerechnet, wie brandaktuell dieses Thema am 19.9.2015 sein würde.

Millionen Menschen auf der Flucht

Der Sternplatz war voll.
Der Sternplatz war voll.

2014 sah man lediglich einen kleinen Schatten der großen Flüchtlingsproblematik, die die westliche Welt gerade überrollt.

Wer hätte vor einem Jahr wissen können, dass allein Hundertmillionen Christen auf der Flucht sein würden, vertrieben von Isis, Boku Haram und Hamas. Dazu noch einmal die gleiche Anzahl an Moslems, Jesiden, Kurden und einfach nur ganz normalen Menschen, die nicht konform gehen mit dem Versuch durch Isis und Konsorten, weltweit ein mittelalterliches, totalitäres System zu installieren.

Dieser Gospelday war sicher seit seiner Gründung im Jahr 2011 durch Hans Christian Jochimsen der Brisanteste überhaupt, mit dem direktesten, persönlichsten Bezug der westlichen Hemisphäre zu den Problematiken einer Welt, die vollkommen aus den Fugen zu sein scheint.

Natürlich sang man zuerst einmal um 12 Uhr zusammen mit 20 anderen Nationen weltweit für Spenden ganz konkret für das „Happy Home“ in Bangladesh, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, Kindersklaven aufzunehmen, sie teilweise ihren Herren abzukaufen und ihnen innerhalb des Hauses ein Leben in Freiheit und Würde zu garantieren.

Keiner kennt die genaue Anzahl der heutigen Sklaven

Auch die jungen TänzerInnen treten ein für eine gerechtere Welt.
Auch die jungen TänzerInnen treten ein für eine gerechtere Welt.

Aber niemand konnte sich wohl davon freisprechen, dass an diesem Tag die Gedanken und Gebete auch bei den vielen anderen Menschen waren, die weltweit auf der Flucht sind vor Hunger, vor Armut und Terror, Folter und Tod.

Wie viele Menschen allein von Isis und Boku Haram im letzten Jahr versklavt wurden, die meisten davon Kinder, weiß niemand genau zu sagen. Wohl niemand in der westlichen Welt, der nicht getroffen war durch die Nachrichten, dass schon wieder 200 Mädchen aus ihrer Schule oder die Kinder einer ganzen Kleinstadt verschleppt wurden, um aus ihnen Sklaven und Kindersoldaten zu machen.

Schlimme Nachrichten, die auch den Organisatoren von Woche zu Woche mehr auf der Seele brannten. Man war sich einig. Hier sollte ein Zeichen gesetzt werden. Ein Zeichen der Menschlichkeit mit der Botschaft: Wir machen das nicht mit! Wir stehen auf gegen Ungerechtigkeit und Terror. Gegen Hunger und Armut. Gegen Verfolgung und Sklaverei. Wir schauen genau hin. Nicht weg.

Es war einfach, Helfer für diesen Tag zu gewinnen

Andreas Wolf (links) einer der HAuptorganisatoren des Tages zusammen mit dem Schirmherrn Landrat Thomas Gemke
Andreas Wolf (links) einer der Hauptorganisatoren des Tages zusammen mit dem Schirmherrn Landrat Thomas Gemke

Und so war es auch einfach, Helfer für den Tag zu gewinnen, die sich mit Freude am Gospelday beteiligen wollten. Ohne wenn und aber, ohne sich auch nur einmal darüber zu beklagen, dass es dabei um viel Vorarbeit ging und auch der Tag an sich für alle Risiken beinhaltete.

Würde das Wetter halten? Würden Menschen kommen? Würde alles glatt gehen bei der Organisation so vieler unterschiedlicher Menschen und Gruppierungen? Würden die Menschen die Botschaft verstehen und sie letztendlich mittragen?

Künstler und Gastronomen waren zahlreich dabei

Das Filmteam von Jamis Records, Ingo Starink und Michael Wirth, die den Gospelday per Kamera festhielten.
Das Filmteam von Jamis Records, Ingo Starink und Michael Wirth, die den Gospelday per Kamera festhielten.

Man hätte sich keine Sorgen machen müssen. Alles in allem wurden für den Tag nicht nur das Restaurant Ciccolina gewonnen, der STOCK, Karolina´s Kunst & Musik Café und die wunderbaren Frauen vom Lion´s Club Minerva.

Sondern auch der Schalksmühler Gospelchor Living Gospel, der Sänger Björn Bergs, der Gospelchor der Friedenskirche Letmathe, der Posaunenchor Oberbrügge und die Trommler der Musikschule Cofidato. Dazu die Gospel Kids und eine jugendliche Tanzgruppe, die zu Sister Act einen sehr gekonnte Choreografie tanzte.

Das Zelt der Künstler

Das Zelt der Künstler.
Das Zelt der Künstler.

Parallel dazu gab es ein Zelt der Künstler, in dem namhafte Lüdenscheider Künstler zum Teil live malten und Skulpturen erschufen.

Dazu das Filmteam um Ingo Starink und Michael Wirth von Jamis Records, die den Gospelday-Film drehten und etliche Fotografen, die den Tag auf Bildern und Videos festhielten.

Auch unsere TACH!-Redaktion ließ es sich nicht nehmen, nicht nur das Künstlerzelt zu betreuen, sondern auch fast vollständig anwesend zu sein und gemeinsam mit dem Fotografen Peter Dahlhaus die eine oder andere Foto-Aktion auf dem Platz zu realisieren.

Hochrangige Redner aus Politik, Kirche und Kultur

Andrea Wolf, Landrat Gemke, Jutta Beißner, Bürgermeister Dzewas und Superintendent Majoress. v.l.n.r.
Andrea Wolf, Landrat Gemke, Jutta Beißner, Bürgermeister Dzewas und Superintendent Majoress. v.l.n.r.

Dazu hochrangige Redner aus Politik, Kirche und Kultur, wie der Bürgermeister Dieter Dzewas, der Schirmherr Landrat Thomas Gemke, Superintendent Klaus Majoress, Matthias Kleiböhmer von der Creativen Kirche in Witten und Uwe Schulz von WDR 2.

Und natürlich jede Menge Helfer und Freiwillige aus der evangelischen Kirche Oberrahmede, die sich nicht nur um das abwechslungsreiche Kinderprogramm kümmerten, sondern auch um die Auf- und Abbauten, die Technik und überhaupt überall da waren, wo Not am Mann war. Und auch die eine oder andere kleine Beinah-Katastrophe ohne viel Wenn und Aber zu verhindern wussten.

Seite an Seite durch den Tag

Seite an Seite durch den Tag. Hier stehen allein drei Gospelchöre gemeinsam auf der Bühne.
Seite an Seite durch den Tag. Hier stehen allein drei Gospelchöre gemeinsam auf der Bühne.

Selten haben wohl so viel unterschiedliche Menschen mit solch unterschiedlichen Hintergründen so einträchtig und harmonisch Hand in Hand und Seite an Seite gearbeitet wie an diesem Tag.

Jutta Beißner, die als Moderatorin durch den gesamten Tag führte, saß dann auch mit den Worten „Ich kanns noch gar nicht richtig glauben. Wie schön ist das denn!“ irgendwann mit strahlenden Augen im Künstlerzelt und freute sich einfach gemeinsam mit den mitwirkenden Künstlern über diesen gelungenen Tag. Ein Tag, von dem wohl alle gehofft hatten, dass er gut werden würde. Aber doch die meisten nicht ansatzweise geahnt hatten, dass er einfach nur großartig werden würde.

Und die Lüdenscheider strömten derweilen aus allen vier Himmelsrichtungen auf den Platz. Als um 12 Uhr das extra für diesen Tag komponierte Lied „We are changing the world“ in strahlendem Sonnenschein gemeinsam mit über tausend Menschen auf dem Platz gesungen wurde, gab es sicher niemanden, der keine Gänsehaut hatte.

Es geht weiter

Wir machen gemeinsam weiter.
Wir machen gemeinsam weiter.

Und es geht weiter: Die Kunstwerke, die an diesem Tag entstanden sind, werden in dieser Woche noch im STOCK an der Knapperstraße ausgestellt.

Mit Bildern von: Yves Thomé, Christof Groll, Cornelia Ziemke Währer, Kristin Hartmannsberger, Anja Kowski, Iris Kannenberg, Christian Michael Donat, Ulrike Wagner, Torsten Sonneborn, Claudia Bäcker-Kirmse, Regina Lehmann, Dominik Ventura, Barbara Gehlhar, Dania Wippermann, Gabi Püttmann, Margrit Schneider, Reinhild Bauer. Insgesamt 17 namhafte Künstler haben Kunstwerke gespendet, die am 27.9. im STOCK zugunsten des „Happy Home“ versteigert werden. 

Gut die Hälfte der Kunstwerke steuern dabei die Künstler bei, die im letzten halben Jahr bei Karo und Ilias an der Werdohler Straße ausgestellt haben und deren direkt an das Café gespendete Bilder die beiden Betreiber dankenswerter Weise jetzt komplett in die Versteigerung für „Happy Home“ hineingeben.

Aktion beginnt um 10 Uhr

Der bekannte Poetry Slamer Marian Heuser wird durch die Versteigerung führen. Er spendete zudem zwei Fotos aus seinem Portfolio.
Der bekannte Poetry Slamer Marian Heuser wird durch die Versteigerung führen. Er spendete zudem zwei Fotos aus seinem Portfolio.

Beginn der Aktion ist 10 Uhr im STOCK mit einem Brunch. Ab ca. 13 Uhr darf dann gesteigert werden, der bekannte Poetry Slamer Marian Heuser wird die Versteigerung durchführen. Das Rahmenprogramm des Tages gestalten am Sonntag so wunderbare KünstlerInnen wie die Sängerin Julia Späinghaus zusammen mit dem Pianisten Axel Reichardt. Dazu gibt es zwei Lesungen der Schauspieler Gesa Dittmann und Christian Michael Donat.

Den Abschluss bilden die beiden Musiker Dieter Heinze und Pete Gere, zusammen Pay2Back.

Die Bilder und Skulpturen können seit 23. September im neu eingerichteten Galeriebereich des STOCK an der Knapperstraße 50 angeschaut werden. Oder direkt im Internet unter www.gospelday-luedenscheid.de

Die Strapazen haben sich gelohnt

Die Künstlerin Claudia Bäcker-Kirmse erschuf an diesem Tag dieses wunderschöne Herz.
Die Künstlerin Claudia Bäcker-Kirmse erschuf an diesem Tag dieses wunderschöne Herz.

Alles in allem haben sich alle Strapazen, die vielen, vielen Meetings im Vorfeld und die schlaflosen Nächte vor dem Gospelday mehr als gelohnt.

Diesen Gospelday werden sicher viele Lüdenscheider Gäste ebenso wenig vergessen wie die zahlreichen Mitarbeiter.

Und als der Tag dann pünktlich um 16 Uhr mit dem noch einmal gemeinsam gesungenen Gospelday Lied und dem Flug vieler weißer und grüner Luftballons in einen fast blauen Himmel endete, wussten die meisten: Wir sind nicht das letzte Mal hier beisammen. Wir machen weiter und geben nicht auf. Es lohnt sich einfach trotz aller Bedenken, immer wieder ein Zeichen zu setzen in und für diese Welt und ihre Menschen.

 

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