Giersch
Der Giersch gibt der Heilkunde so einige Rätsel auf.

Märkischer Kreis. Seit Urzeiten stellen Pflanzen die Nahrungsgrundlage für uns Menschen dar. Ebenfalls seit Urzeiten heilen Menschen mit der Kraft der Pflanzen. In Zeiten, in denen man alles im Supermarkt oder der Apotheke kaufen kann, ist das Wissen um Heil- und Wildkräuter und ihre Zubereitung fast verloren gegangen. Das ist bequem, macht aber auch in hohem Maße abhängig von den bestehenden Strukturen und dem herrschenden System. Selbst wissen und tun macht frei, stark und unabhängig. In einer neuen Serie stellt unserlünsche einige Heilpflanzen vor. Heute geht es um den Giersch.

Ein Rätsel für die Pharmakologie

Oh mein Gott, dieser Giersch…wenn von Giersch die Rede ist, ruft jeder gleich nach Hilfe. Hilfe, denn man wird ihn nicht wieder los. Hilfe aber auch, weil man Gicht- und Rheumabeschwerden loswerden will. „Der Giersch stellt die Pharmakologie vor Rätsel“, sagt Sonja Borner. Sie ist Heilpraktikerin und Lehrerin für Heilpflanzenkunde. In ihrer „Schule für Heilpflanzenkunde“ in Hückeswagen Niederlangenberg, treffen sich alle, die mehr über Pflanzen und ihre heilende Wirkung erfahren wollen.

Giersch bringt Linderung bei Gichtanfällen

Giersch wirke Harnsäure ausscheidend, bei Gichtanfällen bringe er Linderung, weiß Sonja Borner. Es bleibe ein Rätsel, warum. Man habe keine Inhaltsstoffe gefunden, die die Wirkung erklären. Dabei hat die Volksheilkunde auf seine lindernde Wirkung geschworen. Gicht, Arthrose und Rheuma, die Liste der Beschwerden, die er möglicherweise vertreibt, ist lang. Nicht umsonst heißt Giersch auch Zipperleinskraut. In der Gründonnerstagssuppe, die aus neun Kräutern besteht, hat er seinen festen Platz. Sie soll nach einem langen Winter die Lebensgeister wieder wecken.

Vergeblicher Kampf im Garten

Wehe, wenn der Giersch den Garten erobert hat. Dann kann man nur noch die Waffen strecken. Hilferufe bleiben ungehört. Der Kampf ist vergeblich. Traurig aber wahr: „Will man den Giersch wieder loswerden, hilft meist nur wegziehen oder aufessen“. Er kann wie Spinat gekocht werden. Schon die Steinzeitmenschen sollen ihn als Wildgemüse gegessen haben. „Giersch kann nicht oft genug in den Salat“, empfiehlt ihn Sonja Borner wärmstens. Er war bei einigen Königshäusern eine geschätzte Delikatesse. Die reifen Samen eignen sich als Gewürz. „Aus Giersch stellt man hervorragendes Kräutersalz her“, berichtet die Pflanzenexpertin. Die Mischung: wenig Salz und viel Pflanze.

Die Pflanzenlehrerin erinnert daran, dass die Natur die Menschen durch die gesamte Evolution begleitet hat. Sonja Borner: „Sie ist die Grundlage unseres Lebens. Wir sollten die Pflanzen schonend ernten und zum Erhalt ihrer Vielfalt beitragen.“ Informationen unter www.schule-heilpflanzenkunde.de

© Text und Foto: Elke Teipel

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