Jeweils zur vollen Stunde konnten die Besucher am Pfingstmontag die acht Stampfer der Knochenmühle in Aktion erleben. Fotos: Wolfgang Teipel

Meinerzhagen. Es ist kurz vor 17 Uhr. Anneliese Mallon steht hinter der Kuchentheke und schaut in die Kühlung. „Alles weg“, sagt sie. Die Besucher des Mühlentages 2014 haben in der Knochenmühle richtig zugelangt. Das Industriedenkmal im Ihnetal zog am Pfingstmontag wieder Hunderte von Besuchern an. Darunter Wanderer der SGV-Abteilung Meinerzhagen.



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Erneuerung Mitte der 80er Jahre

Die Truppe um Wanderchef Willi Müller ließ es sich im Sonnenschutz hinter der Mühle so richtig gut gehen. Schließlich stand wieder mindestens eine Stunde Fußmarsch an. Den Berg rauf, zurück zum Wanderparkplatz in Wilkenberg. Willi Müller begleitet die Geschichte der Knochenmühle schon seit Jahrzehnten. Er saß im Stadtrat und war stellvertretender Bürgermeister, als sich die Stadt Meinerzhagen, der Märkische Kreis, das Amt für Agrarordnung und das Westfälische Amt für Denkmalpflege entschlossen, das in Westfalen einmalige Denkmal zu sanieren.

Mitte der 80er Jahre war die 1837 errichtete Anlage verfallen. Über mehrere Jahre wurden unter anderem die Stampfer und das Wasserrad wiederhergestellt, der Teich neu ausgebaggert und das Wehr erneuert. Seit 1986 steht die Knochenmühle und ist seit 1989 wieder voll funktionstüchtig.

Stampfwerk in Aktion

Im Inneren der Mühle sind zahlreiche haus- und landwirtschaftliche Gerätschaften ausgestellt.
Im Inneren der Mühle sind zahlreiche haus- und landwirtschaftliche Gerätschaften ausgestellt.

Am Pfingstmontag konnten die Besucher das Stampfwerk jeweils zur vollen Stunde in Aktion sehen. Acht schwere Stempel zermalmen getrocknete Knochen, die übrigens gar nicht so leicht zu beschaffen sind. Die notwendige Antriebsenergie lieferte der Ihnebach, von dem ca. 250m von der Mühle entfernt Wasser abgezweigt und in einem Teich gestaut wird. In dem anschließenden Mühlengraben wird das Wasser seit der Renovierung unterirdisch weitergeführt und treibt auf der einen Seite des Gebäudes ein oberschlächtiges Wasserrad an, das mit einer Daumenwelle im Inneren der Mühle verbunden ist. Diese setzt die in einem Holzrahmen eingehängten Stampfer in Bewegung, die in einer vorgelagerten muldenförmigen Vertiefung die Knochen zerkleinern.

Beliebter Dünger

Seit 1989 ist die Mühle (hier das Wasserrad) voll funktionstüchtig.
Seit 1989 ist die Mühle (hier das Wasserrad) voll funktionstüchtig.

Das Knochenmehl streuten die Landwirte früher als Dünger auf ihre Felder. Auch heute noch ist es bei Hobbygärtnern beliebt. Viele nahmen am Pfingstmontag abgepackte Portionen mit nach Hause, um ihren Pflanzen etwas Gutes zu tun. Außerdem unterstützten sie mit dem Kauf die Interessengemeinschaft Knochenmühle. Diese Gruppe im Heimatverein Meinerzhagen pflegt das Denkmal und baut eine weitere Scheune zum landwirtschaftlichen Museum aus.

Ebenso begehrt wie das Knochenmehl waren die Forellen aus dem Räucherofen von Jürgen und Guido Müller aus Herringhausen. Die Brüder unterstützen seit vielen Jahren mit dem Verkauf der leckeren Fische ebenfalls die Erhaltung und den Ausbau der Anlage.

Die Knochenmühle ist jedes Jahr am Deutschen Mühlentag an Pfingsten und am Tag des Denkmals im September geöffnet. Außerdem veranstaltet die IG Knochenmühle hier ihren jährlichen Weihnachtsmarkt. Führungen können über die IG Knochenmühle (Kontakt: www.heimatverein-meinerzhagen.de) vereinbart werden.

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