Bei Demonstrationen in Lüdenscheid und Plettenberg wurde das Bleiberecht für die Familie Kaludra gefordert.

Lüdenscheid. Mit einer Kundgebung haben das Lüdenscheider „Bündnis gegen Rechts“ und der Verein „Plettenberger helfen“ am Freitagabend gegen die drohende Abschiebung der albanischen Familie Kaludra protestiert. Rund 50 Menschen nahmen an der Protestaktion in der Altenaer Straße teil.

Sejdi Kaludra und seine Familie: Sie drückten ihre Verbundenheit mit dem Märkischen Kreis aus.
Sejdi Kaludra und seine Familie: Sie drückten ihre Verbundenheit mit dem Märkischen Kreis aus.

Familienoberhaupt Sejdi Kaludra, der mit seiner Frau und zwei Kindern in Plettenberg lebt, sagte: „Ich danke Euch, dass Ihr alle gekommen seid.“ Seine Familie hoffe, dass die drohende Abschiebung ins Kosovo verhindert werden könne. „Die Verhältnisse dort sind schrecklich.“

Landrat soll Empfehlung der Härtefallkommission akzeptieren

Michael Thomas-Lienkämper von er Partei „Die Linke“ forderte Landrat Gemke auf, die Empfehlung der NRW-Härtefallkommission zu akzeptieren und der Familie das Bleiberecht zuzusprechen. „Diesen Ermessensspielraum hat der Landrat“, sagte Lienkämper.

Michael Thomas Lienkämper (am Megafon) forderte den Landrat auf, von seinem Ermessensspielraum Gebrauch zu machen.
Michael Thomas Lienkämper (am Megafon) forderte den Landrat auf, von seinem Ermessensspielraum Gebrauch zu machen.

Er hofft, dass die drohende Abschiebung zumindest so lange ausgesetzt werden kann, bis der Petitionsausschuss des NRW-Landtages über eine entsprechende Eingabe entschieden hat. Allerdings tagt der Petitionsausschuss erst wieder im Februar 2016.

Sejdi und Xhevahrie Kaludra flüchteten Anfang der 1990er Jahre vor dem Krieg im Kosovo als junge Leute nach Deutschland. Hier lernte sich das Paar kennen, zwei Kinder wurden geboren. Sejdi Kaludra hatte sogar einen Job. Ihr erster Antrag auf Asyl wurde allerdings ablehnt und mit einen zehnjährigen Einreiseverbot nach Deutschland verknüpft. 2004 wurde die Familie abgeschoben. Im Februar 2015 reiste die Familie wieder ein und stellte erneut einen Asylantrag. Dieser wurde allerdings ebenfalls ablehnt.

Weitere Aktionen angekündigt

Thomas-Lienkämper kündigte an, dass weitere Aktionen folgen werden. Am Dienstag soll um 19 Uhr auf dem Sternplatz eine Menschenkette gebildet werden. Am Donnerstag werden die Protestaktionen fortgesetzt. Zunächst werden Mitglieder des „Bündnis gegen Rechts“ um 16 Uhr an der Sitzung des Kreistages im Lüdenscheider Kreishaus teilnehmen. Um 19 Uhr ist eine Menschenkette in Plettenberg geplant. Sie soll vom Maiplatz aus in die Wilhelmstraße führen.

An der Verbindungsbrücke zwischen Rathausplatz und Stern-Center wurde eine großes Banner aufgehängt.
An der Verbindungsbrücke zwischen Rathausplatz und Stern-Center wurde ein großes Banner aufgehängt.

 

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