Wie fühlt man sich vor einem Rendezvous? Voller Erwartung wahrscheinlich und vielleicht auch ein wenig unsicher. Man muss ja mit Überraschungen rechnen. Die hielt am Samstagabend das „Rendezvous der Saiten“ in der evangelischen Kirche in Oberbrügge parat. Das Damen-Streichquartett „DASKwartett“ und Hajo Hoffmann, Deutschlands Crossover-Ukulele-Spieler Nr. 1, hatten sich verabredet,  ihr Publikum zu verblüffen. Eins vorweg: Es gelang.

Umdenken erforderlich

Wer von der klassischen Streichquartett-Besetzung (zwei Geigen, Violoncello und Bratsche) herkömmliche Kammermusik erwartet hatte, musste umdenken. DASKwartett spielt ausschließlich Eigenkompositionen und so erklang zeitgenössische Musik voller Ideenreichtum und feinnervigem Zusammenspiel. Hajo Hoffmann erweiterte die Besetzung in einigen Passagen des Konzerts mit seiner Ukulele zum Quintett. Und wie bei einem erfolgreichen Rendezvous sprang der musikalische Funke über.

Überzeugende Einheit

Antje Vetter (Foto oben), Sabine Rau, Beate Wolff und Anna Sophie Becker harmonieren nicht nur untereinander hervorragend. Sie bilden auch zusammen mit Hajo Hoffmann eine überzeugende musikalische Einheit. Das mag daran liegen, dass drei der Streicherinnen an ihren Instrumenten eine Jazz-Ausbildung absolviert haben. Lediglich Sabine Rau kommt von der Klassik. Ihr Faible für Punk-Musik zeigt, dass sie für neue Strömungen offen ist.

Universeller Anspruch an Musik

DASKwartett lockt zarte Töne aus seinen Instrumenten, es zupft und schlägt die Saiten und streicht mit dem Bogen auch mal über den Holzkörper der Instrumente. Das alles passt zu Hajo Hoffmanns universellem Anspruch an Musik. Hoffmann ist überall in der Welt der Musik zu Hause und baut Brücken zwischen den Genres. Er fügt sich als Teil des Quintetts in das spannende „Rendezvous“-Projekt ein und glänzt als Solist, wenn die Damen ihm den entsprechenden Freiraum lassen. So verbinden die Musikerinnen und Hajo Hoffmann Jazz, groovige Popsounds, folkloristische Impressionen, minimalistische Motive und zeitgenössische Musik zu einem homogenen Ganzen.

Ein „Gruß an die Leber“

Dazu kommt: DASKwartett und Hajo Hoffmann besitzen jede Menge Humor. „Ein Gruß an die Leber und Prost“ nennt DASKwartett einen seiner Titel. Da erklingen Anspielungen an die Weinseligkeit fröhlicher Zecher. Hajo Hoffmann geht drastischer vor. Beim Konzert in der Kirche verformte er das Kinderlied vom Bi-Ba-Butzemann zum „Poltergeist“, der in irren Läufen über die Saiten seiner Ukulele raste.

Den passenden Rahmen für das spannende Rendezvous lieferte der Förderverein der evangelischen Kirchengemeinde Oberbrügge. Er versorgte das Publikum in der Pause und nach dem Konzert mit einem liebevoll zubereiteten Imbiss und Getränken. So blieben am Samstagabend kaum Wünsche offen, auch wenn der ein oder andere Besucher gern auch mal Streichquartett-Klänge aus der Zeit der Wiener Klassik gehört hätte.

DASKwartett und Hajo Hoffmann geben ihr nächstes Konzert in der Region am 14. September auf Einladung des Vereins für Kunst und Kommunikation (KuK) in der Jesus-Christus-Kirche in Meinerzhagen.

Hajo Hoffmann gastiert mit seinem Soloprogramm „Ukulele – Sound & Voice“ am Freitag, 28. März, ab 20 Uhr in der Altenaer Burg Holtzbrinck.

www.hajohoffmann.com

www.daskwartett.de

 

 

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