Blick über das Werksgelände der Varta im Hagener Stadtteil Wehringhausen, aufgenommen 1962. Damals fertigte das Unternehmen in Hagen wieder U-Boot- und Torpedo-Batterien für die Bundesmarine und für ausländische Seestreitkräfte. Foto: Stadtarchiv Hagen

Hagen. Das Stadtmuseum Hagen wird derzeit neu konzipiert und ist voraussichtlich ab Herbst 2019 im Museumsquartier zu finden. Als einer der wichtigsten Arbeitgeber in Hagen und Umgebung werden auch Varta und EnerSys-Hawker in der ständigen Ausstellung vertreten sein. Neben Batterien für die erste elektrische Straßenbahn, Kraftfahrzeuge und den modernen ICE-Reisezügen der Deutschen Bahn werden auch Batteriezellen für U-Boote und eine Torpedobatterie gezeigt.



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Varta und EnerSys-Hawker

Ein besonderer Höhepunkt ist die 900 Kilo schwere Batteriezelle aus einem modernen HighTech-U-Boot der Klasse 212 A. Insgesamt besteht eine Batterie aus 432 Batteriezellen die insgesamt 420 Tonnen wiegen.
Hunderte Kilometer vom Meer entfernt gelegen, lässt sich ein Zusammenhang zwischen Hagen und den HighTech-U-Booten der Bundesmarine nicht erkennen. Doch Hagen ist bis heute dem Bau von U-Booten verbunden. Seit 1904 die damalige Akkumulatorenfabrik, heute Varta, in Wehringhausen eine Batterie für das schwedische U-Boot „Hajen“ lieferte, fahren nicht nur deutsche U-Boote mit Batterien aus Hagen. Die Fabrik in Wehringhausen fertigte auch für zahlreiche weitere Marinen weltweit U-Boot-Batterien.

International aufgestelltes Unternehmen

Seit Anfang des 21. Jahrhunderts fertigt EnerSys-Hawker auf einem Teil des früheren Varta-Geländes vor allem Fahrzeugbatterien. Die Konstruktion und Fertigung von U-Boot-Batterien gehört immer noch zum Lieferprogramm dieses international aufgestellten Unternehmens. Hatte die Akkumulatorenfabrik für mehr als ein halbes Jahrhundert in Deutschland das Monopol auf solche Spezialbatterien, so ist heute die Zahl der Anbieter auf dem globalen Markt für U-Boot-Batterien deutlich größer.
Die U-Boot-Klasse 212 A der Bundesmarine zählt seit ihrer ersten Fahrt 2005 zu den besten Unterseebooten der Welt. Angetrieben von Elektromotoren und außenluftunabhängigen Brennstoffzellen können die sechs deutschen Jagd-U-Boote wochenlang unter Wasser arbeiten. Die extrem leisen Motoren sowie die schalldichte Ausrüstung machen es schwer, ein U-Boot dieses Typs zu orten.

Stadtarchivar Andreas Korthals mit der 900 Kilo schweren Batteriezelle aus einem modernen U-Boot der Klasse 212 A. Foto: Stadtarchiv

432 Zellen, 420 Tonnen schwer

Für die Besatzung und ihr U-Boot ist vor allem die Batterie lebenswichtig. Im unteren Teil des Druckkörpers befinden sich in zwei Räumen insgesamt 432 Zellen der von EnerSys-Hawker aus Hagen gelieferten Batterie. Mit über 420 Tonnen Gewicht hat sie einen großen Anteil an den rund 1.830 Tonnen Gesamtgewicht des U-Boots. Die Batterie wird von den Brennstoffzellen aufgeladen, über einen ausfahrbaren Schnorchel kann sie aber auch bei Unterwasserfahrt durch einen Dieselmotor geladen werden. Neben der Energie für den PS-starken Elektromotor liefert die Batterie auch den Strom für das Bordnetz.
Hinweise zu den Fotos: Blick über das Werksgelände der Varta im Hagener Stadtteil Wehringhausen, aufgenommen 1962. Damals fertigte das Unternehmen in Hagen wieder U-Boot- und Torpedo-Batterien für die Bundesmarine und für ausländische Seestreitkräfte. (Stadtarchiv Hagen). Stadtarchivar Andreas Korthals mit der 900 Kilo schweren Batteriezelle aus einem modernen U-Boot der Klasse 212 A

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