Der Musikschulneubau (hier eins der Siegermodelle) passt und zwar nach mehrheitlicher Auffassung des Rates nicht nur in die Umgebung am Staberg, sondern auch ins neue Konzept für die Altstadt. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Der Rat hat sich am Mittwochabend bei einer Sondersitzung mit deutlicher Mehrheit (bei sechs Gegenstimmen) für den Neubau der Musikschule am Staberg und damit auch für die Fortführung des integrierten Handlungskonzeptes für die Altstadt ausgesprochen. Damit hat die Verwaltung insbesondere für den 6,1 Millionen Euro teuren Musikschulneubau den Rückenwind bekommen, den sie für einen klaren Auftritt gegenüber den Fördermittelgebern braucht. Das Herauslösen des Musikschulneubaus hätte die Umsetzung des Altstadt-Konzeptes verzögert oder möglicherweise komplett gefährdet.

Diskussion neu aufgeflammt

Die Diskussion um den Musikschulneubau, der fester Bestandteil für die Aufwertung der Altstadt ist, war neu aufgeflammt, nachdem bekannt geworden war, dass mittelfristig die Feuer- und Rettungswache am Dukatenweg durch einen Neubau ersetzt werden muss.

IHK Altstadt spielt wichtige Rolle in der „Vision 2020“

In der „Vision 2020“ der Lüdenscheider Visionäre, die sich in fünf Arbeitsgruppen darum kümmern wollen, die Attraktivität der Innenstadt zu verbessern, spielt das IHK Altstadt eine entscheidende Rolle. Das Engagement der rund 70 Vertreter aus dem Kreis Lüdenscheider Selbstständiger dürfe nicht infrage gestellt werden, verdeutlichte Willi Deneke, Sprecher der Lenkungskreises der Visionäre. Seit April 2016 arbeiten die Gruppen intensiv an Ideen und Konzepten. Anfang 2017 sollen sie in Buchform vorgestellt werden.

Matthias Czech: „Glaube an das Potenzial“

„Wir erwarten dass das IHK Altstadt umgesetzt und die Feuerwache gebaut werden“, appellierte Jürgen Gade von den Visionären an den Rat. Matthias Czech als Inhaber der Agentur „David & Goliath“, versicherte, Lüdenscheid habe großes Potenzial, das ausgebaut werden müsse, wenn die Stadt für Jugendliche und junge Familien attraktiv sein wolle. „Wir haben jede Menge Ideen, die in diesen Prozess einfließen könnten.“ Björn Jäger (Strodel & Jäger) forderte verbesserte Strukturen für die Fußgängerzone und den Einzelhandel. Er habe investiert, spüre aber gleichwohl, dass Kunden aus umliegenden Städten ausblieben. Es müsse mehr getan werden. Für die Appelle der Visionäre gab’s Beifall aus dem Publikum.

Weiterentwicklung auch ohne IHK Altstadt

Jens Holzrichter (FDP) glaubt, dass sich Gastronomie, Einzelhandel und Jugendkultur auch ohne das IHK Altstadt entwickeln können. Für die Liberalen sei das ein Projekt, das Lüdenscheid langfristig Jahr für Jahr mit rund 500.000 Euro Folgekosten belasten werde. „Das gefährdet eine solide Haushaltsführung“, bekräftigte er die Position, die die Liberalen seit 2014 zum neuen Altstadtkonzept und damit auch zum Musikschulneubau eingenommen haben.

 

Unterstütze uns auf Steady

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here