Das Luther-Pop-Oratorium in der Westfalenhalle Dortmund. Die Welturaufführung. Foto: Creative Kirche Witten. Alle anderen Fotos: Kannenberg Design & Kommunikation

Lüdenscheid/Halver/ Dortmund. Wer ist Luther? – Dieser Frage ging das Musical-Oratorium von Dieter Falk (Musik) und Michael Kunze (Text) nach, das am 31. Oktober 2015 Uraufführung in der Dortmunder Westfalenhalle feierte: Fast 16.000 Zuschauer erlebten die 12 Musicalsolisten (Frank Winkels, Andreas Wolfram, Sophie Berner, Paul Falk, Léon van Leeuwenberg, Stefan Poslovski, Stefan Stara, Andreas Kammerzelt, Bonita Niessen, Silke Braas, Lisa-Marie Selke und Michaela Schober) und die 3023 Sänger unter Regie von Andreas Gergen, der musikalischen Leitung von Heribert Feckler und umrahmt sowie in Szene gesetzt durch die Lichtgestaltung von Michael Grundner.

Das Luther-Pop-Oratorium – ein Projekt der Superlative

Dieter Falk, der Komponist und Michael Kunze, der Librettist, begrüßen die 3023 SängerInenn zur Kick-Off-Probe in der Westfalenhalle Dortmund
Dieter Falk, der Komponist und Michael Kunze, der Librettist, begrüßen die 3023 SängerInenn zur Kick-Off-Probe in der Westfalenhalle Dortmund

Die 40 Musiker vom Jungen Orchester NRW wurden von einer 6-köpfigen Band ergänzt, so dass rund 3200 Menschen das Musical gestalteten.

Die Uraufführung wies auf eine Hallen-Tournee durch Deutschland hin, die sich ab Januar 2017, im Jubiläumsjahr der Reformation, anschließen wird. Der Veranstalter ist die „Stiftung Creative Kirche“, die aus einem Gospelchor-Projekt entstanden ist. (Quelle: Creative Kirche)

Das Luther-Pop-Oratorium. Viel ist in den letzten Tagen darüber berichtet worden. In der Tagesschau, in der WDR-Lokalzeit, in allen Zeitungen und Portalen. Ein Ereignis der Superlative. Und mehrere Chöre aus Lüdenscheid und Umgebung waren dabei. So z.B. der Gospelchor „The Albert Singers“ unter der Leitung von Matthias Ortmann aus Halver und „Heavens Gate“ unter der Leitung von Christiane Langs-Blöink aus Lüdenscheid.

Fünf Jahre gingen ins Land

3000 Sänger, das erste MAl zusammen bei einer Probe. Kick-Off Probe im April 2015 in der Wstfalenhalle.
3000 Sänger, das erste Mal zusammen bei einer Probe. Kick-Off Probe im April 2015 in der Westfalenhalle Dortmund.

Ein Erlebnis, das niemand der Teilnehmer jemals vergessen wird. Fünf Jahre gingen ins Land von der ersten Idee Dieter Falks, „man könnte ja mal etwas zum Thema 500 Jahre Reformation auf die Bühne bringen“ bis zu ihrer Umsetzung.

Immer wieder Rücksprachen mit anderen Musikern wie Michael Kunze, den Dieter fragte, ob er nicht jemanden kennen würde, der das Libretto zu seiner Musik schreiben könnte. Und der dann einfach „ja, mich selbst“ dazu sagte.

Zwei Hochkaräter hatten sich gefunden. Zusammen haben sie 129 Goldene- und Platin-Schallplatten im Schrank. Michael ist Grammy- und Echo-Gewinner, Dieter saß zweimal in der POPSTARS-Jury zusammen mit Detlef D. Soost und Nina Hagen und castete dort solche Bands wie „Monrose“. Trotzdem, es blieben auch Zweifel. Würde man 3000 Sänger zusammen bekommen? Würden sie gemeinsam etwas auf die Beine stellen?

Einladungen wurden verschickt

Hauptprobe in der Grugahalle. Frank Winkels, der den Luther spielt hat Grippe.
Hauptprobe in der Grugahalle. Frank Winkels (mit grünem Schal), der den Luther spielt hat Grippe.
Hauptprobe in der Grugahalle.
Hauptprobe in der Grugahalle.

Bedenken, dass die Musik funktioniert, das Zusammenspiel, die Dirigenten, das Ensemble, die Solisten und der unglaubliche Kostenapparat, der von Nöten ist, um so ein Riesenprojekt auf die Bühne zu bringen.

Man schickte Einladungen raus. An die Gospelchöre dieses Landes. Und sie kamen. Aus allen vier Himmelsrichtungen.

85 Chöre nahmen an der Aufführung teil, dazu über 700 Einzelsänger. Darunter Chöre aus München, Stuttgart, Hamburg. Die erste Kick-Off Probe fand im April statt. Dafür ging vorher die Luther-CD mit den fertigen Songs, die auch von dem Lüdenscheider Sänger Björn Bergs mit eingesungen wurde, an die Teilnehmer.

Erste Kick-off-Probe in der Dortmunder Westfalenhalle

Vor der ersten großen Probe mit allen Teilnehmern hatte man gerade einmal zwei Wochen Zeit, um die Lieder einzustudieren.

Skepsis. Würde das klappen? Dann, bei den ersten Takten der 3000, die sie gemeinsam in der Westfalenhalle sangen, war klar: Das wird gewaltig. Und das wird richtig gut.

Die "Albert Singers" aus Halver. Zumindest die Tenöre. Vorne: Matthias Ortmann, der Chorleiter.
Die „Albert Singers“ aus Halver. Zumindest die Tenöre. Vorne: Matthias Ortmann, der Chorleiter.

Die drei Dirigenten, Dieter Falk, Christoph Spengler (der im Laufe des Projektes zum unbestrittenen Liebling aller SängerInnen wurde) und Matthias Nagel dirigierten zu diesem Zeitpunkt noch zum Playback.

Frank Winkels, der Luther-Darstellen war ebenfalls dabei, zusammen mit Michael Kunze und dem Regisseur Andreas Gergen. Danach viele Proben in den einzelnen Chören, jeweils vor Ort.

Am 25.10. dann die Hauptprobe, diesmal in der Grugahalle. Fazit: Ein kranker „Luther“, viele Patzer, Christoph, der alle Sänger nochmal richtig ran nahm und die Hoffnung, dass es schon irgendwie gut gehen würde.

Am 30.10. dann die Generalprobe mit Stellprobe und im Bühnen-Outfit. Dazu das komplette Sinfonie-Orchester, die Band, alle Solisten, die Technik und sämtliche Verantwortliche.

Die Technik klappt bei der Generalprobe nicht

Dieter Falk am Mischpult. Man sieht ihm die Anspannung an.
Dieter Falk am Mischpult. Man sieht ihm die Anspannung an.

„Luther“ ist gesund, der Chor ist fit, dafür lässt die Technik mehr als zu wünschen übrig. Viele gehen danach ins Hotel, denn nach Hause fahren lohnt sich nicht.

Am nächsten Morgen und gefühlten Null-Stunden Schlaf, sind alle wieder da. Jetzt steigt die Spannung langsam ins Unermessliche. Zwei ausverkaufte Vorstellungen.

Das wissen alle zu diesem Zeitpunkt bereits. Stellprobe und Einsingen. Christoph sehen alle das erste Mal in einem Hemd statt im Schlabber-T-Shirt.

Zwei Aufführungen in der Westfalenhalle

Generalprobe
Generalprobe
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Generalprobe Dortmunder Westfalenhalle.

Das Sinfonieorchester ist vollständig versammelt, die Band ist da, alle Solisten sind gesund. Welturaufführung.

UND: Die Technik funktioniert! Der Laser schießt Lichtblitze zum richtigen Zeitpunkt in die Halle und baut ohne ein einziges Problem einen riesigen „LUTHER“-Schriftzug über der Bühne auf.

Jeder einzelne Musiker, ob Chor oder Solist kann sich hören. Die Soundtechniker haben dafür zwei Nächte durchgemacht. Die vom Licht auch.

Jetzt gibt´s nur noch eines zu tun: Beten. Und das wird dann auch gemacht. 3000 Musiker stehen zusammen in einer Halle und beten das „Vater Unser“ unter der Leitung von Matthias Kleiböhmer von der Creativen Kirche. Gott sei mit uns. Gänsehaut pur.

Und dann gehts los. Aufstellen für die Bühne. Das sind 350. Die restlichen 2723 erklimmen die Ränge. Geordnet in Sopran1, Sopran2, Alt, Tenor, Bariton und Bass.

Denn: Das Luther Pop Oratorium wird sechstimmig gesungen.

7500 Menschen strömen in die Halle

Aufführung. Es ist voll. Blick von der Bühne aus.
Aufführung. Es ist voll. Blick von der Bühne aus.
Standing Ovations, fast eine halbe Stunde lang. Christoph Spengler, der Lieblingsdirigent des Chores ist genauso erleichtert, wie der rest der Mitwirkenden.
Standing Ovations, fast eine halbe Stunde lang. Christoph Spengler, der Lieblingsdirigent des Chores ist genauso erleichtert, wie der Rest der Mitwirkenden.

Das Publikum der ersten Vorstellung um 14 Uhr, über 7500 Menschen, strömt in die Halle. Dann geht es los. Und der Funke springt über. Hinter jedem einzelnen Lied Applaus, der immer stärker wird.

Am Ende: „Standing Ovations“ über den Schluss-Song und die Zugabe hinweg.

Fast eine halbe Stunde lang. Feiern, tanzen, toben. Die Halle steht Kopf.

Das Gefühl bei allen Musikern: Unfassbar. Das gleiche passiert bei der zweiten Aufführung.

Das Fernsehen ist da und überhaupt die Presse der ganzen Republik. Es gibt sogar einen Bericht in der „Tagesschau“. Dazu hochrangige Persönlichleiten aus Politik und Kultur. Wie der Bundestagspräsident Lammert oder Bundesgesundheitsminister Gröhe.

Alle Mitwirkenden können es kaum fassen. Mit SO einem Erfolg hat niemand gerechnet. Viele liegen sich in den Armen, überall nur strahlende Gesichter.

Beim Publikum UND bei den Mitwirkenden.

3000 Sänger feiern

After-Show-Party mit 3000 Sängern.
After-Show-Party mit 3000 Sängern.

Bei der After-Show-Party herrscht dann auch ausgelassene Stimmung.

3000 Sänger feiern. Das heißt: Tanzen bis zum Umfallen und mitsingen bei jedem Lied, das der DJ auflegt. Halle 2, zum Feiern hergerichtet, tobt. Als die Dirigenten noch dazukommen wird spontan der Luther-Eröffnungssong gesungen.

Später stoßen noch alle Solisten dazu. Man singt gemeinsam einen zweiten Song aus dem Pop-Oratorium. Das kann man nicht beschreiben. Eine Party, die niemand jemals vergessen wird.

Die Solisten geben Autogramme für die Chor-Mitglieder bei der After-Show-Party,
Die Solisten geben Autogramme für die Chor-Mitglieder bei der After-Show-Party,

Und dazu die Erkenntnis:
Da ist etwas Besonderes passiert.

3200 Menschen haben gemeinsam agiert
wie eine einzige Familie!

Katholiken, Lutheraner, FeG´ler, Menschen, die keinerlei Kirchen angehören, der jüngste sieben Jahre, der älteste 84 Jahre alt. Menschen aus allen Nationen, die gemeinsam in Deutschland leben. Zwei Sänger sind extra aus den USA angereist.

Man hörte nie ein böses Wort, kein Streit, kein Drängeln, kein Murren. Nur volle Konzentration auf das gemeinsame Projekt. Und auf die Liebe zu dieser gewaltigen Musik.

Wer diese Familie in Aktion erleben will: 2017 geht das Pop-Oratorium auf Tournee. Einmal quer durch Deutschland. Mitsingen kann man auch noch: Bei Interesse einfach anmelden unter www.creative-kirche.de. Ein einmaliges und außergewöhnliches Erlebnis. Ob auf der Bühne oder als Zuschauer.

 

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