Das Werk Lennestein der Firma Basse & Selve um 1910. Foto: Kreisarchiv

Märkischer Kreis. (pmk). 150 historische Fotos und Postkarten sind bei der Ausstellung „Kein schöner Land… Das Lennetal auf alten Fotos und Postkarten“ zu sehen. Sie wird am 16. April eröffnet.

„Kein schöner Land… Das Lennetal auf alten Fotos und Postkarten“ lautet der Titel der Ausstellung, die das Kreisarchiv/Landeskundliche Bibliothek des Märkischen Kreises vom 16. April bis 31. Juli 2015 im Kreishaus I an der Bismarckstraße 15 in Altena präsentiert. Ausstellungseröffnung ist am Donnerstag, 16. April 2015, 18.00 Uhr. Gezeigt werden rund 150 Fotos und Ansichtskarten aus Nachrodt-Wiblingwerde, Altena, Werdohl und Plettenberg, die zwischen 1887 und 1901 hergestellt wurden. Die Fotos sind nur ein Bruchteil der etwa 20.000 Einzelaufnahmen umfassenden Fotosammlung des Kreisarchivs und stammen von drei namhaften Fotografen aus Düsseldorf, Iserlohn und Lüdenscheid.

Fotografien waren seinerzeit noch sehr selten und so teuer, dass sich nur wenige Betuchte Portraitfotos leisten konnten. Landschaftsaufnahmen oder Stadtansichten, wie das Altenaer Kreisarchiv sie jetzt zeigt, kamen erst seit den 1880er Jahren in Mode. Nur in Großstädten konnte ein Fotograf ausreichend Aufträge bekommen, um davon leben zu können. Deshalb reisten Fotografen durch das Land und machten mit großformatigen Ortsansichten für ihre Kunst Reklame.

Wegen der extrem langen Aufnahme-Belichtungszeiten sind auf den Landschaftsfotos nur wenige Menschen zu sehen. Die Gegenden selbst sollten eindeutig „schön“ sein und zeigen deshalb eine Idylle, die es in dieser Form auch damals nur noch selten gab.

Anders Firmenfotos die Unternehmen wie Basse & Selve in Altena oder Carl Berg in Werdohl ab ca. 1910 in Auftag gaben. Die frühen Werksfotografien sollten vor allem eines demonstrieren: Größe und Produktivität der Betriebe sowie Fleiß und Betriebsamkeit der Arbeiter.

Ein besonderer Hingucker sind die zahlreichen bunten Ansichtskarten aus den Beständen des Kreisarchivs. Ansichtskarten wurden in Deutschland erstmals in den 1860er Jahren verschickt. Bunt illustriert mit den Sehenswürdigkeiten einer Stadt dienten sie dazu, den Lieben daheim oder in der Ferne Grüße zu übermitteln. Und zwar nur auf der Karten-Vorderseite! Die heute übliche geteilte Rückseite mit einem Adressfeld und Platz für Mitteilungen wurde nämlich erst 1905 von der deutschen Postverwaltung zugelassen.

Wie einige Ansichtskarten aus den Beständen des Kreisarchivs zeigen, verkauften Gaststätten und Hotels sie zu Werbezwecken – ein Hinweis auf den florierenden hiesigen Fremdenverkehr. Seit 1890 wurden gezeichnete Ansichtskarten meist nur noch für Glückwünsche oder Weihnachtsgrüße verwendet. Die Fotografie trat ihren Siegesmarsch als Postkarte an, konnte sie doch – wenn auch bisweilen ästhetisch geschönt – besondere Ereignisse realistisch wiedergegeben. Beispiel: Die Hochwasser in Altena 1909 und 1925, die auch damals schon „sehenswert“ waren.

Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper eröffnet die Ausstellung am Donnerstag, 16. April, um 18.00 Uhr. Ausstellungsmacher Diplom-Archivar Ulrich Biroth führt in die Ausstellung ein. Für die musikalische Begleitung sorgen Sopranistin Ricarda Woeste und Tzvetlanka Wiegand am Klavier. Die Ausstellung ist bis zum 31. Juli montags bis donnerstags von 8.30 bis 16.00 Uhr und freitags von 8.30 bis 12.00 Uhr zu sehen.

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