Wer das Glück hat direkt aus dem Haus heraus auf einen Waldrand schauen zu können, wird sie mit Sicherheit schon beobachtet haben. Denn das ist auch nicht schwer. In Parks, im Wald oder in Grünanlagen mit Baumbestand fühlen sie sich wohl – die Eichhörnchen. Doch was, wenn der Winter kommt und Schnee und Eis bringt?



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Unser flinker Kletterer – das Eichhörnchen – ist in Europa beheimatet. Es bewohnt Bäume und ernährt sich von deren Samen, welche ihre Nahrungsgrundlage bilden. Vor allem Mischwälder sind bei Eichhörnchen beliebt, da diese fast dauerhaft Nahrung zur Verfügung stellen. Doch auch Haselnüsse, Bucheckern, Knospen, Früchte, Wurzelknollen oder Pilze stehen auf dem Speiseplan. Manchmal fressen sie auch Insekten, Schnecken, Vogeleier oder Jungvögel.

Winterruhe statt Winterschlaf

Im Winter legen Eichhörnchen keinen Winterschlaf ein, sondern lediglich eine Winterruhe. Das bedeutet, dass sie wie wir zum Beispiel nur längere Schlaf- beziehungsweise Ruhephasen einlegen. Zwischen diesen Ruhephasen kann man sie dann beobachten, während sie auf dem Boden nach Nahrung suchen. Während der Winterruhe wird der Energiebedarf bei Säugetieren stark eingeschränkt – anders als beim Winterschlaf. Beim richtigen Winterschlaf wird zudem auch der Stoffwechsel drastisch eingeschränkt. Auch Braunbär, Dachs und einige Fledermäuse halten Winterruhe.

Wenn es im Winter stürmt, stark schneit oder nass ist, verlassen die Eichhörnchen ihre Nester nicht. Sie können mehrere Tage ohne Nahrung ausharren. In der kalten Jahreszeit legen Eichhörnchen zudem Vorräte an. Sie vergraben zum Beispiel Eicheln und Nüsse in unterschiedlichen Verstecken, die sie jedoch nicht immer wieder finden. Zusätzlich fressen sie im Herbst sehr viel, so dass sie ein dickes Fettpolster haben.

Das Winterfell

Die meisten von uns kennen das Eichhörnchen mit seinem hellroten Fell und der weißen bis cremefarbenen Brust. Doch im Winter verändert sich die Fellfarbe. Sie wird deutlich dunkler und kann sogar ins graue übergehen. An den Ohren bilden sich rotbraune Haarbüschel, die ca. 3,5 cm lang werden können. Auch die sonst nackten Fußsohlen weisen im Winter eine Behaarung auf.

Füttern durch den Menschen

Wenn der Boden im Winter aufgrund von Temperaturen unter dem Gefrierpunkt gefroren ist, wird die Lage auch für die Eichhörnchen langsam bedrohlich. Denn durch den Frost haben die Tiere erhebliche Probleme an Ihre Vorräte im Boden zu kommen. Tierliebe Gärtner können den possierlichen Tieren hier unter die Arme greifen und Futterstellen im Garten anlegen. Dabei sollte aber beachtet werden, dass Eichhörnchen außerhalb der Paarungszeit Einzelgänger sind. Wenn also mehrere Tiere in Ihrem Garten leben, sollten Sie daher auch mehrere Futterstellen anlegen. Ansonsten können Begegnungen untereinander schnell in wilde Verfolgungsjagden in den Baumkronen ausarten. Es gibt spezielle Futterspender, die nicht täglich befüllt werden müssen und die Arbeit für den Menschen so erleichtern.

Das benötigte Futter können Sie im Herbst auf Waldspaziergängen sammeln: Eichhörnchen fressen gerne Walnüsse, Haselnüsse, Eicheln, Bucheckern und Esskastanien, aber auch die Samen von Kiefern, Fichten und Tannen. Letztere bieten Sie den Tieren am besten mitsamt Zapfen an. Im Fachhandel können Sie für Eichhörnchen Sonnenblumenkerne, ungesalzene Erdnüsse und auch spezielle Futtermischungen kaufen.

Der Kobel – das Nest

Zur Winterruhe zieht sich das Eichhörnchen in seinem Nest zurück. Diese werden Kobel genannt. Dabei handelt es sich um hohlkugelförmige Bauten. Sie werden in einer Astgabel oder an der Basis eines Astes platziert, normalerweise in Höhen über sechs Metern. Der Durchmesser des Nestes beträgt etwa 30 bis 50 cm, während der Innendurchmesser bei 15 bis 20 cm liegt. Der Kobel wird aus Zweigen, Nadeln und Blättern errichtet, innen wird er mit Moosen, Blättern und Gras ausgepolstert. Er ist beinahe wasserdicht; durch die dicke Wandstärke bietet er im Winter einen guten Wärmeschutz. Die Kobel besitzen mindestens zwei Schlupflöcher, wobei eines davon immer nach unten weist, weil Eichhörnchen – anders als Vögel – von unten in ihre Behausung gehen.

Der Bau eines Kobels dauert etwa drei bis fünf Tage. Da es recht häufig vorkommt, dass die Tiere wegen Parasitenbefall oder Störungen umziehen müssen, bauen sie zwei bis acht Nester und nutzen diese stets gleichzeitig. Dabei wird unterschieden zwischen Schlafkobeln für die Nacht und Schattenkobeln für Ruhephasen am Tage.

 

Foto: Smit / shutterstock

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