Lüsterklemme
Christoph Reuter machte das Rennen um die Gunst des Publikums. Er ist der Gewinner der Lüdenscheider Lüsterklemme 2015.

Lüdenscheid. Ein Auftakt nach Maß. Am Freitag begeisterte der Pianist und Kabarettist mit seinem Auftritt das Publikum der Lüdenscheider Kleinkunsttage. In der umgebauten Garderobenhalle des Kulturhauses folgte ein Kabinettstückchen des Mannes am Klavier auf das andere. Zugleich nahm er sein Publikum mit auf eine unterhaltsame Reise durch Musikepochen und Musikgenres. So wurde Reuter ein heißer Anwärter auf die „Lüdenscheider Lüsterklemme“, den Kleinkunstpreis der Sparkasse Lüdenscheid.

„Ohne Proben ganz nach oben“

„Ohne Proben ganz nach oben“, witzelt Reuter. Das schaffen vielleicht andere. „Ein Popmusiker spielt von 50 000 Leuten fünf Töne. Ein Jazzmusiker spielt 50 000 Töne vor fünf Leuten.“ Wer mit Leidenschaft spielt, hat es eben schwer, auch wenn er wie Reuter auf eine fundierte Ausbildung genossen hat. Der Mann, der die Premiere der Lüdenscheider Kleinkunsttage 2015 gestaltete, studierte Jazzpiano und Musikpädagogik an den Musikhochschulen »Hanns Eisler« (Berlin) und »F.M. Bartholdy« (Leipzig). Er absolvierte sein Konzertexamen bei Prof. Richie Beirach (New York) und war Mitglied im Bundesjugendjazzorchester sowie Stipendiat der UdK Berlin. Reuter spielt mit Begeisterung und er begeistert.

„Alle meine Entchen“ auf Chinesisch

Eine Telefonnummer auf Zuruf aus dem Publikum reicht Christoph Reuter völlig aus. Er formt sie zu einem einfachen Klingelton und offenbart schließlich bei der Improvisation über die Mini-Melodie sein ganzes Können als Pianist.

„Alle sind musikalisch (außer manche) . . . „ heißt Reuters erstes Kabarett-Soloprogramm. Darin spielt er Beethovens Pathétique im Original, verjazzt und schließlich als Popsong. „Alle meine Entchen“ gibt’s in C-Dur sowie nach arabischer oder chinesischer Tonleiter gespielt. Zwölf Welthits in einer Minute, alle von nur vier Akkorden unterlegt, auch das schafft der Tausendsassa am Klavier.

„C-Kralle“ der Wundergriff

„Musik erklären zu wollen ist so als wolle man Architektur tanzen“, zitiert der charmante Plauderer den US-Komponisten und Musiker Frank Zappa. Er versucht es dennoch und serviert dem dankbaren Publikum eine humorvolle Doppelstunde über Wesen und Wirkung von Musik. Dabei verrät er einen Klaviergriff, mit dem man mühelos einen ganzen Popsong begleiten kann – die so genannte C-Kralle. Diesen Supergriff mit Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger auf den Noten EGC verteilte Reuter nach seinem Auftritt am Ausgang. So können auch Lüdenscheider jetzt mühelos nach den Sternen am Pop-Himmel greifen . . .

Lüdenscheider Lüsterklemme ein Preis der Sparkasse

Der Preis: Der von der Sparkasse Lüdenscheid gestiftete Kleinkunstpreis Lüdenscheider Lüsterklemme ist mit einem Preisgeld von 1500 Euro verbunden. Die Übergabe der Lüsterklemme als Trophäe, einer Urkunde und des Preisgeldes erfolgt immer im darauffolgenden Jahr bei einem erneuten Auftritt des Kleinkunstpreisgewinners im Kulturhaus. Der Sieger wird über eine Publikumsabstimmung ermittelt.

Der nächste der insgesamt fünf Kandidaten für die Lüsterklemme ist Olivier Sanrey (Auftritt am Sonntag, 22. Februar, 19.30 Uhr).

Tickets: Die Einzeltickets kosten 15 Euro. An der Abendkasse zzgl. EUR 0,50 wenn nicht anders angegeben.

Theaterkasse des Kulturhauses:
Tel.: 02351 / 171 299
Freiherr-vom-Stein-Str. 9
58511 Lüdenscheid

Ticket-Shop Lüdenscheider Nachrichten:
Tel.: 02351 / 158 333
Schillerstraße 20
58511 Lüdenscheid

 

 

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