Christian Michael Donat las Gruseliges in Karolina´s Kunst & Musik Café. Am "Bloody Friday". Fotos: Kannenberg Design & Kommunikation

Lüdenscheid. Bloody Friday. Der Titel des Abends war Programm. Bei gefühlten 80 Grad und schönstem Sonnenschein kamen am Freitag in Karos Kunst & Musik Café trotz der hohen Temperaturen viele Freunde des gepflegten Grusels zusammen, um dem Schauspieler, Synchronsprecher und Maler Christian Michael Donat bei seiner Lesung zuzuhören. Unterstützt wurde er bei dieser gespenstischen Reise durch die Literatur von Max Jalaly auf seinem Kontrabass.

Trotz Hitze eiskaltes Feeling

Er las z.B. Roald Dahl.
Er las z.B. Roald Dahl.

Mitgebracht hatte Christian zudem z.B. den britischen Romanautor Roald Dahl, der wohl jedem Fan des subtilen Horrors bekannt sein dürfte. Geschichten wie „Gelee Royal“ führten denn auch dazu, dass es dem Publikum trotz der Hitze eiskalt über den Rücken lief. Maßgeblich dazu beigetragen hat dabei sicher die Art wie C.M. Donat die Geschichten vorlas.

Seine Stimme, die ausgebildet und tragfähig nicht umsonst dazu führt, dass man ihn gern für die Synchronisation ausländischer Filme und Werbespots bucht, packte den Zuschauer ganz subtil beim Unbewussten und während man sich noch fragte, wo denn da der Grusel sein soll, standen einem schon die Haare zu Berge und der bestellte Aperol Spritzz schmeckte trotz Orangenscheibe plötzlich eher schal.

Die Welt der Imagination

Christian liest ganz unaufgeregt. Dafür packt es die Gäste umso mehr.
Christian liest ganz unaufgeregt. Dafür packt es die Gäste umso mehr.

Christian versteht es völlig unaufgeregt, den Zuschauer in die Welt seiner Geschichten zu führen, in denen man dann ohne Vorwarnung ganz unerwartet fest sitzt und sich darüber wundert, wie man hier wohl gelandet ist. Glücklicherweise führt er einen dann genauso wieder zurück in die Realität, macht ein, zwei Späße und alle sind ganz erleichtert zurück auf dem festen Boden der Tatsachen. Um sich umso begeisterter gleich wieder in die Geschichten und ihre Inhalte zu stürzen.

C.M. Donat hat die Gabe, sich selbst kaum dabei zu bewegen, man vergisst ihn fast als Person, in den Vordergrund tritt einzig seine Stimme, seine Persönlichkeit und die Fähigkeit, was auch immer gelesen wird, in den Köpfen der Anwesenden zu imaginieren.

Seine Gäste saßen dann auch zwei Stunden lang ganz still und lauschten den Geschichten im Wechsel  mit den gruseligen Melodien, die Max Jalaly seinem Kontrabass ergänzend entlockte. Der hatte sich zur Feier des Tages eine Krawatte mit tanzenden Skeletten umgebunden. Um dem ganzen Gegrusel noch ein wenig Nachdruck zu verleihen.

Max und Christian – ein eingespieltes Team!

Max Jalaly und Christian Michael Donat – ein gut eingespieltes Team.
Max Jalaly und Christian Michael Donat – ein gut eingespieltes Team.

Max und Christian erzeugten zusammen genau die Atmosphäre, die nötig ist, um ein Publikum bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen wie auf den Bahamas Düsternis und das eiskalte Feeling drohender Gefahr zu suggerieren.

Diese beiden Künstler sind ein eingespieltes Team und verstehen sich auch ohne Worte. Ein Blick reicht und jeder weiß genau, was er zu tun hat. Bei der mittlerweile zweiten Lesung von Christian im Karolinas bewies er auch diesmal wieder, dass er es einfach drauf hat. Ebenso wie Max Jalaly, der mittlerweile fast zum Inventar gehört. Die beiden garantieren allein und zusammen nicht nur einen kurzweiligen Abend, sondern auch die Gewissheit, dass hier zwei Künstler am Werke sind, die sich die Aufgabe gestellt haben, wohltuend durch Qualität und Tiefe zu überzeugen statt durch Oberflächlichkeit und Mainstream.

Intellektuell gefordert und trotzdem glücklich

Wer sich hier nicht gruselt, ist selber schuld. Selbst das Licht stimmte.
Wer sich hier nicht gruselt, ist selber schuld. Selbst das Licht stimmte.

Als Gast geht man deshalb mit dem glücklichen Gefühl nach Hause, nicht nur gut unterhalten worden zu sein, sondern zudem durch den intellektuellen Anspruch, den die beiden Künstler zweifelsohne an ihr Publikum stellen, sich selbst gefordert und das persönliche Wissen entsprechend erweitert zu haben.

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