Lüdenscheid. Folkig, rockig, mittelalterlich und dazu auch noch irisch ging es am Ostersonntag im Saal des Dahlmann zu. Gleich zwei außergewöhnliche Bands des „Folk in Rock“ gaben sich dort die Ehre.

„Celtic Voyager“, die Reisenden durch die Jahrhunderte

Eine Reise quer durch die Jahrhunderte.
Eine Reise quer durch die Jahrhunderte.

Den Anfang machte „Celtic Voyager“. Sprich, die „keltischen Reisenden“, deren Musikrepertoire tatsächlich so breit gefächert ist, dass sie den Zuschauer nicht nur auf eine musikalische Reise quer durch den englischsprachigen Raum mitnehmen, sondern ebenso gleich durch die letzten musikalischen Jahrhunderte. Vom Shanty „Drunken Sailors“ über Irish Folk und der mittelalterlichen Musik von „Stella Splendens“, bis hin zu „Lady in Black“ und „Whiskey in the Jar“, war alles dabei, was das Herz eines echten Fans alles Angelsächsischen höher schlagen lässt.

Unmöglich, nicht mitzutanzen

Unmöglich, sich von ihnen nicht mitreissen zu lassen.
Unmöglich, sich von ihnen nicht mitreissen zu lassen.

Unmöglich, nicht mitzutanzen bei Songs wie „Raggle Taggle Gypsy“, dem großartig arrangierten Opener. Das ganze getragen von den beiden wunderbaren Stimmen der Sängerinnen Christina Fassbender und Jeannette Scherff. Die beiden sind eine Einheit auf der Bühne, wie man sie selten unter Sängerinnen erlebt und ergänzten sich einfach perfekt. Sie sind sich wirklich zugetan und ziehen gesanglich an einem Strick. Was dem Gesang noch einmal einen spürbaren Kick gibt und der ganzen Band eine wirklich schöne und harmonische Gesamtanmutung.

Kraft und Dynamik bei Celtic Voyager

Eine Einheit auf der Bühne: Die zwei Sängerinnen!
Eine Einheit auf der Bühne: Die zwei Sängerinnen!

Unterstützt wurden sie von der Geige des Victor Müller von Klobuczinsky (Spektakulär!), Michael Maschek an den Keyboards und dem Akkordeon, sowie dem Gitarristen und persönlichen Ansprechpartner der Band, Detlef Förster, dem Bassisten Wolfgang Nikolaus und dem Schlagzeuger Andreas Grupé.

Zusammen überzeugen sie nicht nur durch ihr Können, sondern durch die Kraft und Dynamik, mit der sie einen Raum voller Gäste absolut in ihren Bann ziehen.

Niemand konnte sich entziehen

Niemand konnte sich dieser Darbietung entziehen. Alle waren begeistert. Wer eine Band engagieren will, die wirklich Stimmung macht und dabei ein ganz hohes Niveau bedient, dem seien die „Celtic Voyager“ wärmstens ans Herz gelegt!

Mythemia, die Weltenwanderer

"Mythemia", die Wanderer zwischen den Welten.
„Mythemia“, die Wanderer zwischen den Welten.

Nach diesem furiosen Einstieg war man zu recht gespannt auf „Mythemia“. Mythemia ist eine echte Mittelalterband, die zwar mit moderner Technik daher kommen, aber den Geist von Avalon, King Arthurs Tafelrunde und dem Mystizismus des frühen Mittelalters ansonsten authentisch lebt.

Hier grüßt die Anderswelt

Geheimnisvoll.
Geheimnisvoll.

Sie schreiben eigene Songs, voller spiritueller Tiefe mit sagenumwobenen Texten und zu Herz gehenden Melodien, die den Zuschauer zum Weltenbummler zwischen den Welten machen. Hier grüßen Anderswelt und Tolkiens graue Anfurten die heutige Moderne.

Ehe man es sich versieht, ist man schon ganz woanders und glaubt nicht nur an Selkies (schöne Meeresbewohner, die Menschen das Herz brechen), sondern ist davon überzeugt, dass einige davon sogar dort oben auf der Bühne stehen.

Anmutig und geheimnisvoll

Und sehr anmutig.
Und sehr anmutig.

Wirklich anmutig und sehr geheimnisvoll der junge Geiger der Band Van Thomas der Barde und die Sängerin und Gitarristin Shilan Anderson, die gemeinsam dafür sorgten, dass das Publikum ihnen sehr schnell irgendwie komplett zu Füßen lag. Lieder über Guardians und Weltenwanderer ganz allgemein und insbesondere kamen gut an bei den zahlreichen Fans, von denen viele im perfekten „Mythemia“ Outfit erschienen waren.

Schlachten zwischen Diggeriedoo und Gitarre

Eine echte Selkie, oder?
Eine echte Selkie, oder?

Captain Chris am Diggeriedoo lieferte sich zudem sehr ungewöhnliche instrumentale Schlachten mit dem gewaltigen Towky von Löwingen an der Gitarre.

Die Band wurde schlagkräftig unterstützt von einem „Kobold“ am Schlagzeug, der allen zeigte, dass Körpergröße nichts zählt, wenn die Ausstrahlung und das Können einen allein schon zum Riesen machen. Schön auch, dass die Band nicht nur angelsächsische Weisen sang, sondern auch die Sprache der Minne, nämlich deutsch, in ihren Texten celebrierte.

Ein gelungener Abend

Sie leben, was sie spielen. Mittelalter liebt Neuzeit...
Sie leben, was sie spielen. Mittelalter liebt Neuzeit…

Abschließend über diesen Abend ist zu sagen: Gelungen! Das ging ins Herz und auch in die Beine. Für jeden war dort etwas dabei. Ganz große Gefühle, ganz viel Spaß und Spannung, gekrönt von musikalischer Vielfalt und einem kreativen Feuerwerk, wie man es so geballt nur selten erlebt. Das Ambiente tat sein übriges dazu, der fast barocke Saal des Dahlmann unterstützte diese Reise durch die Jahrhunderte auch optisch mit Stuck, entsprechender Beleuchtung und viel Kerzenschein. Ein gelungener Abend und eines Ostersonntags mit seiner spirituellen Botschaft von Auferstehung und Überwindung des Bösen durchaus würdig.

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