Lüdenscheid/Märkischer Kreis. Am Freitag, 6. November, stimmt der Deutsche Bundestag über die Frage ab, ob und wie assistierter Suizid erlaubt werden soll.

Zur Debatte und der Abstimmung der verschiedenen Gruppenanträge im Deutschen Bundestag erklärt die SPD-Abgeordnete Petra Crone:

„In vielen Gesprächen und Podiumsdiskussionen in meinem Wahlkreis wurde regelmäßig darauf hingewiesen, dass keine gesetzlichen Änderungen notwendig sind. Im Gegenteil, durch neue Strafordnungen könnten gewissenhafte Mediziner sogar juristisch zur Rechenschaft gezogen werden. Ich möchte keinen Arzt oder keine Ärztin bestraft wissen, weil er oder sie Menschen auch im Rahmen ihres Sterbens hilft.

Aus diesem Grund schließe ich mich den Initiatoren des Antrags „Keine neuen Straftatbestände bei Sterbehilfe“ an.

Sterbende würdevoll begleiten

Bereits heute wurde mit großer Mehrheit das Gesetz zur Stärkung der Hospiz- und Palliativversorgung und damit ein wichtiger Baustein zur Versorgung schwerkranker und sterbender Menschen verabschiedet. Diese Hilfe wird nun – und das ist besonders wichtig für unseren ländlichen Raum in Südwestfalen – flächendeckend ausgebaut. Dabei steht im Mittelpunkt, die Schmerzen zu lindern und Menschen im Sterben würdevoll zu begleiten, in Pflegeheimen etwa oder Hospizen.

Matthias Heider lehnt gewerbsmäßige Sterbehilfe grundsätzlich ab

Eine klare Haltung hat auch der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Matthias Heider. Er lehnt es grundsätzlich ab, dass gewerbsmäßige Anbieter Menschen gegen Geld – zum Teil 7.000 Euro – Medikamente beschaffen können, damit diese Suizid begehen können.

„Ich lehne es grundsätzlich ab, diese Form der Sterbehilfe zu erlauben“, erklärte er. Ziel müsse es nach der Ansicht von Heider sein, die schwerstkranken und dadurch zum Teil hilflosen Menschen durch den Ausbau der Palliativmedizin und einer stärkeren Unterstützung der Hospizbewegung zu unterstützen.

Dr. Matthias Heider: Palliativmedizin ausbauen und Hospizbewegung stärker unterstützen.

Matthias Heider erklärte daher im Vorfeld, gemeinsam mit Bundeskanzlerin Merkel und über 170 weiteren Abgeordneten für einen Gesetzentwurf stimmen zu wollen, der unter Federführung des Bundestagsabgeordneten Michael Brand eingebracht worden ist. Der Gesetzentwurf wird auch von der katholischen und der evangelischen Kirche sowie der Bundes­ärztekammer unterstützt.

Neben diesem Gesetzwurf gibt es zwei andere Gesetzes­entwürfe, die den sogenannten assistierten Suizid, zum Teil durch Ärzte, erlauben wollen, bzw. ein neuer Antrag, der nichts an der geltenden Rechtslage ändern möchte.

CDU-Mann warnt vor „Dammbruch“

„Es wäre ein Dammbruch, wenn zukünftig der assistierte Suizid, wenn auch durch Ärzte, erlaubt würde“, warnte Heider.

Seiner Ansicht nach könnten durch diese Gesetze Schwache, Behinderte, Kranke oder Alte in eine Richtung gedrängt werden, weil sie sich als Last oder fehl am Platz fühlen. Kritisch sieht Heider auch den Wunsch einiger Abgeordneter, die bisherige Rechtslage aufrecht zu erhalten. „Damit können Vereine und Organisationen weiterhin Geld mit dem Todeswunsch anderer Menschen verdienen. Das darf nie passieren. Wir müssen Leiden lindern und uns nicht der Leidenden entledigen“, machte der CDU-Politiker seinen Standpunkt klar.

Hospize stärker unterstützen

Diese Punkte sieht Heider am besten im Entwurf von Michael Brand realisiert. Damit wird zukünftig bestraft, wer eine Suizidbeihilfe geschäftsmäßig anbietet, also damit Geld verdienen möchte oder es wiederholt anbietet. „Alle anderen Entwürfe weiten die Strafbarkeit entweder zu weit aus oder setzen sie zu sehr herab – beides sind keine guten Alternativen.“

Für Heider bedeutet es aber auch, dass die Palliativversorgung und die Hospize stärkere Unterstützung erfahren müssen. Die privaten ehrenamtlichen Hospizbewegungen und die Hospize im Sauerland leisten aus Heiders Sicht wichtige Arbeit. „Ich weiß, dass hier bei uns im Kreis bereits schon großartige Arbeit geleistet wird. Das müssen wir stärker fördern.“

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