Nahmen am ersten Stiftertreffen teil: Wolfgang Schumacher, Klaus Knobel Markus Hacke, Dagmar Plümer, Hans Bartholomay, Rolf und Arnhild Scholten sowie Stiftungsmanager Marcel Nüsgen. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Für Rolf und Dr. Arnhild Scholten ist die Sache klar: „Stiften und zu Lebzeiten erfahren, was daraus wird, das ist schon ein gutes Gefühl“, sagen die beiden, die schon vor einigen Jahren der Lüdenscheider Bürgerstiftung einen nennenswerten Betrag überwiesen haben. „Nebenbei gibt es auch noch interessante steuerliche Effekte“, schmunzelt Rolf Scholten. Die Scholtens, weitere Zustifter, der Vorstand der Stiftung und der Stiftungsrat wünschen sich, dass mehr Menschen in der Region so denken und die Lüdenscheider Bürgerstiftung unterstützen, die auch in Herscheid, Halver und Schalksmühle Gutes tut.

Mit 500.000 Euro gestartet

Am Dienstag, 19. April, trafen sich Zustifter, Sparkassenvorstand Markus Hacke als Vorstandsvorsitzender der Stiftung, Hans Bartholomay als Vorsitzender des Stiftungsrates und Dagmar Plümer (Stadtbücherei) zur ersten Stiftersitzung. Für Hans Bartholomay ist die vor 16 Jahren gegründete Stiftung eine Erfolgsgeschichte. Die 500.000 Euro Startkapital vom 17. November 2000 sind mittlerweile auf einen Kapitalstock von knapp sechs Millionen Euro angewachsen. Aus den Erträgen wurden seit Vereine, Einrichtungen und Organisationen in der Region gefördert. Im vergangenen Jahr setzte die Stiftung ein Zeichen und schüttete unter dem Strich 567.000 Euro aus.

Nachhaltige Investition in Bildung

Eine halbe Million davon ging als Spende der Sparkasse an alle allgemeinbildenden Schule in Lüdenscheid, Halver, Schalksmühle und Herscheid. Für Hans Bartholomay ein klares Statement für mehr Bildung. „Bildung ist eben die Grundlage für beruflichen Aufstieg und Erfolg“, sagte er am Dienstag.

Bartholomay wünscht sich noch mehr Stifter, weil er glaubt, dass noch mehr Gutes in der Region getan werden kann und muss.

Zustifter können selbst bestimmen

Das Ehepaar Scholten, Wolfgang Schuhmacher sowie Klaus und Anni Knobel haben als Zustifter eine besondere Stellung in der Bürgerstiftung. Sie können, wie alle, die über 50.000 Euro zur Verfügung stellen, selbst bestimmen, wohin die Erträge aus ihrem Kapital fließen. Scholtens beispielsweise haben sich die Stadtbücherei und die Musikschule ausgewählt, Wolfgang Schumacher das Museum.

Mittel für die Stadtbücherei

Dagmar Plümer, die Leiterin der Stadtbücherei, kann Jahr für Jahr fest mit dem Geld aus der Bürgerstiftung rechnen. Am Dienstag stellte sie vor, wie sie das Geld für Leseförderung bei Kindern und Jugendlichen einsetzt. Bei zahlreichen Veranstaltungen, so ihr Ziel, sollen Kinder und Jugendliche die Stadtbücherei als „besonderen Ort erleben, mit dem sie positive und lebendige Erinnerungen verknüpfen“. So organisiert sie von Autorenlesungen bis zum Lese-Karaoke, einer Art schnelles, unterhaltsames, abwechslungsreiche und interaktives Literaturkabarett, zahlreiche Veranstaltungen, die das junge Publikum begeistern. Selbstverständlich werden auch Arnhild und Rolf Scholten zu diesen Veranstaltungen eingeladen. „Wir sind immer wieder begeistert“, sagten beide am Dienstag. „Ein ganz wichtiger Aspekt: Rückmeldung zu Lebzeiten“, betonte Arnhild Scholten. Das erlebe ein Erblasser so nicht.

Stiftungsgedanke muss reifen

Klaus Knobel hat Verständnis dafür, dass Zustifter nicht scharenweise auf die Bürgerstiftung zukommen. „So ein Gedanke, der muss in Ruhe reifen. Das braucht Jahre“, sagte er.

Das Stiftungskapital, erläuterte Markus Hacke, sei langfristig und sicher angelegt. Trotz der derzeitigen Nullzinsphase sei für 2015 noch eine Gesamtrendite von 2,1 Prozent erzielt worden. „Ich bin sicher, dass wir vorerst weiter von solchen Renditen ausgehen können.“

Unbürokratische Abwicklung

Auch das könnte neben steuerlichen Vorteilen und einem unbürokratischen Verfahren Grund für potenzielle Geldgeber sein, die Stiftung zu unterstützen, glaubt er. Stiftungsmanager Marcel Nüsgen ist Ansprechpartner für jeden, der mehr zum Verfahren wissen möchte.

Die Stiftung werde weiter Wege suchen, sich in der Region bekannt zu machen, wurde bei der ersten Stifterversammlung angekündigt. Hans Bartholomay geht’s ganz pragmatisch an. „Lasst uns stiften oder besser zustiften gehen“, schmunzelte er am Dienstag. In diesem Sinn werden Vertreter der Stiftung weiter die Werbetrommel für die gute Sache rühren. Das neue Logo ist ein gutes Sinnbild dafür: Es heißt „Hand in Hand“.

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