Bürgermeister Ulrich Schulte ist zur Sprechstunde im Jugendzentrum. Foto: Bernhard Schlütter

Plettenberg. Mit einem Grußwort richtet sich Bürgermeister Ulrich Schulte zum Jahreswechsel an die Bürgerinnen und Bürger. Nach einem Jahr der Ungewissheit erwartet er für 2017 u.a. Entscheidungen über die Zukunft der Firma Dura in Plettenberg und des Kaufhausgebäudes am Maiplatz.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

das Jahr 2016 neigt sich dem Ende zu und das Jahr 2017 steht in den Startlöchern. Ich hoffe, dass Sie vor dem Jahreswechsel noch ein paar schöne Weihnachtsfeiertage im Kreise Ihrer Familie feiern konnten.

Das Jahr 2016 war ein Jahr der Ungewissheit für Plettenberg. Vor dem Jahreswechsel 2015/2016 wurden sowohl massive Entlassungen bei Dura als auch die Schließung des Real-Marktes verkündet. In beiden Fällen sind wir davon ausgegangen, dass 2016 dazu Entscheidungen getroffen werden, gleichwohl ob sie positiv oder negativ sein werden. Allen Erwartungen zum Trotz wissen wir heute immer noch nicht, ob und wie viele Mitarbeiter bei Dura entlassen und wie die Sozialpläne dafür aussehen werden. Ebenso ist immer noch kein Nachmieter für den Real-Markt gefunden, aber ein endgültiges Aus für das Gebäude ist auch nicht angekündigt worden. Was bleibt ist eine Ungewissheit, die vor allen Dingen für die betroffenen Menschen kaum hinnehmbar ist. Hoffen wir, dass uns 2017 Gewissheit bringt und die Entscheidungen in beiden Fällen positiv sind.

Geflüchtete Menschen integrieren

Eine gänzlich unerwartete Entwicklung hat der Flüchtlingszustrom genommen. Während Plettenberg Ende 2015 noch über 20 Menschen pro Woche zugewiesen bekam und die Schaffung von Unterkünften oberste Priorität hatte, ebbte dieser Zustrom im Januar plötzlich ab. Nur noch wenige Asylbewerber wurden im Jahr 2016 Plettenberg zugewiesen, meist waren es Familienzusammenführungen. Für eine vermeintliche Verschnaufpause blieb dadurch aber keine Zeit, da nach der Unterbringung und Versorgung nun die Integration auf dem Plan stand. Hier werden auch in 2017 weitere Anstrengungen nötig sein, damit aus geflüchteten Menschen Teile unserer Gesellschaft werden und sich nicht durch Ausgrenzung Parallelstrukturen entwickeln.

Dem Terror trotzen

Einen erschreckenden Abschluss fand das Jahr 2016 mit dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt. Dies hat uns alle betroffen gemacht und wir haben erkannt, dass der Terror uns erreicht hat. Doch im Grunde genommen war er nie weg. Wenn Rechtsextremisten Asylbewerberheime anzünden oder Linksextremisten Polizeiautos umwerfen, dann ist das für mich auch Terrorismus. Wir nehmen es nur nicht als solchen wahr, weil wir nicht zur Zielgruppe dieser Anschläge gehören. Erst die Bilder des Weihnachtsmarktes haben uns gezeigt, dass auch wir selbst betroffen sein können. Diese Erkenntnis führt vielfach zu Angst. Angst ist aber ein schlechter Berater. Es ist wichtig, dass wir der Toten und Verletzten von Berlin gedenken und nicht wortlos zur Tagesordnung übergehen. Uns aber von der Angst leiten zu lassen und zukünftig Menschenansammlungen zu meiden, ist der falsche Weg. Denn dann haben die Terroristen das erreicht, was sie wollten – unsere gesellschaftliche Struktur entscheidend gestört. Ich persönlich werde daher auch in 2017 Schützenfeste, P-Weg und kulturelle Veranstaltungen in unserer Stadt besuchen und würde mich freuen, viele von Ihnen dort zu treffen.

Aufräumen nach dem Feuerwerk

Zum Schluss noch eine persönliche Bitte: Feiern Sie den Jahreswechsel im Kreise von Familie, Freunden und Bekannten. Lassen Sie es im sprichwörtlichen oder übertragenen Sinn richtig krachen. Räumen Sie aber bitte Ihre Flaschen, Feuerwerksbatterien und sonstigen Müll von den Straßen und Plätzen. Der Baubetriebshof wird zwar in der Folgewoche die Straßenreinigung übernehmen, es bricht sich aber niemand einen Zacken aus der Krone, wenn er in der Silvesternacht oder am Neujahrstag schon mal den groben Müll beseitigt.

Ich wünsche Ihnen alles Gute für 2017, schöne Feiertage und einen guten Rutsch.

Ihr

Ulrich Schulte

Bürgermeister

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