Dagmar Plümer zeigt, wie Intelligente Regale jetzt die Rückgabe von Medien erleichtern. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Intelligente Regale und mit Scannern versehene Ausleihstationen machen’s möglich: Die Stadtbücherei Lüdenscheid wird dank RFID (Radio Frequence Identification) zur Selbstbedienungs-Bibliothek. Am Dienstag, 11. Oktober, nehmen die elektronischen Helfer ihren Dienst auf. An ihnen führt ab sofort kein Weg mehr vorbei. „Nur mit diesem modernen Ausleihsystem können wir unsere Öffnungszeiten halten“, sagte Bibliotheksleiterin Dagmar Plümer am Freitag. Mitarbeiter könnten sich jetzt mit anderen Arbeiten befassen.

Leicht zu bedienendes System

Das Zauberwort heißt „Selbstverbuchung“. Der Test am Freitag zeigte, wie es geht. Man stellt ein Buch oder ein anderes Medium in die Regale, die sich links im Eingangsbereich befinden. Antennen im Regal erkennen den Titel, der Bildschirm zeigt ihn an und die EDV pflegt das Medium in die Bibliotheksdatenbank ein.

Dagmar Plümer scannt an einer der drei Ausleihstationen Medien ein. Foto: Wolfgang Teipel
Dagmar Plümer scannt an einer der drei Ausleihstationen Medien ein. Foto: Wolfgang Teipel

Ebenso simpel ist die Ausleihe. Der Nutzer marschiert mit seinen Wunschmedien zur Ausleihstation (zwei im Empfangsbereich, eine in der Kinderbücherei), gibt sich mit seinem Ausweis zu erkennen, legt seine Medien auf einen Scanner, das Gerät registriert die Titel und auf einem gegenüberliegenden Bildschirm wird die Gebühr angezeigt. „Kinderleicht“, sagt Dagmar Plümer. „Die Kinder werden es lieben.“

Von Januar bis August jede Menge Handarbeit

Bevor das neue Technik-Wunder funktionieren konnte, war allerdings jede Menge Handarbeit nötig. Das 20-köpfige Bücherei-Team musste zunächst in Handarbeit rund 100.000 Medien mit den sogenannten passiven Transpondern versehen. „Das hat uns von Januar bis August ordentlich beschäftigt“, berichtete Dagmar Plümer. Alle anderen Arbeiten seien zurückgestellt und das Veranstaltungsprogramm ausgedünnt worden.

Aus Landesmitteln gefördert

Die Kosten der Umstellung bezifferte Dagmar Plümer mit rund 150.000 Euro. 80 Prozent wurden aus einem Förderprojekt des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW beigesteuert. Die reinen Baukosten von 55.000 Euro übernahm die Stadt Lüdenscheid. Das Geld reichte auch dazu aus, den zweiten Büchereingang an der Corneliusstraße zu öffnen.

Für die Umstellung waren gerade sechs Wochen Zeit einkalkuliert. Das Fazit von Dagmar Plümer: „Alles hat hervorragend geklappt. Die Mitarbeiter aller beteiligten Fachdienste sind in dieser Zeit zu einem tollen Team zusammengewachsen.“

Entlastung von Rücknahme- und Ausleihroutine

Für den ersten Öffnungstag nach der Umstellung erwartet Dagmar Plümer „eine Lawine“. Sie wird zu bewältigen sein. Die beiden Mitarbeiterinnen an der Empfangstheke, die jetzt an der Stirnseite der Eingangshalle platziert ist, fallen nämlich nicht weg. „Sie sind jetzt publikumspräsenter. Die Mitarbeiter können sich nun den Fragen der Besucher stärker widmen.“ Die Selbstbedienung mit RFID entlastet sie von der bisherigen Rücknahme- und Ausleihroutine.

Der neue Zugang von der Corneliusstraße aus. Foto: Wolfgang Teipel
Der neue Zugang von der Corneliusstraße aus. Foto: Wolfgang Teipel

 

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