Die Sopranistin Hye Jung Lee war der Star bei der "Proms Night" in der Stadthalle. Foto: Rüdger Kahlke

Meinerzhagen. Klassik, aber schwungvoll, im ersten Teil. Klassiker moderner U-Musik im zweiten Teil mit Stücken von George Gershwin und Leonard Bernstein. Großes Orchester und eine großartige Stimme. Die Philarmonie Südwestfalen nahm die Besucher in der Stadthalle Meinerzhagen mit zur „British Proms Night“.

Für die gab es auch ein Wiedersehen mit Russel Harris, der auf Einladung von KuK bereits etliche Neujahrskonzerte in Meinerzhagen dirigiert und moderiert hatte und der genau der richtige Orchesterchef für einen beschwingten Abend war, bei dem er Orchester und Publikum jederzeit im Griff hatte und aus den Fähnchen schwingenden Zuhörern im Saal einen großen Chor formte, der nach kurzer Übung auch ganz passabel „Rule Britannia“ mitsang.

Dirigent und Moderator

Zum elften Male sei er mit dem Orchester in Meinerzhagen, freute sich Russel Harris. Die Freude war auch auf Seiten des Publikums, ist der Dirigent doch ein Garant guter Laune, dessen Programm-Portfolio ein breites Publikum anspricht. Zum Auftakt gab es Edgar Elgars „Imperial March“ , geschrieben zum diamantenen Thronjubiläum von Königin Victoria 1897. Mit Donizettis Arie der Maria Stuart setzte die Sopranistin Hye Jung Lee in schlichtem, leuchtend rotem Abendkleid den nächsten Glanzpunkt. Die Koreanerin, die an der Kieler Oper den Kolloratur-Part der „Königin der Nacht“ singt, erwies sich mit ihrer klaren Stimme als Königin des Abends der „Proms Night“.

Publikum geht mit

Anders als in klassischen Konzerten, in denen Kenner ehrfürchtig den Klängen lauschen, waren bei der „Proms Night“, die ihre Vorbild in der britischen „Night of he proms“ hat, die alljährlich in der Londoner Royal Albet Hall Kult ist, durchaus Mitsummen und Bewegung angesagt. Schon vor der Pause wippten viele bei Rimsky-Korsakoffs „Neopolitan sog. Op. 63“ mit, in dem er das Hauptmotiv des neapolitanischen Volksliedes (Funiculi, funicula) verarbeitet hat.

Very british wurde es im zweiten Teil, der mit Stücken von Gershwin und Bernstein begann, dann aber im Zeichen englischer Titel und Komponisten stand. In den Pausen hatten die Kuk-Aktiven kleine deutsche und englische Flaggen verteilt, die bei „Rule Britannia“ und „Pop&Circumstance“ zum Einsatz kamen. Das war noch nicht die überbordende Stimmung, wie viele sie aus dem Fernsehen aus der Royal Albert Hall oder den deutschen „Night of the Proms“-Ablegern kennen, aber ein guter Anfang.

Tipp war Volltreffer

KuK-Vorsitzender Fritz Schmid zeigte sich hoch zufrieden, dem Tipp des Intendanten der Philharmonie gefolgt zu sein und das Orchester mit der „Proms Night“ nach Meinerzhagen geholt zu haben. Schade nur, dass viele Stühle leer blieben. Die, die da waren, erklatschten sich noch ein paar Zugaben und pfiffen beim River-Kwai-Marsch kräftig mit.

Bereits am 15. Januar gibt es Wiederhören mit der Philharmonie Südwestfalen – beim klassischen Neujahrskonzert.

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