Sechs Kilometer Breitband-Kabel will Unitymedia ab September in Neuenrade verlegen. Foto: Unitymedia

Neuenrade. „Schnelles Internet“ mit 400 MBit soll 2018 im nord-östlichen Bereich Neuenrades Richtung Friedrichstal für 435 Haushalte zur Verfügung stehen. Darüber informierten am 13. Juni 2017 Neuenrades Bürgermeister Antonius Wiesemann und Frank Schubert vom Anbieter Unitymedia. Der Kabelnetzbetreiber will für den Breitbandausbau im Neuenrader Wohngebiet rund 900.000 Euro investieren, so Unternehmens-Pressesprecherin Dr. Eva-Maria Ritter. Es sei eine Investition, die ohne staatliche Zuschüsse erfolge.

Unitymedia verlegt sechs Kilometer Kabel

Frank Schubert, Unitymedia Key Account Manager Kommunale Projekte. Foto: tft

„Voraussichtlich im September“, so Projekt-Manager Schubert beim Pressegespräch im Neuenrader Rathaus, werde mit den Bauarbeiten begonnen. Rund sechs Kilometer Leitungen sollen abschnittsweise verlegt werden. Je nach Fortgang der Arbeiten seien erste Hausanschlüsse noch in diesem Jahr möglich, sagte Schubert: „Über 200 Anlieger haben sich bislang für den Breitband-Anschluss entschlossen.“ Damit sei die angestrebte Quote noch nicht ganz erreicht, so die Unternehmensvertreter. Erfahrungsgemäß kämen weitere Abschlüsse dazu, wenn die Bauarbeiten im Gange sind. Sechs bis sieben Monate hat das Unternehmen für die Verlege- und Anschlussarbeiten veranschlagt.

Wer das Unitymedia Angebot nutzen will, zahlt aktuell eine Anschluss-Gebühr von 199 Euro. Damit einher gehe der Abschluss eines Vertrages über die künftige Kabelnutzung, berichtet das Unitymedia-Team. Minimum sei ein Zweijahresvertrag, der einen 120 Mbit Internet-Anschluss mit Telefon-Flatrate vorsieht. „Ein TV-Kabelvertrag ist nicht notwenig“, so Schubert. Der Kabel-Internet-Anschluss könne Download-Raten bis 400 Mbit bieten. Das sei „ein Vielfaches der Geschwindigkeit eines VDSL-Anschlusses“, setzt der Kabelnetzbetreiber darauf, Kundschaft mit besonderer Downloadgeschwindigkeit zu überzeugen. Das kommt denen entgegen, die mehr und mehr Mediatheken und Streamingdienste nutzen, um Filme und TV-Angebote zu individuellen Zeiten an Smart-TV, PC, Tablet oder Smartphone zu sehen.

Schnelles Internet ein wichtiger Standortfaktor

Antonius Wiesemann, Bürgermeister der Stadt Neuenrade. Foto: tft

Bürgermeister Antonius Wiesemann erläuterte, dass es den Neuenrader Verantwortlichen wichtig ist, beim Breitbandausbau voran zu kommen, unabhängig davon, mit welchem Provider das möglich ist. Unitymedia gehört in Neuenrade zu den Anbietern mit einem großen eigenen Netz, das 2750 Haushalte erreichen kann. Deshalb hatte die Stadt im vergangenen Dezember mit den Kabelnetzbetreibern zu einer Infoveranstaltung in den Kulturschuppen eingeladen. Über 100 Interessierte kamen, bekundeten Anschluss-Interesse. Mittels Vorverträgen versuchte Unitymedia den Investitionsaufwand abzusichern. 40 Prozent der Haushalte sind bei solch einer Planung die angestrebte Mindestzahl, berichtete Pressesprecherin Dr. Ritter auf TACH-Nachfrage.
Bürgermeister Wiesemann ist froh, dass das Projekt jetzt umgesetzt wird und in einem weiteren Teil Neuenrades für eine verbesserte Internetanbindung sorgt: „Das ist ein wichtiger Standortfaktor. Man kann gar nicht deutlich genug sagen, wie wichtig das für eine Stadt ist, nicht nur für Gewerbe und Industrie, auch für die Haushalte.“

Unterschiedliche Neuenrader Vorwahlbereiche sind ein Problem

„Einige Bereiche liegen noch im Argen“, sagte Antonius Wiesemann beim Pressegespräch über die weitere Verbesserung der Breitbandversorgung in Neuenrade. Probleme bereite unter anderem die technische Tatsache, das Neuenrade zu „zwei unterschiedlichen Vorwahlbereichen gehört“ – die 02392 für Werdohl und Neuenrade und die 02394 für Küntrop, Affeln, Altenaffeln und Blintrop.

Frank Mollitor, EDV-Systembeauftragter der Stadt Neuenrade. Foto: tft

Das führe dazu, erläuterte der städtische IT-Experte Frank Mollitor, „dass das im Küntroper Industriegebiet liegende Glasfaserkabel nicht fürs Neuenrader Anschlussgebiet genutzt werden darf.“ Da ist eine Verkabelung aus westlicher Richtung nötig.

Erschließung Industriegebiet soll in diesem Jahr kommen

Fürs Neuenrader Industriegebiet zeichnet sich eine baldige Verbesserung ab, so Mollitor. Noch in diesem Jahr solle die Breitband-Erschließung kommen, gefördert mit Bundesmitteln. Da ist man mit einem (anderen) großen Anbieter im Gespräch. Letzte Feinheiten seien noch zu besprechen.

Links zum Thema

Breitbandatlas NRW

TACH!-Bericht zur Förderung des Breitbandausbaus im Märkischen Kreis

come-on.de-Bericht zum Förderbescheid Breitbandausbau Neuenrade

Webseite der Telekommunikationsgesellschaft Südwestfalen

Unitymedia-Newsroom

Unterstütze uns auf Steady

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here