Hagen. Bis zu 50.000 Hagener waren heute Morgen (11. Oktober) ohne Strom. Für sie ging nichts mehr. Ein Schwelbrand in einem Umspannwerk im Bereich Donnerkuhle (Haßley) hat sie für Stunden von der elektrischen Versorgung abgeschnitten. Nicht nur die vielen tausend Haushalte waren betroffen, auch die Ampelanlagen und die Straßenbeleuchtung fielen aus; beim Bahnverkehr wurde die Regionalbahn Dortmund – Lüdenscheid in Mitleidenschaft gezogen, weil das Stellwerk in Rummenohl nicht funktionierte.

Kein Telefon, kein Internet

Das Telefonnetz einschließlich des Mobilfunks war ebenfalls teilweise zusammengebrochen, sodass eine Information weder über Telefon noch Internet möglich war. Die Feuerwehr hat auf diese Situation mit der Besetzung sämtlicher Feuerwachen mit freiwilligen Feuerwehrkräften reagiert. Die Polizei fuhr verstärkt in den betroffenen Stadtteilen Streife. Über 200 Notrufe waren bei der Polizei eingegangen; zum Teil hatten die Anrufer Terroranschläge befürchtet gehabt.

Viele tausend Haushalte betroffen

Der Stromausfall betraf im Wesentlichen Emst, Eppenhausen, Boloh, das Blumenviertel, Remberg, das Gerichtsviertel, das Fleyerviertel, Eilpe, Holthausen, das Volmetal mit Dahl, Priorei und Rummenohl sowie im Lennetal-Bereich Halden, Herbeck und Berchum. Im Volmetal war teilweise auch die Wasserversorgung unterbrochen, weil Pumpsysteme von der Stromversorgung abgetrennt waren. Dort sorgte die Feuerwehr mit Generatoren für schnelle Hilfe.

Hilfe aus Dortmund und Bochum

Der Brand selbst war nach einem Bericht des Internetportals „der westen“ gegen 5.55 Uhr in einem Schaltkasten in dem Umspannwerk ausgebrochen. Weil wegen der Technik im Umspannwerk das Löschen mit Wasser und Schaum nicht infrage kam, ließ die Feuerwehr Kohlendioxid, das den Sauerstoff verdrängt, in den Raum mit dem brennenden Schaltkasten strömen. Die 500 Liter CO2, die in Hagen vorrätig sind, waren schnell aufgebraucht, sodass die Feuerwehren aus Bochum und Dortmund für Nachschub sorgten, wie „derwesten“ berichtete. Zudem wurden umliegende Werksfeuerwehren um Hilfe gebeten. Nach einer Meldung des Westdeutschen Rundfunks ist ein Feuerwehrmann bei den Rettungsarbeiten verletzt worden.

Technik erst 2015 erneuert

Für das Versorgungsunternehmen Enervie war die Lage lange Zeit unübersichtlich, was die Dauer der Stromunterbrechung betraf. So konnte auch am Vormittag noch nicht gesagt werden, wann alle Haushalte wieder ans Netz gehen würden. Das war schließlich zum größten Teil in den Mittagsstunden der Fall gewesen. Durch Umschaltungen wurde die Stromversorgung in den verschiedenen Stadtteilen wieder aufgenommen, während im beschädigten Umspannwerk zurzeit nichts mehr läuft.

Wann es einen so großen Stromausfall in Hagen zuletzt gegeben hat? – „Seit langem nicht“, konnte sich Enervie-Sprecher Uwe Reuter gegenüber „derwesten“ an keinen ähnlichen Fall konkret erinnern. Die vom Brand betroffene Technik jedenfalls sei „nagelneu“ gewesen und erst im vergangenen Jahr im Umspannwerk eingesetzt worden.

 

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