So könnte der neue multifunktionale Platz an der Stadthalle aussehen. Foto: www.oben-an-der-volme.de

Meinerzhagen. Nach dem positiven Ratsbürgerentscheid im Dezember 2013 steht nun die Umsetzung des städtebaulichen Konzepts zur Gestaltung des zentralen, multifunktionalen Stadthallenplatzes sowie des damit im Zusammenhang stehenden Verkehrskonzepts an, das im Rahmen der REGIONALE 2013 entwickelt wurde. An die Verabschiedung anschließende Detailanalysen und -planungen haben nun ergeben, dass die Bodenbeschaffenheit im Bereich der neuen Verkehrsführung zusätzliche bauliche Maßnahmen erforderlich macht. Aufgrund dieser veränderten Ausgangssituation wird sich der zunächst für Herbst vorgesehene Baubeginn des Stadtplatzes auf Anfang 2016 verzögern. Das teilt die Stadt Meinerzhagen mit.

Für die Neugestaltung des Stadthallenplatzes sieht das städtebauliche Konzept eine angepasste Verkehrsführung vor: Da die bestehende vierspurige Straße „An der Stadthalle“ zurückgebaut und als Fläche dem neuen Platz zugeschlagen wird, wird vor den Baumaßnahmen an der Stadthalle eine neue Verkehrsführung mit einem Kreisverkehr am Knotenpunkt Lindenstraße/Brücke Birkeshöhstraße/Hauptstraße sowie mit der Stadthallenumfahrt als kleiner Umgehungsstraße umgesetzt. Diese wiederum wird mit zwei Brücken die Volme überquerbar machen, die ebenfalls vor dem Umbau des Stadthallenplatzes offengelegt werden soll.

Geologische Analysen

Für die anstehende Projektausschreibung wurde in den vergangenen Wochen eine präzise tiefbautechnische Ausführungsplanung angestoßen. Insbesondere vor dem Hintergrund neuer gesetzlicher Richtlinien zur Entsorgung anfallenden Bodenabhubs – hier wurden die abfallrechtlichen Bestimmungen deutlich verschärft – lag ein besonderes Augenmerk auf der Untersuchung der Bodenbeschaffenheit: So wurden die Bodenverhältnisse genauesten geologischen Analysen unterzogen.

Grenzwert überschritten

Die Untersuchungen der Bodenbeschaffenheit in der Umgebung der Stadthalle ergaben eine Grenzwertüberschreitung der Bodenbelastung, so dass Teile des Bodens gesondert entsorgt und Ausgleichsmaßnahmen im Bereich der neuen Straßen, der geplanten Stützwand entlang der Volme und Brücken durchgeführt werden müssen, um die Statik von Straßen, Stützwänden und Brücken abzusichern.

Kosten steigen

Die Ausschreibung selbst muss die neuen Rahmenbedingungen berücksichtigen. Dazu gehört nun auch die abfallrechtlich sachgemäße Entsorgung des Aushubbodens. Der Lösungsvorschlag der Stadt, hierfür den kurzen Weg zu einer nahegelegenen Deponie zu nutzen, liegt derzeit zur Entscheidung bei der Bezirksregierung Arnsberg. Neben den präzisen Bauarbeiten sind außerdem die Kosten zu bedenken: Diese liegen aufgrund der neuen Erkenntnisse über den ursprünglichen Schätzungen und damit auch über dem städtischen Haushaltsansatz. Da Ausschreibung und Projektbeginn noch nicht erfolgt sind, konnten weitere Fördermittel beantragt werden. Auch dies wird aktuell von der Bezirksregierung Arnsberg geprüft. Die ebenfalls beteiligte Obere Wasserbehörde hat – vorbehaltlich der Zustimmung durch die Bezirksregierung – bereits ihre Zustimmung zu einer weiteren Förderung gegeben.

Vorbereitende Arbeiten verschieben sich

Die Klärung dieser verschiedenen Aspekte bringt eine gewisse Zeitverzögerung mit sich, sodass mit Ausschreibungsbeginn ab Oktober zu rechnen ist. Dementsprechend wird der Baubeginn für die vor dem Beginn der Platzgestaltung notwendigen Arbeiten voraussichtlich aufgrund der Winterpause erst Anfang des kommenden Jahres starten können. Für die Stadt, die das Großprojekt nach dieser intensiven Planungsphase umsetzen wird, stehen bei der Realisierung Gewissenhaftigkeit und Verantwortungsbewusstsein vor reiner Zeittreue, denn nur so kann die Neugestaltung der Innenstadt bestmöglich geplant, finanziert und durchgeführt werden: „Wir haben uns bewusst für höchste Planungspräzision entschieden, um erst dann in die Ausschreibungsphase zu gehen, wenn alle – auch neue – Aspekte angemessen berücksichtigt sind“, so das Fazit von Bürgermeister Jan Nesselrath. „Indem wir statt auf Aktionismus auf Vernunft und gesunden Menschenverstand setzen, sind wir in der Lage, die verschiedenen Möglichkeiten abzuwägen und dann optimal vorzugehen.“

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