Beim Ortstermin an der Heinrich-Bernhard-Höhle stellten die beteiligten Behörden das Ergebnis des Wildkatzen-Nachweises vor Foto: Rüdiger Kahlke

Plettenberg. Das Wildnisgebiet um die Heinrich-Bernhard-Höhle hat  einen neuen Waldbewohner. Was Förster Markus Ingenohl schon vermutet hatte, ist nachgewiesen. Im Rombach-Tal streift zumindest eine Wildkatze umher. Die Fotofalle schnappte am 10. April zu.

Stefanie Funke (re.) fand bei Auswertung der Fotos den Beweis: Wildkatze im Rombach-Tal. Foto: Rüdiger Kahlke
Stefanie Funke (re.) fand bei Auswertung der Fotos den Beweis: Wildkatze im Rombach-Tal.
Foto: Rüdiger Kahlke

Stefanie Funke, Studentin der Landschaftsökologie, kontrollierte die Foto-Falle oberhalb der Höhle. Ihr Vater half ihr dabei. Als er den Lockstab „MK 35“ mit Baldrian-Lösung einsprühte, fielen ihm Haare an der angerauten Dachlatte auf. „Ich habe erst gedacht, das ist ein Wildschwein“, schildert Stefanie Funke beim Ortstermin die Szene. Dann nahm sie den Chip aus der Kamera. Als sie die Fotos sah, dachte sie erst „ein Marder oder so.“ Dann der Freudenschrei, der Anruf bei den beteiligten Institutionen, dem Naturschutzzentrum Märkischer Kreis, dem Forstamt Kurkölnisches Sauerland, der Unteren Landschaftbehörde und schließlich bei ihrem Chef, dem Koordinator des Wildkatzenprojektes in im LWL-Naturkundemuseum in Münster, Dr. Jan Ole Kriegs.

Projekt läuft seit zwei Jahren

Seit zwei Jahren sind die Behörden auf der Suche nach Wildkatzen in heimischen Wäldern. Das Rombach-Tal gilt als ideales Revier für die scheuen Tiere. In einem Gemeinschaftsprojekt wurden im Frühjahr 2015 und in diesem Jahr Bereiche im Osten des Märkischen Kreises intensiv beprobt. Die Region zwischen Menden und Plettenberg gilt als geeignetes Revier.

Von Anfang März an haben Stefanie Funke und Klaus Schulte vom Naturschutzzentrum Märkischer Kreis und Michael Bußmann von der Unteren Landschaftsbehörde die Foto-Fallen regelmäßig kontrolliert. 276 Rehe, 112 Wildschweine und 76 Füchse tappten in die Fotofallen. Grund zum Jubel gab’s bisher nur einmal – Mitte April. Im Kegel des Blitzlichts ist die Wildkatze mit ihrem gedrungenen Körperbau deutlich zu erkennen.

DNA-Analyse soll weitere Klarheit bringen

Für Jürgen Kleppe vom Regionalforstamt Kurkölnisches Sauerland wäre es jetzt noch interessant, zu wissen, ob es sich um einen Kuder oder eine Katze handelt – des möglichen Nachwuchses wegen. Eine DNA-Analyse der Haare könnte Klarheit bringen. Hans Obergruber vom Naturschutzzentrum Märkischer Kreis, hofft, dass sich die Mittel für die Analyse auch noch auftreiben lassen.

Für Umweltschützer ist der Nachweis der Wildkatze, die im 19. Jahrhundert noch weit verbreitet war, auch ein Indikator für den Zustand des Waldes. Sie bringen es auf die Formel: Wo es der Wildkatze gut geht, geht es auch anderen Waldbewohnern gut. Jürgen Kleppe sieht den Nachweis der Wildkatze auch als Bestätigung für den Kurs der Forstbehörden. Seit 2012 ist das Rombach-Tal Wildnisgebiet und wird nicht mehr bewirtschaftet. Der Wildkatze scheint’s zu gefallen.

Mehr zum Wildkatzen-Projekt im neuen Komplett-Magazin, S. 70 ff.

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