Während der Probe am Mittwoch: Das Orchester feilt am Sound des "Tango suprise". Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Der „Tango Surprise“ klingt sehr flott und ist wie für diesen Tag gemacht. Während Schülerinnen und Schüler aus den siebten Klassen des Bergstadtgymnasiums Lüdenscheid (BGL) im ehemaligen Gymnastiksaal proben, werden im Chefzimmer weiter oben, Pläne für die Zukunft besiegelt. Das Gymnasium und die Musikschule bekräftigten am Mittwoch in einem Kooperationsvertrag die weitere Zusammenarbeit in Sachen Bläserklassen. Für Schulleiter Dieter Utsch ist das nichts Überraschendes. „Die Bläserklassen sind bei uns seit 15 jahren gelebte Praxis“, sagt er. Jetzt ist durch seine und die Unterschrift von Musikschulleiter Franz Schulte-Huermann auch auf Papier bekräftigt. Nach 15 Jahren guter Zusammenarbeit war es wohl irgendwie an der Zeit für eine solche Vereinbarung.

Besiegelten die weitere Zusammenarbeit: BGL-Leiter Dieter Utsch (rechts) und Musikschul-Chef Franz Schulte Huermann. Mit in der Runde Dr. Dietmar Simon (stellvertretender BGL-Leiter) Jens Voss (Vorsitzender des Kulturausshusses), Nikolai Förster (Musiklehrer BGL), Matthias Hirth (verantwortlicher Musikschullehrer für die Bläserklassen) und Matthias Reuver (zuständiger Fachbereichsleiter der Stadtverwaltung). Foto: Wolfgang Teipel
Besiegelten die weitere Zusammenarbeit: BGL-Leiter Dieter Utsch (rechts) und Musikschul-Chef Franz Schulte Huermann. Mit in der Runde Dr. Dietmar Simon (stellvertretender BGL-Leiter) Jens Voss (Vorsitzender des Kulturausshusses), Nikolai Förster (Musiklehrer BGL), Matthias Hirth (verantwortlicher Musikschullehrer für die Bläserklassen) und Matthias Reuver (zuständiger Fachbereichsleiter der Stadtverwaltung). Foto: Wolfgang Teipel

Beide Schulleiter sind von dieser Form der Breitenförderung und den positiven Auswirkungen des zusätzlichen Musikunterrichtes in den entsprechenden Profilklassen absolut überzeugt. Dass Musik die Sozialkompetenzen und Lernfähigkeit von Kindern und Jugendlichen unterstützt, daran bestehen auch im Kollegium keine Zweifel. „Alle stehen hinter dem Projekt.“ Das erleichtere die Arbeit ungemein, betonte Musikschullehrer Matthias Hirth.

Partner beweisen langen Atem

Auch die Schülerinnen und Schüler in den Bläserklassen beweisen langen Atem. Sie müssen sich zunächst für zwei Jahre verpflichten. Foto: Wolfgang Teipel
Auch die Schülerinnen und Schüler in den Bläserklassen beweisen langen Atem. Sie müssen sich zunächst für zwei Jahre verpflichten. Foto: Wolfgang Teipel

Musikschule und Bergstadtgymnasium beweisen mit dem Bläserklassen-Projekt langen Atem. „In den 15 Jahren haben mehr als 1000 Schülerinnen und Schüler die Klassen durchlaufen.“ Viele haben später in der Musikschule weitergemacht, Musik studiert und eine musikalische Laufbahn eingeschlagen. Auch als Instrument der Talententdeckung und -förderung hätten sich die Bläserklassen bewährt.

Anfänge reichen bis ins Jahr 1997

Die Anfänge der Bläserklassen reichen zurück bis ins Jahr 1997. Damals trat Franz Schulte Huermann, zu dieser Zeit noch stellvertretender Musikschulleiter, an die Schule heran. Musiklehrer Jürgen Heller, selbst Bläser wie Franz Schulte-Huermann, war gleich Feuer und Flamme. 1998 nahmen Lehrkräfte, die in den Bläserklassen aktiv werden wollen, an einem über ein Jahr dauerndem Kurs teil, in dem sie die Grundlagen aller vorkommenden Instrumente (Flöte, Oboe, Klarinette, Trompeter, Horn, Bariton, Posaune, Tuba) erlernten. Auch die Schüler mussten sich zunächst mit allen acht Instrumenten befassen; danach wurde gewählt. Nicht immer bekam jeder sein Lieblingsinstrument. Aber am Ende kam immer ein funktionierendes Klassenorchester zusammen, das meist um die Weihnachtszeit überraschten Eltern, Geschwistern und Großeltern tollen Bläser-Sound bot.

Sparkasse und Förderverein unterstützen

Das Projekt wird von der Sparkasse (Anschaffung von Instrumenten), dem Förderverein (Reparaturen, Anschaffung einzelner Instrumente und Noten) sowie von der Stadt Lüdenscheid nach Kräften unterstützt. „Dieser Arbeit entspricht ganz unserer Strategie der Breitenförderung“, betonten Kulturausschussvorsitzender Jens Voss und Matthias Reuver, Fachbereichsleiter Jugend, Bildung und Sport.

Auch die Schulleitung selbst spielt im großen Konzert der Förderer mit. Schon bei Stellenausschreibungen werde das Profil angefordert, dass die künftige Lehrkraft für die Bläserklassen mitbringen müsse, betonte BGL-Musiklehrer Nikolai Förster.

Er zählt zusammen mit Sebastian Diel, Christian Knaup, Lena Pieper und Tobias Schwarz zum BGL-Bläserklassen-Team. Für die Musikschule zeichnen im Projekt Matthias Hirth, Christine Hörmann, Ulrike Kriegel, Christian Knaup, Guido Pieper und Thomas Wurth verantwortlich.

 

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