Kai Pritschow von der Sparkasse präsentiert einen Ballen chinesisches Teegeld.

Lüdenscheid. Muscheln, Delphinzähne, Pfeilspitzen oder Federn als Zahlungsmittel: Schon lange bevor es Geld nach heutigen Verständnis gab, tauschten Menschen wertvolle Gegenstände gegen Waren. Was alles dazu zählte, ist noch bis Ende Oktober im Kundenzentrum der Sparkasse Lüdenscheid am Sauerfeld zu sehen.

Hacken- oder Muschelgeld sind heute so wertvoll wie damals. Vor diesem Hintergrund hat die Kreissparkasse Köln eine eigene Sammlung mit traditionellen Zahlungsmitteln aufgebaut. Mit diesen Gegenständen sind die Vitrinen im Kundenzentrum bestückt. Kai Pritschow, bei der Sparkasse zuständig für die Organisation von Ausstellungen und Veranstaltungen, geht ausgesprochen sorgsam mit den kostbaren Exponaten um. Für UnserLünsche nahm er vorsichtig chinesisches Teegeld aus einer der Vitrinen. Vorher streifte er sich allerdings Handschule über. „Die seltenen Stücke dürfen selbstverständlich nicht beschädigt werden.“ Unter Sammlern sind solche Exponate oft tausend Euro und mehr Wert.

Rund 100 Exponate

Annähernd 100 Exponate hat die Kreisparkasse Köln für die Ausstellung zur Verfügung gestellt. Darunter befinden sich Stücke aus der Bronzezeit, die älter als 1000 Jahre sind. Klassisches Muschelgeld aus der Südsee fehlt ebenso wenig wie Zahngeld der Fidschi-Inseln oder Hackengeld aus Afrika. Zu sehen sind auch eine komplette Muschelwerkstatt zur Herstellung von Muschelketten, ein Paradiesvogelbalg oder Teile eines Elefantenstoßzahns.

Prägemuster beziehen sich auf Wert oder Gewicht

Beim Teegeld handelt sich um pulverisierte Teeblätter, die zu Barren gepresst wurden. Sie waren als Zahlungsmittel teilweise bis ins 20. Jahrhundert in Südchina, Tibet, Birma, der Mongolei und in Südsibirien im Umlauf und galten auch als Wertobjekt. Zuletzt wurde nach 1949 das Genussmittel in China unter den kommunistischen Machthabern als Geld genutzt. Zur Herstellung der etwa ein bis zwei Kilogramm schweren Teeziegel wurden Teeblätter getrocknet, zerkleinert und gesiebt, über Wasserdampf getränkt und in Formen gepresst. Die Teeziegel waren mit bestimmten Prägemustern an der Oberfläche versehen, die sich auf Gewicht, Qualität oder Wert bezogen.

Werbung für den Weltspartag

Mit der aktuellen Ausstellung setzt die Sparkasse Lüdenscheid ihre Zusammenarbeit mit der geldgeschichtlichen Sammlung der Kreissparkasse Lüdenscheid fort. Die Kooperation hat im vergangenen Jahr mit der Spardosen-Ausstellung begonnen. „Mit der Ausstellung wollen wir unsere Kunden auch auf den Weltspartag am 30. Oktober aufmerksam machen“, sagt Kai Pritschow. Er lädt auch Schulklassen ein, sich die Ausstellung „Traditionelle Zahlungsmittel“ anzuschauen. Kontakt: Telefon 02351/152 464, E-Mail: k-pritschow@sparkasseluedenscheid.de

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