Der Schaden, den die Betrügerbande angerichtet hat, beläuft sich nach Angaben der Polizei auf über 100.000 Euro.

Lüdenscheid/Halver (ots) – Die Ermittlungskommission „Finanzagent“ des Kommissariats für Organisierte Kriminalität des Polizeipräsidiums Hagen hat seit Anfang des Jahres erfolgreich gegen eine Betrügerbande ermittelt, die im Bereich Lüdenscheid, Halver, Hagen und Herdecke aktiv war.

Wie die Polizei dazu mitteilt, sitzt der Kopf der Bande in der Türkei. Von dort aus wurden telefonisch Blitzüberweisungen bei Banken, vorwiegend aus dem süddeutschen Raum veranlasst. Die Kundendaten waren echt, so dass die Bankmitarbeiter keinen Verdacht schöpften.

Auch die Adressen ergaunert

Diese Daten bekamen die Täter vermutlich aus dem Internet bzw. haben sie rechtswidrig erworben. Geldbeträge von bis zu 5000 Euro wurden dann auf die Konten sogenannter Finanzagenten transferiert. Dabei handelt es sich um zumeist junge Leute aus dem Bereich Hagen, Herdecke, Halver und Lüdenscheid, die von hier wohnenden Bandenmitgliedern, sogenannten Residenten, angesprochen wurden. Voraussetzung für den „Job“ des Finanzagenten war die Nutzung des Online Banking.

Wenn Geld auf dem Konto eines Finanzagenten einging, wurden diese durch die hier agierenden Bandenmitglieder angewiesen, das Geld schnellstmöglich abzuheben, um eine Rücküberweisung zu verhindern. Sodann trafen sich die Bandenmitglieder in der Nähe der Bank zur Geldübergabe.

Hinterleute in der Türkei kassieren den Löwenanteil

Der Finanzagent, der sein Konto zur Verfügung stellte, bekam lediglich einen kleinen Teil des Geldes. 50 Prozent kassierten die Hinterleute in der Türkei. Den Rest bekam der Resident. Bei der Überweisung in die Türkei bediente sich die Bande erneut der Finanzagenten oder aber anderer Unbeteiligter.

Die Anzahl der geschädigten Personen und Banken liegt bei 100. Der Schaden beträgt über 100.000 Euro.

Vier Banden-Mitglieder festgenommen

Vier Bandenmitglieder wurden vorläufig festgenommen, gegen eine Person erging ein Haftbefehl. In drei durchsuchten Wohnungen fand man Beweismittel. Auch die jungen Leute, die sich als Finanzagenten betätigten, haben mit empfindlichen Strafen zu rechnen und müssen zudem den von ihnen mitverursachten Schaden ausgleichen. Die Ermittlungen dauern an.

 

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