Einlage zum Abschluss: Martina Tertel-Stolp, Marit Schulte und Sara Derman spielen sechshändig einen Walzer von Sergej Rachmaninow. Foto: Wolfgang Teipel

Schalksmühle. Das hat der Flügel im Schalksmühler Rathaus-Foyer vermutlich noch nicht erlebt. Drei Pianistinnen spielen sechshändig einen Walzer von Sergej Rachmaninow. Die spektakuläre Einlage setzte am Sonntag den Schlusspunkt unter ein beschwingtes Konzert, zu dem die Gemeinde Schalksmühle im Rahmen ihrer Reihe „Kleines Konzert“ eingeladen hatte. Das Publikum honorierte den Auftritt, bei dem Moderatorin Marit Schulte zusammen mit den Pianistinnen Sara Derman und Martina Tertel-Stolp in die Tasten des schwarzen Flügels griff, mit reichlich Applaus.



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„Hausaufgabe“ von Rachmaninow

Unterdessen wechselten sich draußen Schneeregen und Sonnenschein ab – einer Szenerie, die so gar nicht zur beschwingten Klaviermusik zum Frühlingsbeginn passen wollte. Im Rathaus-Foyer ergänzten sich dagegen Sara Derman und Martina Tertel-Stolp wunderbar.

Die gebürtige Schalksmühlerin ließ ihrer aus Kassel stammenden und heute in Düsseldorf lebenden Kollegin Sara Derman den Vortritt. Sara Derman spielte vier Klavierstücke von Sergej Rachmaninow, die der begnadete Komponist und Pianist im Alter von 14 Jahren geschrieben hat. „Als Hausaufgabe sozusagen“, ließ Moderatorin Marit Schulte das Publikum wissen. Dennoch sind sie für Pianisten keine leichte Übung. Rachmaninow beherrschte das Klavier auch, weil er sehr außergewöhnlich große Hände besaß und so die 96 Taten eines Konzertflügels nach Belieben bändigen konnte. Außerdem galt er als einer der besten Pianisten seiner Zeit.

Laufbahn begann bei der Musikschule Volmetal

Bei den vier Klavierstücken (Romanze, Prélude, Melodie und Gavotte) stellte Sara Derman ihre technischen und musikalischen Fähigkeiten ebenso unter Beweis wie bei Rachmaninows Prélude gis-Moll op. 32 Nr. 12.

Gemeinsam mit Martina Tertel-Stolp spielte sie anschließend den Walzer op. 30 von Johannes Brahms. Martina Tertel-Stolp begann ihre Klavierausbildung im Alter von fünf Jahren bei der Musikschule Volmetal. Ihr erster Lehrer war Kurt Kerzmann. Später nahm sie an der Musikschule Volmetal Cellounterricht bei Christa Radermacher und war Mitglied im Kammerorchester Volmetal, bis sie ihr Studium in Düsseldorf aufnahm. 2005 war sie Stipendiatin des Richard-Wagner-Verbandes Düsseldorf. Heute unterrichtet Martina Tertel-Stolp an der Clara-Schumann-Musikschule in Düsseldorf.

Ausdrucksstark vorgetragene „Petite Suite“

Die „Petite Suite“ von Claude Debussy, von beiden Pianistinnen ausdrucksstark gespielt, erinnerte an die Zeit zwischen Spätromantik und Moderne. Debussys Musik spiegelt die Epoche, in der das Gefühlvolle betont wird und die Strukturen klassischer Kompositionen überschritten werden. Auch hier legten beide ihr gesamtes musikalisches Gewicht in die Waagschale, ganz zum Vergnügen des Publikums.

 

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