16. Januar 2015: KuK Neujahrskonzert, Stadthalle Meinerzhagen mit der Philharmonie Südwestfalen. Dirigent: Charles Olivieri-Munroe. Moderation: WDR-Studioleiterin Beate Schmies. Programm: leichte Kost mit J. Strauß, Liszt, Dvorak, Fanz von Suppe u.a. Foto: Rüdiger Kahlke
16. Januar 2015: KuK Neujahrskonzert, Stadthalle Meinerzhagen mit der Philharmonie Südwestfalen. Dirigent: Charles Olivieri-Munroe. Moderation: WDR-Studioleiterin Beate Schmies. Programm: leichte Kost mit J. Strauß, Liszt, Dvorak, Fanz von Suppe u.a. Foto: Rüdiger Kahlke
Einen beschwingten Abend bot die Philharmonie Südwestfalen den Besuchern in der Stadthalle Meinerzhagen. Foto: Rüdiger Kahlke

Meinerzhagen. Entspanntes Publikum. Leichte Kost. Großes Orchester. – Der Dreiklang für einen Wohlfühl-Abend. Die Besucher erwarten beim Neujahrskonzert des KuK-Vereins in der Stadthalle Meinerzhagen beschwingte Melodien, Ohrwürmer aus Operette, Oper, klassischer U-Musik halt. Die Philharmonie Südwestfalen unter ihrem neuen Dirigenten Charles Olivieri-Munroe lieferte. Das Publikum dankte es mit „Bravo“-Rufen und heftigem Applaus.

„Night of the proms“ im Herbst

Satter Streicherklang, kraftvolle Bläser, klare Flötentöne. Für den Paukenschlag am Abend aber sorgte der Intendant der Philharmonie, Michael Nasser, der als Hornist mitwirkte. Das Orchester kommt im Herbst nochmal in die Stadthalle. Die wird dann für einen Abend das, was die Arena für Köln oder die Westfalenhalle für Dortmund ist: Spielstätte für „Night of the proms“. Jedenfalls in der Version des Orchesters aus dem Siegerland. Es dürfte das Musikereignis in der Region werden.

Melodien auf Nachthemd gekritzelt

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Lockerten das Programm mit kleinen Dialogen auf: Beate Schmies und Dirigent Charles Oliviera-Munroe. Foto: Rüdiger Kahlke

Dass sich die Philharmonie Südwestfalen auf Klassik und U-Musik versteht, hat sie mehrfach bei den Neujahrs-Konzerten an der Volme bewiesen. Wer die Leichtigkeit und den Witz der Moderation des früheren Dirigenten Russell N. Harris vermisste, wurde durch die Moderation der WDR-Redakteurin Beate Schmies und ihre kleinen Dialoge mit dem neuen Chef am Dirigentenpult entschädigt. Die Leiterin des Studios Siegen hatte, ganz Journalistin, so manches Schmankerl aus der Vita der Komponisten parat. Wer weiß schon, dass Johann Strauß Melodien auf sein Nachthemd gekritzelt hat oder dass Franz Liszt, „ein schlimmer Finger“, sich einen Hund anschaffte, um alle Frauen-Wünsche nach einer Locke vom Meister zu erfüllen? Da musste schon gekräuseltes Hundehaar als Ersatz-Devotionalie dienen.

Mit Blick auf die Krisen und Kriege erinnerte die Moderation auch daran, dass Musik die Sprache ist, die Menschen weltweit verbindet und eint. Ein Beispiel dafür sei das Orchester selbst: Musiker aus 14 Nationen, fast jeder zweite ein Ausländer.

Leichte Kost fürs Ohr

Im Mittelpunkt aber stand die Musik. Die Philharmonie Südwestfalen bot ein 2015_NeujahrskonzertProgramm mit Ohrwurm-Klassikern wie der “Humoresque” von Antonin Dvorak, der “Ungarischen Rhapsodie, Nr.2″ von Franz Liszt, daneben Walzer aus der Oper “Faust”, Franz von Suppes “Ouvertüre zu ‘Pique Dame’” und weitere leichte Kost. Klar, dass auch Johann Strauss, der Wiener Walzerkönig, nicht fehlen durfte, von dem auch die schnelle Polka “Auf der Jagd” mit einer etwas albernen Papageien-Einlage dabei war.

Das Fazit: Ein spielfreudiges Orchester, dessen 13. und letztes Neujahrskonzert in dieser Saison somit für die Musikfreunde im Volmetal der Glücksmoment wurde, den Moderation Beate Schmies eingangs erhofft hatte. „Sie sind das beste Publikum“,mit dem Kompliment bedankte sich die Philharmonie Südwestfalen bei den applaudierfreudigen Besuchern in der Stadthalle.

Schluss-Akkorde von J. Strauß

Das offizielle Programm endete mit Strauß’ “An der schönen blauen Donau”, so etwas wie “Österreichs Nationalhymne”, kündigte Beate Schmies das Finale an. Zwei Zugaben erklatschte sich das Publikum – und bekam ganz zum Schluss, natürlich, – den Radetzky-Marsch.

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