Beifuß ins Fußbad - das entspannt.

Märkischer Kreis. Seit Urzeiten stellen Pflanzen die Nahrungsgrundlage für uns Menschen dar. Ebenfalls seit Urzeiten heilen Menschen mit der Kraft der Pflanzen. In Zeiten, in denen man alles im Supermarkt oder der Apotheke kaufen kann, ist das Wissen um Heil- und Wildkräuter und ihre Zubereitung fast verloren gegangen. Das ist bequem, macht aber auch in hohem Maße abhängig von den bestehenden Strukturen und dem herrschenden System. Selbst wissen und tun macht frei, stark und unabhängig. In einer neuen Serie stellt unserlünsche einige Heilpflanzen vor. Heute geht es um Beifuß.

Unkräuter sind Lebenselexiere

Ganz schön wild. Sie leuchten in bunten Farben oder sprießen in unspektakulärem Grün aus dem Boden. Spaziergänger stolpern fast über die Randerscheinungen am Wegesrand. Das „Grünzeug“ wächst und wächst. Es lässt sich nicht unterkriegen. Fluch oder Segen? Für Sonja Borner steht die Antwort fest: Die sogenannten Unkräuter sind Lebenselexiere.

Sie ist Heilpraktikerin und Lehrerin für Heilpflanzenkunde. In ihrer „Schule für Heilpflanzenkunde“ in Niederlangenberg lernen Menschen die Pflanzen und ihre Wirkung kennen. Dabei hilft ihr auch Mark Twain mit seiner Definition von Unkraut: „Unkraut ist das, was nach dem Jäten wieder kommt“. Das liege an den Inhaltsstoffen, sagt die Expertin. Das sogenannte Unkraut enthalte primäre und sekundäre Inhaltsstoffe. Die sekundären Inhaltsstoffe sind hartnäckig und garantieren der Pflanze das Überleben in der Auseinandersetzung mit der Umwelt. Das sind die Arzneien. Mit diesen sekundären Inhaltsstoffe nehmen die Pflanzen den Menschen die Arbeit ab, so müssen sie weniger leisten, um ihre Gesundheit zu erhalten.

Medizin muss bitter sein

Ein Beispiel dafür ist der Beifuß. Dieses grüne Kraut ist „die Mutter der Heilpflanzen“, sagt Sonja Borner. Leider sei der Beifuß nur als Gänsebratengewürz bekannt. „Die Bitterpflanze wirkt gesundend auf die Menschen“, rückt sie seine Wirkung ins rechte Licht. Klar, Medizin muss bitter sein, das weiß jeder. Zu Beginn der Blütezeit sollte man Beifuß ernten und trocknen. Daraus kocht man einen starken Tee. Einen Liter davon ins Fußbad geben. Das ist entspannend, die Müdigkeit verschwindet. Informationen unter www.schule-heilpflanzenkunde.de

© Text und Foto: Elke Teipel

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