CDU-MdB Dr. Matthias Heider (links) informierte sich bei Karin Gerth und Wilhelm Oberste-Beulmann über den Alltag von START Zeitarbeit NRW in Lüdenscheid. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Keine Berührungsängste zwischen Politik und Dienstleistungswirtschaft: In der Reihe „Praxis für die Politik“ des Bundesverbandes für die Dienstleistungswirtschaft (BDWI) verschaffte sich der Lüdenscheider CDU-MdB Dr. Matthias Heider jetzt einen Einblick in den Alltag von START Zeitarbeit NRW. Der Christdemokrat dufte zum Abschluss seines Besuch im Start-Domizil an der Staberger Straße sogar an einem Bewerber-Gespräch teilnehmen – mit Zustimmung des Kandidaten selbstverständlich. Heider zeigte sich positiv beeindruckt.

Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt

START Zeitarbeit NRW verfügt an Rhein und Ruhr über 27 Niederlassungen und beschäftigt zurzeit 180 interne sowie rund 2500 externe Mitarbeiter und 400 Auszubildende. Ziel ist es, Unternehmen bei Personalengpassen qualifizierte Kräfte anzubieten und den neuen Mitarbeitern so den Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Damit ist START Zeitarbeit an allen Standorten erfolgreich. „In Lüdenscheid sind uns 2014 bereits 16 Übernahmen gelungen“, berichtete Niederlassungsleiterin Karin Gerth. „Eine Übernahme, gleich zu welchem Zeitpunkt, ist für uns das erklärte Ziel“, betonte sie. Gerth stellte sich zusammen mit Wilhelm Oberste-Beulmann, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung von START Zeitarbeit NRW, den Fragen des Abgeordneten.

Partnerschaftliche Ausbildung

Dr. Matthias Heider zu diesem erwünschten „Klebeeffekt“: „Die fachlich kompetente Vermittlung, um Arbeitnehmer wieder an den ersten Arbeitsmarkt heranzuführen, ist die große Stärke des Unternehmens, an dem auch die Kommunen und das Land NRW mit ihrem spezifischen Fachwissen beteiligt sind.“

START Zeitarbeit NRW in Lüdenscheid hat seinen Sitz im Hanns-Martin-Schleyer-Haus an der Staberger Straße.
START Zeitarbeit NRW in Lüdenscheid hat seinen Sitz im Hanns-Martin-Schleyer-Haus an der Staberger Straße.

Dieses Wissen nutzt START Zeitarbeit nicht nur bei der Vermittlung von Arbeitskräften, sondern auch bei deren Ausbildung. Gerade zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres war der Umgang des Zeitarbeitunternehmens mit der schwierigen Situation im Ausbildungsbereich ein zentrales Thema des Besuchs. START Zeitarbeit bietet durch das Zusammenspiel von Kooperationsbetrieb und einem eigenen Qualifizierungskonzept Jugendlichen mit eingeschränkten Vermittlungsperspektiven einen Weg in die Ausbildung und die anschließende Beschäftigung. „In Lüdenscheid haben wir derzeit fünf Jugendliche in einer solch partnerschaftlichen Ausbildung“, berichtete Karin Gerth. Zum ersten Mal werde in diesem Jahr in der Lüdenscheider Niederlassung auch selbst ausgebildet. Die Mitarbeiterin erlerne den Beruf der Dienstleistungskauffrau.

Kooperationsbetriebe gesucht

Vor Ort arbeitet das Unternehmen mit vier Kooperationsbetrieben zusammen. „Wir suchen aber noch Betriebe im Handwerksbereich, um weitere Jugendliche vermitteln zu können“, erklärte Karin Gerth. Voraussetzung ist, dass der Betrieb erstmals oder zusätzlich ausbildet. Die wichtigsten Eckpunkte der partnerschaftlichen Ausbildung:

  • Der Ausbildungsvertrag wird in der Regel mit START geschlossen.
  • Der Kooperationsbetrieb führt die fachliche Ausbildung durch und beteiligt sich an mindestens der Hälfte der Ausbildungsvergütung
  • START übernimmt das Ausbildungsmanagement.
  • Zur Absicherung der Berufswahl kann vorab ein Praktikum oder eine Einstiegsqualifizierung absolviert werden.
Wirtschaftliche Ziele in Verbindung mit sozialem Auftrag

Dieses Modell biete insbesondere jungen Leuten mit besonderem Vermittlungsbedarf die Chance, mit einer soliden Ausbildung den Weg ins Berufsleben zu beginnen, erläuterte Wilhelm Oberste-Beulmann. „Wir verbinden die wirtschaftlichen Ziele mit einem sozialen Auftrag und freuen uns über das Interesse der Politik an unserer Unternehmensphilosophie. Deshalb nehmen wir gerne die Möglichkeit wahr, über die BDWI-Initiative ,Praxis für die Politik‘, den Abgeordneten einen Einblick in unser Unternehmen zu gewähren.“

Wunschlos glücklich ist der Chef von START NRW allerdings nicht. „Wir brauchen tarifliche und betriebliche Ausnahmeregelungen, um insbesondere Langzeitarbeitslosen einen leichteren Einstieg zu bieten“, erklärte er. „Es muss nicht immer eine dreijährige Ausbildung sein.“

START Zeitarbeit setzt soziale Maßstäbe

Dr. Matthias Heider sicherte zu, solche Gedanken bei den Beratungen zur Neufassung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes einfließen zu lassen.

START Zeitarbeit NRW, stellte er zudem fest, sei ein Unternehmen, das in der Branche soziale Maßstäbe setze. „Das gute Zusammenspiel der Tarifpartner in der Zeitarbeit zeigt sich nicht nur darin, dass unter anderem der Deutsche Gewerkschaftsbund und der Arbeitgeberverband Stahl als Gesellschafter an dem Unternehmen beteiligt sind“, sagte er. Der Mindestlohn von 9,10 Euro zeige auch, dass diese Partnerschaft funktioniere.

Mehr Informationen unter www.start-nrw.de

 

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