Freie Fahrt mit dem Bus wünschen sich Seniorenbeirat und Beirat für Menschen mit Behinderungen. Fotos: hvg

Hagen. Der Seniorenbeirat und der Beirat für Menschen mit Behinderungen haben einen Forderungskatalog zum Thema barrierefreier ÖPNV aufgestellt.
Entwerter In vielen Bussen in Hagen sind nur noch am vorderen Einstieg Entwerter vorhanden. Menschen mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen, die nur in der Mitte einsteigen können,können das Viererticket nun nicht mehr abstempeln. Diese Menschen haben in vollen Bussen oder aufgrund ihrer Einschränkungen keine oder nur schlechte Möglichkeiten, die Fahrkarte abzustempeln. Die Kontrolleure sollten diese Menschen nicht als Schwarzfahrer sehen und sollten daher entsprechend sensibilisiert werden.hagen-barrierefrei-2013_thumb

Prioritätenliste

Barrierefreie Bushaltestellen Nach den rechtlichen Bestimmungen hat der Nahverkehrsplan die Belange der in ihrer Mobilität oder sensorisch eingeschränkten Menschen mit dem Ziel zu berücksichtigen, für die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs bis zum 01. Januar 2022 eine vollständige Barrierefreiheit zu erreichen. Diese Frist gilt nicht, wenn im Nahverkehrsplan Ausnahmen konkret begründet werden.
Die Beiräte sind sich darüber einig, dass nicht alle Bushaltestellen in Hagen bis 2022 barrierefrei umgebaut werden können. Die Beiräte werden gemeinsam festlegen, wie in Hagen eine barrierefreie Bushaltestelle aussehen soll und Einzelheiten im Rahmen des Nahverkehrsplanes mit der Verwaltung abstimmen.

Mindestanforderungen

Als Minimum für eine barrierefreie Haltestelle werden folgende Kriterien festgehalten: sie muss mit dem Rollstuhl erreichbar, es muss ein Leitsystem für blinde Menschen vorhanden sein und der Fahrplan muss auch für Rollstuhlfahrer lesbar sein, also entsprechend niedrig angebracht werden und über eine klare und ausreichend große Schrift verfügen.
Die Beiräte fordern die Verwaltung auf, eine Prioritätenliste zu erstellen. Die Liste sollte auch eine zeitliche und finanzielle Maßnahmenplanung beinhalten.busse_thumb

Geld bereitstellen

Derzeit werden in Hagen Haltestellen nur dann barrierefrei umgebaut, wenn dort ohnehin Straßenbauarbeiten vorgenommen werden. Um zeitnah mit der Herstellung von Barrierefreiheit an Haltestellen beginnen zu können, sollte zunächst eine Liste mit denjenigen Haltestellen erstellt werden, an denen dringend Handlungsbedarf besteht, zum Beispiel in der Nähe von Wohnheimen für behinderte Menschen, in der Nähe von Pflegeheimen oder an wichtigen Verknüpfungspunkten. Finanzielle Mittel müssen hierfür dringend bereit gestellt werden.

Nutzer und Fahrer befragen

– Ausweitung der ÖPNV-Befragung
Um festzustellen, an welchen Haltestellen dringender Handlungsbedarf besteht, sollte die Befragung, die für die Erstellung des Nahverkehrsplanes durchgeführt wird, ergänzt werden um die Frage, ob die Nutzer des ÖPNV Rollstuhlfahrer oder Rollatornutzer sind oder ob ein Kinderwagen mitgeführt wird. Die Umfrageergebnisse sollen auch dem Seniorenbeirat und dem Beirat für Menschen mit Behinderungen zur Verfügung gestellt werden.
Ermittlung von konkreten Zahlen und Befragung der Busfahrer
Um zu ermitteln, welche Haltestellen am dringendsten umgerüstet werden müssen, könnten die Busfahrer Listen darüber führen, an welchen Haltestellen die meisten Menschen mit Rollstuhl oder Rollator einsteigen. Darüber hinaus könnten aber auch die Busfahrer befragt werden, um ein Stimmungsbild zu erhalten.

Strafe für rücksichtslose Parker

Problem der zugeparkten Bushaltestellen
Da Bushaltestellen immer wieder zugeparkt werden, können Busse die Haltestellen nicht ordnungsgemäß anfahren, sodass Menschen nicht barrierefrei einsteigen können. Davon sind Menschen mit Rollstuhl, Rollator und Kinderwagen gleichermaßen betroffen. Das Ordnungsamt sollte dafür sorgen, dass Autos, die an Bushaltestellen parken, umgehend abgeschleppt werden, Autofahrer, die dort anhalten, sollten mit einem Bußgeld belegt werden.

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