Schon lange ist es normal, dass man sich als Weintrinker früher oder später auch mit den Hintergründen oder der Geschmacksvielfalt des Weins auseinandersetzt. Doch auch beim Kaffee eröffnet sich dem Neugierigen eine ähnlich vielseitige Welt. Steven Gaubatz hat sich intensiv mit dieser Welt beschäftigt und Anfang 2014 seine Prüfung zum Level 2 Barista in Münster abgelegt. Nun bringt er seine Erfahrung im neu eröffneten Kaffeehaus „Kaffee Fabriksken“ in der Lüdenscheider Oberstadt mit ein und ist Lüdenscheids einziger Level 2 Barista.

Zwei Prüfungen abgelegt

Sein Arbeitsplatz: an der modernen Siebträgermaschine. Foto: Waldheim Photography
Sein Arbeitsplatz: an der modernen Siebträgermaschine. Foto: Waldheim Photography

Um sich offiziell als Level 2 Barista bezeichnen zu dürfen, musste Steven Gaubatz zwei Prüfungen ablegen. Die Prüfung für seinen Level 1 Barista schloss er im Oktober 2013 erfolgreich auf dem Kaffee Campus in Berlin bei einer Prüferin der Berlin School of Coffee ab. Hierbei wurden überwiegend Grundlagen zur Kaffeezubereitung vorausgesetzt. Im Theorieteil der Level 2 Prüfung ging es dagegen vor allem um Fach- und Hintergrundwissen zu Anbaugebieten und -Plantagen und um die Geschichte und Verbreitung des Kaffees. Aber natürlich auch um Wissen zur Zubereitung der vielen verschiedenen Kaffeearten.

Im praktischen Teil der Prüfung, die in Münster von der deutschen Barista-Meisterin Erna Tosberg abgenommen wurde, musste Steven Gaubatz auch einen sogenannten „Signature“-Drink zubereiten. Eine Eigenkreation, bei der den Prüflingen freie Hand bei der Umsetzung gelassen wurde. Wichtig war hier vor allem Kreativität. Der Lüdenscheider Barista entschied sich für eine Kreation mit „Weihnachtsschaum“, welcher verschiedenste, weihnachtliche Gewürze enthielt und die Prüfer am Ende überzeugte. Neben der Eigenkreation mussten aber auch verschiedene Espressos, Kaffees und Cappuccinos zubereitet werden. Die jeweiligen Kaffeebohnen musste Steven Gaubatz selbst auswählen und mitbringen, da bei der Prüfung auch hier wieder das Hintergrundwissen zur Auswahl hinterfragt wurde. Damit wurde geprüft, ob die angehenden Level 2 Barista auch die passenden Bohnen für die jeweils verlangten Zubereitungen auswählen können.

Insgesamt gibt es nur drei Level in der Baristaausbildung. Mit seinem Level 2 Barista ist Steven Gaubatz vorerst aber sehr zufrieden und verzichtet vorläufig auf die dritte Prüfung. Diese würde direkt in London bei der Speciality Coffee Association of Europe (SCAE) stattfinden.

Aus Liebe zur Qualität

Sie zieren die Wand im Kaffee Fabriksken. Stevens Urkunden zur bestandenen Level 1 & 2 Barista-Prüfung. Foto: Parnemann
Sie zieren die Wand im Kaffee Fabriksken. Stevens Urkunden zur bestandenen Level 1 & 2 Barista-Prüfung. Foto: Parnemann

Als Betriebsleiter und Barista im Lüdenscheider Kaffee Fabriksken sieht Steven Gaubatz seine Aufgaben vor allem auch darin, sein erlangtes Wissen und die damit verbundene Begeisterung für Kaffee an seine Mitarbeiter weiterzugeben. Gerne nimmt er sich auch die Zeit, um interessierten Kunden die Zubereitung eines Kaffees, Cappuccinos oder Espressos zu demonstrieren oder Hintergründe der Zubereitung zu erläutern. Dazu gehört zum Beispiel die Tatsache, dass die Milch für einen Cappuccino oder Latte macchiato, nicht zu heiß werden darf, sondern ihre ideale Temperatur bei 65 Grad erreicht. Bei höheren Temperaturen gerinnen die Eiweißstoffe in der Milch und der Schaum bekommt eine eher flockige Konsistenz. Daher kann ein Cappuccino oder Latte macchiato nie so heiß sein wie ein Filterkaffee.

Zur Ablegung seiner Level 2 Baristaprüfung hat Steven Gaubatz sich vor allem aus Liebe zur Qualität entschlossen. Sein Ziel war es die hochwertigen Bohnen, die in den jeweiligen Plantagen mit viel Liebe und Sorgfalt angebaut und in der hauseigenen Rösterei in Lüdenscheid geröstet werden, mit der gebührenden Kompetenz zubereiten zu können und so die hohe Qualität der Bohne auch auf das Endprodukt – den Kaffee – übertragen zu können.

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