s9fardvnHagen – Zum ersten mal begrüßt das Kulturzentrum Pelmke in Hagen die gebürtige Hagenerin Barbara Morgenstern mit Ihrem neuen Album “sweet silence“. Es klingt wie das Album, das Morgenstern nie gemacht hat. Es passt so gut zu ihr, es ist so einleuchtend und folgerichtig, dass man sich fragen mag „warum erst jetzt?“. Über ihre letzten Veröffentlichungen hat die Wahlberlinerin eine Menge musikalische Stadien durchlaufen. Mit „the grass is always greener“ etwa lieferte sie radiotaugliche Popmusik ab. Auf „BM“ überraschte sie mit Vielseitigkeit und Komplexität. Im Jahr 2010 erschien „Fan No.2“. Nun also „sweet silence“.



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Den langen Melodiebögen ist Barbara Morgenstern treu geblieben, ebenso den klaren und schlüssigen Arrangements. Neu für sie ist die digitale Kühle, ein Keyboard-Sound der alten Schule, der sich als roter Faden durch das gesamte Album zieht. Die üppige Instrumentierung ist einer neuen Sparsamkeit gewichen. Club- Bässe und Drumcomputer dominieren das Klangbild. Diese eher spröde Keyboardmusik kombiniert Morgenstern mit eingängigen Melodien und einer schlichten Harmonik. Die so entstehenden luftigen Songs kommen meist positiv und manchmal nachdenklich daher. Die sehr persönlichen Texte sind mal bildhaft verklausuliert, mal konkret. In durchweg englischer Sprache singt Barbara Morgenstern von Verlust, ihrem Bedürfnis nach Ruhe und der schnelllebigen Oberflächlichkeit unserer Zeit.

Im Vergleich zu den übrigen Morgenstern-Alben ist „sweet silence“ ausgesprochen homogen im Klang. Es bewegt sich im Spannungsfeld zwischen digitaler Sparsamkeit und melodiösen, manchmal romantischen Songs. Und es ist dieser Gegensatz, der den besonderen Reiz des neuen Albums von Barbara Morgenstern ausmacht. Rund um Protagonisten wie Joe Tabu und Barbara Morgenstern entstand Mitte der Neunziger in Ostberlin eine DIY-Kunst- und Musikszene. Gewissermaßen eine LoFi- Antwort auf aufwändig vermarktete Charts-Acts. Das Selbst Gemachte, Experimentelle und Non Konforme wurde zu einem neuen Maßstab, zu einem Trade Mark, das es vorher in dieser Form in der deutschen Popmusik nicht gegeben hatte. Diese Tage liegen lange zurück; zurzeit werden in Berlin die letzten Baulücken geschlossen und die letzten Altbauten saniert. Barbara Morgenstern ist immer noch hier, und wer ihr neues Album vor dem Hintergrund ihrer musikalischen Herkunft betrachtet, erzielt mit Sicherheit einen Erkenntnisgewinn.

Facts:

Freitag, 01.03.2013 // 20.00 Uhr
Eintritt: VVK: 7,- / AK: 8,-

Kulturzentrum Pelmke, Pelmkestr. 14, Hagen

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