Plettenberg. Die vom Planungsbüro bbz angeregte Fällung von 43 Bäumen in der Innenstadt und ersatzweise Neupflanzung von 21 Bäumen kommentiert Karin Carrels in einem Leserbrief. Die Entwurfsplanung des Büros bbz für die Innenstadterneuerung wurde am 13. Juli durch Timo Herrmann im Rahmen einer Bürgerinformationsveranstaltung vorgestellt. Auf der Homepage der Stadt Plettenberg ist die Präsentation dokumentiert und das Protokoll der Veranstaltung einsehbar.

„Immer mehr Plettenberger Bürger äußern sich besorgt in Sachen Isek zum Fällen oder Ersetzen von 43 Bäumen in der Innenstadt. Ihnen kann ich nur zustimmen und möchte mich hiermit denen anschließen, die versuchen, dies zu verhindern.

Am Alten Markt sollen, wie inzwischen allgemein bekannt, sechs Platanen entfernt und drei durch japanische Schnurbäume, deren Blüten für Bienen giftig sein könnten, ersetzt werden.

In diesem Jahr wurde die Frankfurter Zeil zur beliebtesten Einkaufsstraße Deutschlands gekürt. Sie ist mit Platanen bestanden, die einen grünen, schattigen Laubengang bilden. Auch auf einem Platz der Mathildenhöhe in Darmstadt kann man unter einem kühlenden Platanendach verweilen und die Kunstwerke des Worpsweder Architekten und Bildhauers Bernhard Hoetger betrachten.

Bei fachmännisch ausgeführtem Baumschnitt ist es also möglich, einen gewünschten Wuchs zu erzielen, was die Mitarbeiter des Bauhofs Plettenberg vor einiger Zeit am Alten Markt praktiziert haben. Hier stören meines Erachtens nicht die Bäume, sondern die Autos und Mülltonnen. Auch Linden kann man sehr gut beschneiden, wenn die Kronen zu üppig geworden sein sollten, was ebenfalls in unserem Stadtgebiet an verschiedenen Stellen gemacht worden ist. Man sollte Bäume nicht gleich entfernen, wie es für einige Exemplare am Maiplatz vorgesehen ist. Unser Besuch, aus Bad Meinberg kommend und verwöhnt durch dortige Parks und Grünanlagen, konnte es nicht verstehen, dass auch am Kirchplatz prächtige Bäume weichen sollen.

Keine Markise und kein Sonnenschirm können einen so angenehmen, kühlenden Schatten spenden wie ein Baum, der auch noch Schadstoffe aus unserer Luft zum Atmen filtert. Infolge des Klimawandels werden sich die Sommer heißer und sonnenreicher entwickeln. Besonders aus ökologischer Sicht ist jeder Baum ein Gewinn.

Hoffentlich setzen sich noch viele Mitbürger öffentlich und erfolgreich für den Erhalt unserer Bäume im Innenstadtbereich und auch in Außenbezirken ein, unterstützt vom Arbeitskreis Bürgerbeteiligung und Seniorenbeirat, und hoffentlich folgen die Mitglieder des Stadtrats als Vertreter der Bürger in diesem Punkte mehrheitlich nicht der Empfehlung von Herrn Herrmann vom Büro bbz, so dass möglichst alle gesunden Bäume erhalten bleiben können. Nachfolgende Generationen werden es vermutlich zu schätzen wissen.“

Karin Carrels, Viktoriastr. 4, Plettenberg

Leserbriefe geben die Meinung des Verfassers wieder. Die Redaktion behält sich das Recht zu kürzen vor.

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