Start Top Thema Azubis auf der Straße: Juso-Chef kritisiert Märkische Kliniken

Azubis auf der Straße: Juso-Chef kritisiert Märkische Kliniken

0

Die Märkischen Kliniken haben kürzlich bekannt gegeben, dass alle 21 Auszubildenden für die Gesundheits- und Krankenpflege nicht zu übernehmen. Die jungen Leute haben eine dreijährige Ausbildung abgeschlossen. Eine Kliniksprecherin hatte erklärt, dass der Stellenplan keine Übernahmen zulasse. „Das ist eine Katastrophe“, sagt dazu Fabian Ferber, Vorsitzender der Jusos Märkischer Kreis.

„Viele Betriebe und Behörden bilden ‚über Bedarf‘ aus. Davon profitieren unter anderem Betriebe, die zum Beispiel aufgrund ihrer Größe nicht ausbilden können. Oft ist ‚Ausbildung über Bedarf‘ aber auch eine Möglichkeit, für drei bis dreieinhalb Jahre günstige Lehrlinge vorzuhalten, die als billige Arbeitskräfte ausgenutzt werden können. Zumindest aber ist der Begriff der über den betrieblichen Bedarf hinausgehenden Ausbildung bekannt. Die Märkischen Kliniken haben jetzt einen neuen Begriff erfunden: Die ‚Ausbildung ohne Bedarf‘, erklärt der Chef der SPED-Nachwuchsorganisation.

Ferber: „Eine Katastrophe“

„Es ist eine Katastrophe, dass ganze 21 Absolventinnen und Absolventen nicht übernommen werden. Das Unternehmen begründet diesen Schritt mit dem Stellenplan. Ein Stellenplan ist ein Instrument langfristiger Personalpolitik. Insofern ist es schon unglaublich, dass angesichts dieser Aussichten überhaupt 21 Personen als Auszubildende aufgenommen worden sind“, heißt es in seiner Erklärung.

„Bei den Schwächsten sparen“

Als weiteres Argument hatte die Kliniksprecherin die Sparpolitik der Kliniken angeführt. Ferber dazu: „In den letzten Jahren ist oft darüber geredet und geschrieben worden, dass dem Unternehmen hohe Kosten entstanden sind, weil für bestimmte Aufgaben auswärtiges Personal ‚eingekauft‘ werden musste. Außerdem wurden hoch dotierte Beraterverträge mit Unternehmensberatungen abgeschlossen, weil das Management offenbar nicht funktionierte. Angesichts dieser Verfehlungen gerade bei den Schwächsten zu sparen, könnte den Kliniken lange nachhängen.“

„Ausbildung ‚ohne Bedarf‘ ein Skandal“

Ferber führt weiter an, dass Märkischen Kliniken direkt und indirekt zu 100 Prozent dem Märkischen Kreis gehörten. Sie seien ein Unternehmen der Daseinsvorsorge, das vom Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger lebe. Leider, klagt er, sei in der Stellungnahme der Klinik nicht klar geworden, was mit den 21 Absolventinnen und Absolventen passieren solle. „Wir setzen darauf, dass das Unternehmen für alle 21 Personen bei sich oder an anderer Stelle Beschäftigung findet und dass künftig grundsätzlich Auszubildende vom Ausbildungsbetrieb Kliniken übernommen werden“, betont Fabian Ferber. „ Die Märkischen Kliniken sind nicht HELIOS. Deswegen bleibt zu hoffen, dass nicht wie in Privatkliniken schlecht ausgebildetes Personal oder auch ausgebildete Hotelfachleute den Job von qualifiziertem Pflegepersonal aus Kostengründen übernehmen müssen. Ein Krankenhaus ist kein Hotel. ‚Ausbildung ohne Bedarf‘ ist ein Skandal.“

Unterstütze uns auf Steady

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here