Beeindruckende Vernissage: "Unkown Reality", ein Bilderzyklus, der gemeinsam mit Flüchtlingen unter der Leitung von Christina Appelt in und um Lüdenscheid herum entstanden ist. Fotos: Kannenberg Design & Kommunikation

Lüdenscheid. „Unknown Reality“, so heißt die Ausstellung, die am Dienstag, 17. Februar, in der Lüdenscheider Stadtbibliothek eröffnet wurde. Zu sehen waren ungewöhnliche Fotos von ungewöhnlichen Menschen.

Ein besonderer Blick auf Lüdenscheid

Eröffnung der Ausstellung durch die Bibliotheksleitung Frau Plümer.
Eröffnung der Ausstellung durch die Bibliotheksleitung Dagmar Plümer.

Unter der Leitung der Lüdenscheider Künstlerin Christina Appelt, sind diese Fotos in den letzten vier Monaten in Zusammenarbeit mit Flüchtlingen entstanden, die auf diese Weise Lüdenscheid und seine Umgebung erkundeten.

Katharina Walter, Projektleitung der Lüdenscheider „Young Caritas“, stellte das Projekt vor und erzählte kurz, wie dieser Workshop speziell für Flüchtlinge zustande gekommen ist.

Ein Workshop speziell für Flüchtlinge

Sie erzählten von ihrem gemeinsamen Fotoprojekt und stellten sich persönlich vor.
Katharina Walter stellte das Fotoprojekt noch einmal vor.

Hervorgegangen ist dieser Workshop aus einer Foto-Aktion, die Christina im Juni des vergangenen Jahres ebenfalls geleitet hat.

Katharina saß in der späteren Jury, die das Siegerbild prämierte. Christina fragte nach, ob Katharina ihr die Kontaktdaten von Moussa, einem der mitwirkenden Flüchtlinge geben könne, da ein neuer Workshop speziell für Flüchtlinge angedacht sei.

Flüchtlinge verschiedenster Herkunftsländer

Mohammad, geannt CJ und sein Freund Bahir. Beide aus Afganisthan.
Mohammad, genannt CJ (Mitte) und sein Freund Bahir. Beide aus Afganisthan. Daneben Christina Appelt, die Leiterin des Projektes.

Katharina fand die Idee gut und so wurde „Unknown Reality“ geboren. Der Workshop, der mit dieser Ausstellung sein vorläufiges Ende fand, setzte sich zusammen aus Flüchtlingen verschiedenster Herkunftsländer, die gerade zu Anfang der Entstehung der Gruppe kaum Englisch oder Deutsch sprachen.

Fast wie eine richtige Familie

Christina Appelt betonte jedoch ausdrücklich, dass sie für diese Fotos gar keine Sprache brauchten. Die Gruppe verstand sich von Beginn an auch ohne Worte. Sie erzählte sehr berührend, wie sie alle immer mehr zusammengewachsen seien, wie sie sich immer besser kennenlernen durften und sich jetzt fast wie eine echte Familie fühlen, in der jeder seinen Platz gefunden hat, an dem er sich frei entfalten darf und kann.

Vernissage war bestens besucht

Sehr viele Menschen waren zu der Vernissage erschienen.
Sehr viele Menschen waren zu der Vernissage erschienen.

Die bestens besuchte Vernissage zeigte so auch an diesem frühen Abend, dass die Gruppe nicht nur nach außen hin einen sehr homogenen Eindruck machte, sondern trotz der vielen verschiedenen Sprachen und kulturellen Hintergründe ganz real tiefe Freundschaften entstanden sind, die fast jeder Belastung von außen stand halten.

Scharfe, wache Augen

Lüdenscheid - Stadt des Lichts!
Lüdenscheid – Stadt des Lichts!

Dies sah man auch den Bildern an. Hier haben sich Menschen gefunden, die nicht nur durch eine besondere Herzenstiefe sondern ebenso durch scharfe, wache Augen bestechen.

Sie, die fremd waren in unserem Land, fanden ganz offensichtlich die besonderen Stellen in und um Lüdenscheid herum und bildeten sie so eindrucksvoll ab, dass man selbst als eingesessener Sauerländer sein Land noch einmal mit ganz neuen Augen sieht.

Beeindruckend schöne Bilder

Wunderschöne Fotos. Die Gäste waren beeindruckt.
Wunderschöne Fotos. Die Gäste waren beeindruckt.

Beeindruckend schöne Bilder der Landschaften, der einzigartigen Natur und erleuchtend der Blickwinkel auf eine Stadt und ihre Aktivitäten. Eine Stadt, die ihren Bewohnern so viel mehr bietet, als es oft den Anschein hat.

Die Austellung lohnt sich für jeden, der Lüdenscheid und seine nähere Umgebung noch einmal ganz neu für sich entdecken möchte. Und ebenso für jeden, der bereits weiß, wie schön es hier ist und dies noch einmal bestätigt sehen will.

Musik von Benedikt Czylwik und Sarah Redding

Sie waren die musikalische Begleitung des Nachmittags: Sarah Redding und Benedikt Czylwik.
Sie waren die musikalische Begleitung des Nachmittags: Sarah Redding und Benedikt Czylwik.

Christinas Fotografen-Truppe war an diesem Abend heiß begehrt, nur wenige Besucher ließen es sich nehmen, die Künstler persönlich kennen zu lernen. Begleitet wurde diese besondere Ausstellungseröffnung von Benedikt am Klavier und Sarah im Gesang, zwei ganz junge Musiker, die zur Lüdenscheider Music Store Musikschule gehören und unter den achtsamen Augen ihres persönlich anwesenden Lehrers und Coaches Klaus Sonnabend gar nichts anderes konnten, als ihr Bestes zu geben.

Harmonisch und gekonnt das Spiel von Benedikt am Klavier, dazu die kraftvolle, geschulte Stimme von Sarah – das alles passte gut zu der Ausstellung an sich und gab ihr noch einmal eine ganz besondere atmosphärische Note.

Persönliche Lebensgeschichte

Moussa, er lief aus Protest durch Pakistan. Danach musste er fliehen.
Moussa, er lief aus Protest durch Pakistan. Danach musste er fliehen.

Jeder der Flüchtlinge stellte sich zudem noch einmal vor und erzählte ein wenig von seiner persönlichen Lebensgeschichte.

Fast unglaublich, dass man es schafft, nach solchen dunklen Erlebnissen Halt und Freude zu finden an so kleinen Dingen wie bunten Blumen und stillen Gewässern, aber eben auch mit viel Vertrauen wieder Freundschaften zu wagen, sich einzulassen auf andere Menschen, sein Herz zu öffnen und sich verletzlich zu machen.

Eine schöne Gruppe, die da stand und sich sichtbar am Leben und dieser neuen Chance, das es ihnen bietet, freute. Spürbar dankbar für das Miteinander im Kreise neuer Freunde.

Drei künstlerische Workshops für Flüchtlinge

Jeder wollte die Künstler persönlich kennenlernen.
Jeder wollte die Künstler persönlich kennenlernen.

Die „Initiative localaid.eu“, die gemeinsam mit dem Verein KultStädte e.V. seit Dezember Spenden für kulturell geprägte Flüchtlingsprojekte sammelt, wird daraus auch im kommenden halben Jahr drei künstlerische Workshops für Flüchtling fördern.

Workshop von Christina Appelt wird weitergehen

Gut gemacht Sarah und Bene!
Gut gemacht Sarah und Bene!

So wird der Foto-Workshop von Christina Appelt weitergehen, dazu beginnt ein Workshop für Musikbegeisterte unter der Leitung von Tlako Mokgadi, und zudem ein Workshop für alle, die gerne Malen, Bildhauern oder sonstwie von Farben, Pinseln und solchen Materialien begeistert sind, die sich dafür eignen, Kunst zu erschaffen. Dieser Workshop für Bildende Künstler und solche, die es werden wollen, wird unter der Leitung von Iris Kannenberg und Anja Kowski zusammen mit den anderen beiden Anfang März starten.

Wer dazu mehr Informationen haben möchte oder Projektbezogen spenden will, kann dies gern tun über die Webseiten und dortigen Kontaktmöglichkeiten von www.localaid.eu oder www.kultstaedte.de.

Ausstellung ab April im STOCK zu sehen

Christian Appelt und ihr Ehemann, der als Ratsherr im Lüdenscheider Rathaus sitzt.
Christina Appelt und ihr Ehemann Jürgen Appelt, der als Ratsherr aktiv ist.

Die Ausstellung von Christina Appelt und ihren Künstlern wird nach der Stadtbibliothek auch im Lüdenscheider STOCK zu sehen sein. Dort ab dem 10.4.2016, als Opener zu der einwöchigen Kulturwoche, die KultSTädte e.V. mit vielen anderen Künstlern (z.B. Marian Heuser, dem Gospelchor „The Albert Singers“, dem Duo HonigMut, dem Jazz-Club Lüdenscheid und localaid.eu) vom 10.2.2016 bis zum 16.4.2016 dort veranstaltet.

Nähere Infos und Anfangszeiten werden noch in der Presse und auf den oben genannten Webseiten bekannt gegeben.

 

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